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The Pale King | David Foster Wallace | Taschenbuch | Kartoniert / Broschiert | Englisch | 2019
Bewertungen & Erfahrungen
4,5 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★2
4 ★2
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion13.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Eine fantastische und tiefgründige Lektüre, die man unbedingt erleben sollte. Die literarische Tiefe von David Foster Wallace kommt in diesem Werk wunderbar zum Ausdruck.
Redaktion13.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Gestaltung des Buches wirkt durch die Papierwahl und die Art der Drucke sehr bewusst gewählt. Die Art, wie das Buch liegt und die Haptik des Materials vermitteln eine gewisse Substanz. Man sieht, dass die Ausführung auf eine gewisse Langlebigkeit ausgelegt ist.
Selten habe ich bei einer Rezension so viele Anläufe genommen wie diesmal. So viel Respekt habe ich vor dieser kauzigen Hommage an die wahren Helden der Arbeit, die fernab vom Rampen- und Sonnenlicht den Geldkreislauf der US of A am Rotieren halten, indem sie Stapel um Stapel von Steuererklärungen durcharbeiten, auf der Suche nach prüfenswerten Sündern, im permanenten Kampf um die nötige Konzentration und gegen die allesumfassende, allesdurchdringende, allesbetäubende Langeweile ihres Arbeitstages.In neunundvierzig beinahe eigenständigen (und teilweise auch schon vorher veröffentlichten) Episoden erfahren wir, wie in aller Welt man so einen Job anstreben und ihn anschließend sogar noch erdulden kann. Wir befinden uns Mitte der 80er Jahre; der IRS (Internal Revenue Service) von Peoria, IL ist die Bühne, und eine Handvoll Neuzugänge sind die Hauptdarsteller, einer davon David Foster Wallace selbst, hinfort DFW genannt. Es ist ein Häuflein von Underdogs, deren seelische Besonderheiten Thema ausführlicher, teilweise sehr schmerzhaft zu lesender Betrachtungen und Rückblenden sind, und die im IRS eine Mischung aus Refugium und Berufung gefunden haben, mal mehr das eine, mal mehr das andere. So wie DFW die Welt durch ihre Augen betrachtet, so gelingt das wohl nur jemandem, der selbst von Ängsten besessen und gleichzeitig mit einer unglaublich scharfen Beobachtungsgabe gesegnet ist, und dazu noch mit einer schriftstellerische Bandbreite wie nur wenige seiner Zunft.DFW spielt eine Doppelrolle, einmal als Autor, der seine Leser mit persönlichen Ansprachen überrascht und davon berichtet, wie schwer sich der Verlag tut mit einem Enthüllungsroman über eine dermaßen staatstragende Behörde und wie er sich juristisch absichern muss, und dann als Ich-Erzähler und (fiktionaler) Berufsanfänger in dieser Institution, die einer Kooperation von Kafka und Monty Python entsprungen zu sein scheint, die nicht nur unter politischen Entscheidungen beinahe kollabiert (großartig: die progressive Mehrwertsteuer und ihre Folgen für die Kassenschlangen im Supermarkt), sondern auch unter den Defiziten ihres Managements (ebenso großartig: die nachträgliche Unterkellerung des Bürogebäudes und ihre Folgen für die Stockwerksnummerierung). Vor allem die Kapitel, in denen DFW selbst das Wort ergreift, machen einen Heidenspaß, selbst mit ihren seitenlangen Schachtelsätzen und ihren ebenfalls seitenlangen, nur bei gutem Licht entzifferbaren und von mir sonst so gehassten Fußnoten und Fußnoten zu Fußnoten, und der gnadenlosen und doch zugleich mitfühlenden Ironie, mit der er uns am ganz normalen Wahnsinn einiger Zahnrädchen in dieser bürokratischen Maschinerie partizipieren lässt.Eine Handlung im üblichen Sinne gibt es nicht, und die gäbe es vermutlich auch nicht, wenn DFW "The Pale King" selber zu Ende geschrieben hätte. Manche Teile stehen in nur losem oder, wie der über den kleinen Kontortionisten, gar keinem Zusammenhang mit dem Rest des "Romans", und doch ist das Ganze ein eindrucksvolles, geschlossenes Panorama des Lebens und Arbeitens im Land der Freien, in dem Satire und Tragödie ständig miteinander wetteifern, ohne dass eine der beiden einen Sieg davonträgt.
The pale king zu bewerten fällt mir schwer. Auf der einen Seite gefällt es mir sogar besser als Infinite Jest: Es ist (etwas) zugänglicher, die Story ist kompakter und sogar noch deutlich origineller. Die Charaktere sind ungemein interessant. Insbesondere bewundere ich Wallace aber dafür, dass er es schafft ein Buch über das Thema Langeweile zu schreiben, dass witzig, treffen und vor allem nicht langweilig ist. Das Thema: Die Arbeit von Steuerfahndern in der amerikanische Steuerbehörde ist dabei ungemein gut gewählt - wird die Arbeit doch als so langweilig beschrieben, dass man spezielle Kurse braucht, um die zu überstehen. Originell, witzig und wie gesagt gut getroffen. Dass Wallace so tut, als wäre die Geschichte echt (und auch wahre Geschichten mit einfließen lässt - und sich sogar selbst auftreteten lässt) ist das Tüpfelchen auf dem "i".Leider ist das Buch aber eben unvollendet und das merkt man auch. Ich schätze (was bei Wallace schwieirg ist), dass etwa 1/3 des Buches fehlt. So hört es praktisch da auf, wo die Story so richtig beginnt und viele lose Enden werden nicht aufgegriffen. Daher muss ich einen Stern abziehen. Schade, aber wer intelligente und originelle Bücher mag, sollte sich davon nicht abschrecken lassen!
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Letzte Aktualisierung: 23.09.2026 14:18 Uhr.