Mit Misstrauen habe ich das erste Werk ("The Hundred Thousand Kingdoms") der Autorin gelesen, mich oft gefragt, warum ihr erstes Werk bei einem Verlag überhaupt angenommen wurde. Oft erfährt man am eigenen Leib, dass das erwartete Folgeexemplar der Lieblingsreihe lahm und langweilig ist, doch der zweite Teil der "Inheritance-Trilogy" schlägt alles, ist besser, spannender und gefühlvoller als der erste Teil. Mit "The Broken Kingdoms" gelang der Autorin erneut ein Must-Read! Fantasy vom Feinsten, angehaucht von Animes, (germanischem) Aberglauben und Religion - das ist "The Broken Kingdoms".Die Handlung schließt an den ersten Band an, man kann das Buch jedoch problemlos lesen, auch wenn man Teil 1 - "The Hundred Thousand Kingdoms" - nicht gelesen hat.Die Hauptperson, Oree, ist wiff, interessant und auf ihre Art und Weise einzigartig. Obgleich Oree blind ist und die Autorin die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, geht nichts von der Spannung verloren. Jemisin schafft es (und das ist ein kleines Wunder!), dass der Leser die Welt durch Orees blinde Augen sieht und die Umwelt dennoch SIEHT! Wie das geht? Oree hat eine besondere Fähigkeit, die ihr erlaubt, Magie in all ihren Formen zu erkennen, aber das war es auch schon; der Rest ist schwarz. Fühle, taste und rieche - Jemisin wagt etwas, das vermutlich kein anderer Autor so wunderbar geschafft hätte. Von Jemisin ist man es gewohnt, dass sie keine glanzvollen Helden schildert, denen vielleicht auch noch alles vor die Füße gelegt wird - Jemisin beschreibt die Armut und die fatalen Fehler der Menschheit. Wieder überzeugt sie mit außergewöhnlichen Charakteren, einmaligen Landschaften und einer Idee, die den Leser verblüffen wird. Wenn man sich zusätzlich in Figuren aus dem ersten Teil verliebt hat, dann kann man sich freuen - einigen wird man wiederbegegnen. Auch ihr einzigartiges Vokabular verknüpft mit ihrem einfachen Schreibstil überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Wenn Sie gerne ein richtiges Abenteuer lesen, in dem es noch um Menschen und ihre Opfer geht, dann sind Sie hier richtig.
Zu Beginn war ich doch etwas irritiert, da ich die Charaktere, die ich im ersten Band kennenlernen durfte, hier doch vermisst habe. Auch wenn es mich anfangs etwas gestört hat, dass es nun um ganz andere Personen geht, fügt sich alles ganz hervorragend.Die Geschichte aus der Sicht einer Blinden zu erzählen ist mal etwas ganz anderes und hat mir wirklich gut gefallen. Die Story ist spannend und abwechslungsreich und zeigt uns was 10 Jahre nach Band eins aus der Welt der Menschen & Götter passiert ist.Wie bei allen Büchern der Autorin ist im besonderen der Schreibstil zu nennen. Wirklich ganz toll und außergewöhnlich.Mir gefällt das Buch sehr gut. Hier kann ich eine klare Empfehlung geben :)
Ich muss gestehen, im Vergleich zu einigen anderen Büchern und vor allen Dingen zu "Die Erbin der Welt", müsste ich "Die Gefährtin des Lichts" nur 3 Sterne geben.Da 3 Sterne allerdings ungerecht wären, gebe ich hiermit 4 Sterne. Ungerecht warum? Weil N.K. Jemisins Sprache einfach herrlich ist, die Geschichte (für mich) einzigartig und ich mich wunderbar in die Heldin einfinden konnte.Okay und nun die lange Fassung :)Oree ist blind. Gleichzeitig sieht sie mehr, als die meisten Sterblichen je sehen können: sie sieht Magie. Trotz der Tatsache, dass Oree blind ist, findet sie sich gut in ihrer Welt zurecht, kann mit ihrem kleinen Laden über die Runden kommen und zeigt somit eine ganz andere Seite Jemisins Welt, die wir davor ja nur aus der Sicht des Adels und der Reichen erlebt hatten. Nicht, dass es Oree nicht in gewisser Weise gleich zu Anfang der von ihr erzählten Geschichte zur Wahl gestanden hätte, zu ihrem (ex) Liebhaber und Godling zurückzukehren, die Chance wurde der Gefährtin des Lichts durchaus eingeräumt, doch sie konntd nie in diesen Genuss kommen. Stattdessen berichtet Oree von ihren Erlebnissen mit Shiny (die deutsche Übersetzung des Namens sagt mir so gar nicht zu), den vielen Fragen die in ihrem Kopf rumschwirrten und wie sie nach und nach erkannte, wer oder besser gesagt was da in ihrem Haus eingezogen war.Und kaum hat sie es herausgefunden beginnt auch schon die weiterführende Handlung. Alte Bekannte tauchen nur wenig im Buch auf, auch wenn sie scheinbar dauernd präsent sind (Yeine und auch Nahadoth haben einige Gastspiele). Der Titel des Buches ist absolut passend gewählt, auch wenn Oree keinesfalls eine vom Licht gesegnete Person ist (das Sehlicht fehlt ihr wie bereits gesagt und ihre Vergangenheit beherbergt ein dunkles Geheimnis). Im Gegensatz zu Yeine (ja, man vergleicht doch ganz automatisch!) ist mir Oree um einiges sympathischer, sie wirkt stärker, gleichzeitig kommen ihre Fehler mehr durch und sie erreicht eine gewisse Intensität, eine Tiefe, wie man sie nur selten bei Charakteren erleben darf. Warum ich also den zweiten Teil der Inheritance Saga schlechter bewerte wie den ersten?Ganz einfach- ACHTUNG SPOILER Band 1 - Yeines zweite Persönlichkeit, das ständige Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das ständige Ansprechen der Leser... genau das war es, was mich damals so gefesselt hatte und es war unmöglich, Yeine ebenso einen Gott einzupflanzen wie eben bei Yeine. Natürlich sprach Oree ebenfalls immer mal "jemanden" (nicht zu verwechseln mit "irgendjemand") im Buch an. Aber eben nicht so.. vollendet wie bei Yeine. Stattdessen jedoch lässt das Ende des 2. Bandes auf einen wunderbaren 3. Teil hoffen...In dem Sinne, es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen, ich werde mir selbst nun auch noch die deutsche Version kaufen und mal schauen, ob mir Jemisin im Orginal besser gefällt als übersetzt.