Ordnungsgemäße Überführung - R M Douglas Taschenbuch
Bildquelle: preigu de

Preisverlauf (90 Tage)

Tiefstpreis: 17,95 € Trend
Stabile Preise
Der Trend beruht auf den letzten 14 Tagen des Preisverlaufs und ist keine Vorhersage. Gezeigt wird je Tag der niedrigste Preis aller bei uns gelisteten Shops — Angebote, die wir nicht erfassen, sind nicht enthalten.
Hinweis: Amazon-Preise sind in der Preisverfolgung bzw. im Preisverlaufsgraphen nicht enthalten. Wir versenden keine Benachrichtigungen zu Produkten über Amazon.
Bücher EAN 9783406665967

Ordnungsgemäße Überführung - R M Douglas Taschenbuch

Hersteller: Beck
4,5/5,0 (2 Bewertungen)
Günstigster Preis
17,95 €
inkl. MwSt.
Verfügbar bei preigu.de Versand: k.A.
Bei 1 Anbieter im Vergleich
Zuletzt aktualisiert: 22.09.2026 18:14 Uhr
Bei preigu.de kaufen — 17,95 € Verfügbar · inkl. MwSt. · Versand k.A.

Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
Beck
EAN
9783406665967
Kategorie
Bücher
Ø Bewertung
4,5 / 5,0 (2 Bewertungen)
Günstigster Preis
17,95 € (preigu.de)
Anbieter im Vergleich
1 Shops

Produktbeschreibung

'Ordnungsgemäße Überführung' | Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg | Douglas

Bewertungen & Erfahrungen

4,5 von 5,0
2 Bewertungen
5 ★ 1
4 ★ 1
3 ★ 0
2 ★ 0
1 ★ 0

Verteilung basiert auf 2 vorliegenden Einzelbewertungen.

Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.

Amazon Kunde 08.08.2023 amazon.de
Super Buch. Stellt die Zusammenhänge sehr gut daran. Viel neues Wissen über die Hintergründe und die daraus erfolgte Umsetzung der Überführung.
Michael Portmann 08.08.2023 amazon.de
Im Jahr 2012 sind mindestens drei Monographien in englischer Sprache erschienen, die im engeren und weiteren Sinne die Vertreibung der „Deutschen“ aus dem östlichen und südöstlichen Europa nach dem Zweiten Weltkrieg überblicksmäßig darstellen. Zu diesem Kreis gesellt sich das 2011 von Mathias Beer vorgelegte Buch über Voraussetzungen, Verlauf und Folgen der Vertreibung. Tatsächlich suchte man bis vor kurzem vergeblich nach einer „modernen, dem aktuellen Stand der Forschung entsprechenden Gesamtdarstellung“ zur Thematik, wie Beer zu Recht konstatierte. In diese Lücke stieß nun auch der renommierte irische Historiker R.M. Douglas vor, der in seinem Werk den Anspruch erhebt, die Vertreibungen „von ihren frühesten Ursprüngen an und in allen betroffenen Ländern“ (S. 16) und „von allen Seiten betrachtet“ (S. 16) nachzuzeichnen und zu bewerten. Einschränkend räumt Douglas ein, dass bestimme Elemente (darunter die Durchführung der Massenvertreibungen, der Archipel von Konzentrations-, Internierungs- und Sammellagern, völkerrechtliche Implikationen, die Mitwirkung der Westalliierten) besonders betont wurden, während andere Teile des Puzzles noch fehlen (S. 16). Obwohl das Buch diese (zu) hohen Ansprüche nicht zur Gänze zu erfüllen vermag, stellt sich die Lektüre als durchaus lohnend heraus.Im Einklang mit zahlreichen anderen Synthesen aus dem angelsächsischen Raum gliedert sich die Monographie in 13 thematische, prägnant bezeichnete Kapitel, die nicht weiter unterteilt sind. Da wohl in erster Linie interessierte Laien sowie Studierende (aus Übersee) angesprochen werden sollen, ist eine derartige Vorgehensweise durchaus plausibel und nur dann wenig praktikabel, wenn länderspezifische Aspekte von besonderem Interesse sind. In der deutschsprachigen Ausgabe des Buches fehlen im Register unerklärlicherweise die Einträge u.a. zu Polen, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien, nicht aber zur Tschechoslowakei. Bei Yale University Press, wo 2012 die englische Version erschien, wurde diesbezüglich wesentlich sorgfältiger gearbeitet als bei C.H.Beck. Somit drängt es sich auf, das Buch in der von Martin Richter ins Deutsche übertragenen Fassung sozusagen „in einem Zug“ durchzulesen. Dies fällt nicht weiter schwer, da Autor (und Übersetzer) weitgehend auf geisteswissenschaftliches Kauderwelsch zu Gunsten von verständlichen und präzisen Formulierungen verzichtet haben. Es ist daher auch lobend hervorzuheben, dass Douglas ein objektives, insgesamt stimmiges und nachdenklich stimmendes Bild von „einer der schlimmsten menschengemachten Katastrophen“ (S. 14) nach 1945 entworfen hat. Neben einschlägigen Dokumenteneditionen, zahlreichen Zeitschriften und relevanter Sekundärliteratur, die allerdings um einige neuere, zentrale Arbeiten hätte ergänzt werden sollen, wertete Douglas u.a. Akten des IKRK, des UNHCR, der UNRRA sowie Dokumente aus deutschen, britischen, US-amerikanischen, tschechischen, polnischen und irischen Archiven aus. Ein solch breites Quellenfundament ist angesichts des Umstandes, dass sich der an der Colgate University in Hamilton lehrende Historiker bisher mit Publikationen zur neueren britischen und irischen Geschichte einen Namen gemacht hat, bemerkenswert. Der Autor verstand es geschickt, die auf zahlreichen Quellen beruhende Dokumentation von Einzelschicksalen in das oft chaotische Netz aus lokaler, regionaler, nationaler bzw. internationaler Politik, wirtschaftlichen Interessen und sozioökonomischen Begehrlichkeiten einzuweben. Die Studie setzt zeitlich in der Zwischenkriegszeit an, mit Schwerpunkt auf die Entwicklungen in der Tschechoslowakei („Der Planer“, S. 20-59). Es folgen zwei weitere Kapitel zur Vorgeschichte („Die Volksdeutschen während des Krieges“, S. 60-89 und „Der Plan“, S. 90-122), bevor Douglas die wichtigsten Aspekte der so genannten wilden Vertreibungen darlegt (S. 123-167). Diese sieben Monate lange Periode war gekennzeichnet durch „einen gewaltigen Ausbruch staatlich geförderter Gewalt“ (S. 167), der wohl Hunderttausende von Todesopfern gefordert haben dürfte. Eine exakte Zahl lässt sich nach wie vor nicht bestimmen. Obwohl Douglas „keine stichhaltige Parallele“ (S. 199) zwischen den von den „Vertreiberstaaten“ nach 1945 unterhaltenen Internierungs- und Konzentrationslager und den deutschen KZ der Kriegszeit ausmachen will, haben Lagerinsassen bisweilen ähnlich schlimme Leiden erfahren. Und selbst als Reaktion auf die Gräueltaten des Hitler-Regimes sind die von ost- und südosteuropäischen Behörden begangenen bzw. nicht verhinderten massiven Menschenrechtsverletzungen nicht zu entschuldigen. Es ist mittlerweile hinlänglich bekannt, dass auch die „organisierten Vertreibungen“ in den Jahren 1946/1947 weder geordnet noch human durchgeführt wurden (bzw. werden konnten). Dies kommt im entsprechenden Kapitel (S. 200-242) mehr als deutlich zum Ausdruck. Viel zu kurze Vorbereitungszeit, mangelnde Logistik- und unfähige Verwaltungsapparate sowohl der Allliierten als auch der betroffenen nationalen Regierungen, Willkür, allgemeines Chaos und Gesetzlosigkeit sowie „ein außergewöhnliches Maß an Kompetenzstreitigkeiten“ (S. 233) verhinderten in aller Regel einen menschenwürdigen Transfer. Das Kapitel über „Die Kinder“ (S. 285-314) ist gleichermaßen beeindruckend wie bedrückend und es spricht für Douglas‘ humanistische Gesinnung, dass er den unschuldigsten und verletzlichsten Teilen einer Gesellschaft breiten Raum eingeräumt hat. Gerade aber an dieser Stelle hätte mit einem konzisen Exkurs über die Nationszugehörigkeit von Kindern die Absurdität, Perversion und Willkür dargelegt werden können, die unweigerlich mit der im Extremfalle immer von außen vorgenommenen Einteilung von Menschen nach ethnischen Kriterien einhergehen. Mit dem Kapitel über den „Wilden Westen“ (S. 315-351) löst der Autor den eingangs formulierten Anspruch ein, beide Seiten der „Medaille“ zu beleuchten. Gemeint sind damit jene Gebiete, die oft zeitgleich zur Flucht und Aussiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung überwiegend von Angehörigen der jeweils „richtigen“ Nation wiederbesiedelt worden sind. Als einmaligen Glücksfall bezeichnet Douglas die tatsächlich überraschend reibungslose und rasche Neuansiedlung, Assimilation und Integration der Vertriebenen in den beiden deutschen Staaten („Der Neubeginn“, S. 372-401). Obwohl die Voraussetzungen hierfür kaum hätten ungünstiger sein können, ist nach seiner Einschätzung das Ausbleiben einer Katastrophe vor allem auf den Fleiß und die Vernunft der meisten Deutschen zurückzuführen (S. 373). Die Ausführungen über juristische bzw. völkerrechtliche Grundlagen von Massenvertreibung- und Aussiedlung („Das Recht“, S. 402-425) bieten zwar keine Antwort auf die entscheidende Frage, ob die Vertreibungen zum Zeitpunkt ihrer Durchführung rechtmäßig waren. Sie sind aber als Aufruf an die Weltgemeinschaft zu verstehen, „ethnische Säuberungen“ unter allen Umständen in der Zukunft zu verbieten. Gleichermaßen wohltuend wie (für das deutsche Publikum vielleicht eher) ungewohnt sind seine engagierten, klaren Positionen und pointierten Schlussbetrachtungen (S. 447-460): Kaum einer der damaligen handelnden Akteure wird verschont, wenn es um die Bewertung von Mitverantwortung und Schuld am Flucht- und Vertreibungsprozess und den damit verbundenen Leiden geht. Dazu gehören die Alliierten ebenso wie (bürgerliche) ost- und südosteuropäische Exilpolitiker (allen voran aber Edvard Beneš), die national-kommunistisch geprägten Regierungen in Polen, der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien und Ungarn ebenso wie die von ihnen auf regionaler und lokaler Ebene kontrollierten (aber nicht immer unter Kontrolle gehaltenen) Sicherheitsorgane und Nationalausschüsse. Das Buch wurde zweifellos mit viel Empathie für die Vertriebenen, die sich mehrheitlich keines Verbrechens schuldig gemacht haben, geschrieben. Dennoch attestiert er auch der „Vertriebenengeneration“ ein Mangel an Vorstellungskraft und Einfühlungsvermögen, deren Angehörige oft nicht merkten, welche Ressentiments ihre zur Kriegs- und Besatzungszeit angetragenen Privilegien bei den Unterdrückten erzeugten (S. 89). Als wichtigste Lehre aus dieser humanitären Verirrung lehnt Douglas vollkommen zu Recht Völkerverschiebungen als Mittel internationaler Politik entschieden ab: „Wenn diese Operationen sich nicht in Umständen ausführen lassen, in denen Brutalität, Ungerechtigkeit und sinnloses Leiden unvermeidlich sind, lassen sie sich gar nicht ausführen.“ (S. 460) Ein ähnlich klares Verdikt hatte notabene das Direktorat für Kriegsgefangene und Displaced Persons des Alliierten Kontrollrates bereits Ende 1947 gefällt.An welchen Stellen bietet das Buch Anlass zu Kritik? Bei größeren Synthesen wie der hier zu besprechenden lassen sich kleinere Fehler, Widersprüchlichkeiten und Ungenauigkeiten kaum vermeiden. Soweit ich dies zu überblicken vermag, dürften die Größenordnungen von Douglas‘ Zahlenangaben stimmen, auch wenn sie nicht immer den neuesten Forschungsstand widerspiegeln. An einigen wenigen Stellen hätten die Formulierungen etwas präziser ausfallen können, um dem interpretatorischen Spielraum für den Leser möglichst gering zu halten. Die Zitation ist nicht immer so genau, wie dies wohl manch ein Fachexperte erwarten würde. Zumindest in der deutschsprachigen Übersetzung wurden bei sensiblen ethnischen Termini und Wendungen des Öfteren mal die relativierenden Anführungszeichen vergessen (so bei ethnischen „Säuberungen“, „echte“ und „falsche“ Deutsche, „wahre“ Zugehörigkeit). Zudem fehlen bei einigen südslawischen Personennamen die diakritischen Zeichen und auf der Karte Seite 180 ist die Schreibung der Ortsangaben weder einheitlich noch durchgängig korrekt. Die sehr starke Konzentration auf Polen und die Tschechoslowakei ist angesichts der Tatsache, dass aus diesen beiden Ländern mit Abstand am meisten „Deutsche“ vertrieben bzw. zur Flucht gezwungen wurden, legitim. Gemeinsam mit Ungarn stand ihnen im Gegensatz zu Rumänien und Jugoslawien bekanntermaßen das international sanktionierte „Recht“ zu, sich „ihrer“ deutschsprachigen Bevölkerung zu entledigen. Dennoch wäre in einer erweiterten Neuauflage wünschenswert, den südosteuropäischen Raum etwas stärker zu berücksichtigen. Nicht zuletzt müsste in einer Gesamtdarstellung wie der hier vorliegenden auch die Problematik der so genannten Spätaussiedler – jene „Volksdeutsche“, die nach 1950 nach Deutschland eingewandert sind bzw. nach wie vor einwandern – angesprochen werden.Der Mut zur Synthese (und damit auch der Mut zur Lücke), der ganz offensichtlich in der angelsächsischen Wissenschaftslandschaft stärker ausgeprägt ist als deutschsprachigen Raum, erweist sich im Falle von Douglas‘ Monographie eindeutig als Gewinn. Sowohl bei Experten wie auch bei fachfremden Zeitgenossen dürfte die Lektüre starke Emotionen hervorrufen und einprägsame Bilder hinterlassen. Neben der allgemein verständlichen Vermittlung von fundierten Forschungsergebnissen und dem damit einhergehenden, stetigen In-Frage-stellen von bestehendem Wissen sollte eine zeitgemäße Geistes- und Geschichtswissenschaft in der Lage sein, möglichst viele Menschen zu berühren und von der gesellschaftlichen Notwendigkeit ihres Wirkens zu überzeugen. R.M. Douglas ist dies hervorragend gelungen.
Preisvergleich
1 Angebot gefunden

* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben. Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet. testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Letzte Aktualisierung: 22.09.2026 18:14 Uhr.

Weitere Produkte von Beck
Alle Produkte →
Weitere Produkte in „Bücher“
Alle in Kategorie →