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Deutschboden | Eine teilnehmende Beobachtung | Moritz von Uslar | Buch | 379 S. | Deutsch | 2010
Bewertungen & Erfahrungen
4,3 von 5,0
7 Bewertungen
5 ★3
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 7 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion01.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wunderbare Reise in die deutsche Region und sehr unterhaltsam. Moritz von Uslar nimmt uns perfekt mit in eine charmante Kleinstadt im Osten Deutschlands.
Redaktion01.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Interessant!
Redaktion14.06.2025
testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch schon ein paar Mal für andere Leute geschenkt. Die Papierqualität wirkt solide und das Buch hält die Hand gut. Beim Lesen fiel mir auf, dass die Darstellung gut zu verstehen war. Es ist eine ordentliche Aufmachung für eine Beobachtung.
Redaktion24.11.2024
testmonster.de · Redaktion
Das Material ist groß gedruckt, was für mich gut ist. Die Papierqualität wirkt solide und die Bindung hält die Blätter zusammen. Die Lesbarkeit der Schrift ist ausreichend, um den Text zu erfassen. Die Aufmachung ist funktional für den Unterrichtsgebrauch.
Letztes Jahr fuhr ich mit einem guten Freund seit Urzeiten mal wieder raus, aufs platte Land vor Berlin. Wir wollten uns ein ehemaliges Kasernengelände der Sowjetarmee anschauen, verirrten uns zwischen Ameisenhügeln, aßen unsere mitgebrachte Stullen zwischen bröckelndem Mauerwerk und verwilderter Natur und hatten am Nachmittag vor lauter großartiger Herummarschiererei in der riesigen, öden, von rostigen Baggern, Fäulnis und Termiten bedrohten Vergangenheit trotzdem so viel Hunger, dass wir beschlossen, ein echtes Abenteuer zu wagen: nämlich irgendwo da, im Brandenburgischen einzukehren, ohne Plan, mit der Naivität typischer Westjungs. Wir folgten spontan einem Straßenschild mit der Aufschrift „Landgasthof“, das uns irgendwie immer weiter in den Wald führte. Die Straßen waren bald so schlecht, dass wir nur noch Tempo 10 fahren konnten. Eine halbe Stunde lang Tempo 10. Mit knurrenden Mägen und der (wie sich später herausstellte) vollkommen unberechtigten Hoffnung auf ein deftiges Ostgericht. Dort, auf dieser wüsten Kopfsteinpflasterstraße stand auf einmal ein Schild mit der Aufschrift „Deutschboden 1KM“. Mein Kumpel freute sich wie Bolle über dieses Schild, denn er war immer der Meinung gewesen, das dieser Ort eine geile Erfindung von Moritz von Uslar sei. Toll, sagt er zu mir immer wieder: dieses Deutschboden gibt es wirklich, Wahnsinn. Wir bogen aber nicht dorthin ab. Wir fanden auch keinen Landgasthof. Wir verschlangen stattdessen eine Rostbratwurst mit Bier im ElDorado, einer Westernstadt mit angeschlossener Mini-Quad-Bahn und einem angeblich echten Plattfuß Indianer, der uns ein paar Worte in seiner Muttersprache beibrachte. Zurück, vollkommen erschöpft und verwirrt, beschloss ich dieses Buch von Uslar zu lesen, auch wenn ich seine Art Interviews mit Prominenten zu führen und immer irgendwie SAUCOOL drauf sein zu müssen vollkommen UEBER hatte. Nun, über ein Jahr danach, habe ich es endlich getan. Was soll ich sagen. Es ist eine der besten Entscheidungen gewesen, die ich seit langem getroffen habe. Dieses Buch, das Moritz kluger Weise im Beisatz eine „teilnehmende Beobachtung“ nennt, ist eine so gut gemachte, lustige, traurige, verdammt schöne und vielleicht auch irgendwie manchmal erfundene Reportage, ein geniales Stück OST-GONZO. Es sollte Pflichtlektüre an allen Schulen Deutschlands werden, soviel Lehrreiches (aber nicht Lehrhaftes) und so viel Wahrhaftiges und Zartheit ist darin, dass man von Uslar am Ende drücken und ihm den Hut geraderücken und mit nach Schröders rübergehen möchte. Ein Molle trinken. Mit Blocki, Raoul, Rampa und den anderen, die Deutschboden so lieben, ohne es jemals besucht zu haben. Scheinwerferaus. Faustballen. LESEN.
... wenn man sich als Großstädter in die Provinz begiebt? Erwartet man in jedem Kramladen einen magischen Moment, betrachtet man die Menschen wie Tiere im Zoo, macht man aus Alltäglichem etwas künstlich-stilisiert Besonderes? Moritz von Uslar kann sich zu Beginn seiner Reise nicht von einer gewissen Herablassung freisprechen. Er nennt sich den Reporter mit Hut, wenn er von sich selbst in der dritten Person spricht. Und ja, zunächst erscheinen dem Leser die Charaktere, die er trifft, klischee-haft, wie bewusst gewählte Versuchskaninchen in einem biergeschwängerten Kneipen-Forschungslabor. Doch dann geht es uns wie dem Autor. Man lernt die Bewohner besser kennen, verbrüdert sich mit ihnen, mag sie, lacht nicht über, sondern mit ihnen. Und wenn der Autor mit den Kids an der Tanke abhängt, hätte man auch als herablassender Hauptstädter nichts dagegen, mal eine Runde mit abzuhängen, denn jetzt ist man mitten drin in einem Deutschland abseits der Großstädte. Man erlebt die Schwäche der Struktur, das Versagen, das Nicht-Abgeholtsein am eigenen Leibe. Das ist der große Verdienst dieser Reportage, die bewusst kein Roman sein will. Und ganz langsam kommt man auch dahinter, was sich wirklich verbirgt hinter den immer wiederkehrenden großen 2 Ostthemen: Nazis und Arbeitslosigkeit.Moritz von Uslar schafft es, uns die Angst vor der Begegnung zu nehmen - und am Ende seiner Reportage möchte man eigentlich mal schauen, wie‘s den Bewohnern heute so geht - aber dafür gibt es ja „Nochmal Deutschboden“.
Nach dem Vorabdruck im ZEIT Magazin MUSSTE ich das Buch sofort kaufen.Einerseits - ein wirklich interessantes Projekt. So etwas war lange überfällig. Wer macht das schon? Interessante Beobachtungen. Die Sprache interessant, einfühlsam und direkt, wie man es von Moritz von Uslar kennt.Anf der anderen Seite - er ist in Brandenburg, dem preußischen Kernland, dem ersten sozialen und humanitären Staat in Europa. Da wünscht man sich auch ein paar positive Vorurteile und die Frage, warum der modernste Rechtsstaat seiner Zeit nicht mehr ist.Und schließlich - ja, es ist eine Beobachtung. Aber etwas mehr (Rahmen)Handlung, Geschichte, Fazit, wie auch immer verpackt, hätten gut getan.Dennoch: ich habe das Buch mit großem Gewinn und Freude gelesen.
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Letzte Aktualisierung: 25.09.2026 10:12 Uhr.