5,0 von 5 Sternen unbedingt lesenswertAmazon. Bruno P. Kremer: Geniale PflanzenDer Titel “Geniale Pflanzen“ wirkt zunächst als Provokation, da den Pflanzen ein menschliches Gehirn, die Voraussetzung für Genialität, bekanntlich fehlt. Bei näherer Betrachtung und beim Lesen dieses Buches wird aber schnell deutlich, dass die sogenannte „Künstliche Intelligenz“ von Rechnern, etwa von Schachcomputern, im Grunde aber auch keine andere Kreativität und andersartigen Einfallsreichtum aufweist als „geniale Pflanzen“.Liest man das Buch, wird sofort klar, was gemeint ist. Die geniale Ordnung des Lebens, das nach einem genetischen Bauplan sinnvoll Gestaltete und sinnvoll Funktionierende in der Natur wird hier nicht an Menschen oder Tieren, sondern – und das ist bemerkenswert – äußerst eindrucksvoll an nicht selten unterschätzten Pflanzen aufgezeigt.Das vorliegende und sehr ansprechend illustrierte Buch zeigt zunächst überzeugend an zahlreichen Beispielen großartige und begeisternde, ja tolle, noch immer nicht völlig erforschte und verstandene und deshalb mit Recht wunderbare und zum Teil rätselhafte Beobachtungen und Entdeckungen von höchst interessanten Struktur-Funktionsbeziehungen.Der Autor weiß geschickt, das längst Bekannte, und dennoch nicht langweilige, botanische Wissen mit neuen und überraschenden Aspekten und Entdeckungen zu verknüpfen, die im Grunde sogar jeder aufmerksame und interessierte Beobachter machen kann. Es ist ihm sehr gut gelungen, beides, das Bekannte und das Neue, in begeisternder Weise in zahlreichen Einzelbeispielen nicht nur einfach als Tatsache darzustellen, sondern, soweit möglich, auch im Zusammenhang zu erklären. Der Leser ist fasziniert und überwältigt, wie ihn die Lektüre des Buches, durch die paradiesische Schönheit und zugleich durch die beeindruckend sinnvolle Natur einer durchaus genial anmutenden Welt der Pflanzen führt.