Konfliktfähigkeit statt Streitlust oder Konfliktscheu: Die Chance, zu sich selbst und zueinander zu finden (Geisteswissenschaftliche Vorträge)
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EAN 9783723516362

Konfliktfähigkeit statt Streitlust oder Konfliktscheu: Die Chance, zu sich selbst und zueinander zu finden (Geisteswissenschaftliche Vorträge)

Hersteller: Verlag Am Goetheanum  ·  MPN: 1074525
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Konfliktfähigkeit statt Streitlust oder Konfliktscheu | Friedrich Glasl | Taschenbuch | 172 S.

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sociologist 23.05.2024 amazon.de
Auf der Seite des Verlags Freies Geistesleben, einem anthroposophischen Verlagshaus, kann man lesen, dass Friedrich Glasls Bücher über Konfliktmanagement und Organisationsentwicklung „Standardwerke“ seien. Nach der Lektüre seines Buches über Konfliktfähigkeit, das im ebenfalls anthroposophischen „Verlag am Goetheanum“ erschienen ist, glaube ich, dass dies allenfalls unter den Anhängern der Anthroposophie der Fall sein kann. Schon die vielfältigen Verweise des Autors auf eigene Publikationen oder Lehrvideos deuten hier auf ein selbstreferentielles System hin.Der 162 Seiten dünne Band enthält Befunde zu Konflikten, die plausibel sind und denen man zustimmen kann. So beschreibt Glasl einen eskalierenden Konflikt als „dämonisierte Zone“, in der die Konfliktparteien sich in einem „Wie du mir so ich dir“-Wettstreit Schaden zufügen und dabei verbrannte Erde hinterlassen. Der Autor meint, dass man mithilfe von Arbeit an der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit (nicht nur selektiv Negatives wahrnehmen, sondern auch Positives) und am eigenen Gefühlsleben (nicht überempfindlich sein) gute Voraussetzungen für Konfliktfähigkeit schafft. Auch wird eine Mediation beispielhaft in prinzipiell nachvollziehbaren Schritten erläutert. Wobei es darin im Wesentlichen darum geht, dass jede Seite Ihre Wahrnehmung der Situation ohne Unterbrechung schildert, bevor die andere Seite ihre eigenen Intentionen und unbeabsichtigten Wirkungen in dieser Situation darlegt. Solche Vorgehensweisen sind allerdings aus systemischen oder personzentrierten Beratungsansätze bekannt. Auch Glasls Unterscheidung zwischen heißen und kalten Konflikten, solchen also, die laut und kämpferisch und solchen die passiv aggressiv ausgetragen werden, macht Sinn.Spätestens bei der offenbar vom Autor selbst so benannten „Metanoischen Mediation“ beginnt jedoch die Sache unverständlich zu werden. Glasl hat generell eine starke Vorliebe für Schemata und Stufenprozesse – bei denen sich auch der Nichtmediator fragt, ob menschliche Kommunikation, besonders wenn sie konflikthaft ist, tatsächlich so schematisch abläuft. Hier sind es vier „Wendepunkte“, die im Laufe der Mediation durchlaufen werden sollen. So ist zu lesen, dass „durch die empathischen Zuwendungen auf der emotionalen Ebene die erforderlichen Voraussetzungen für Intentionale Wendeerlebnisse geschaffen werden und es dabei auch wiederholt zu weiteren Vertiefungen der Emotionalen Wendeerlebnisse kommen kann“. Bei so vielen Wendeerlebnissen fragt man sich, ob hier mehr ein Erleuchtungsprozess als eine Mediation beschrieben wird.Ärgerlich sind auch die Verwendung von Sonderbegriffen der anthroposophischen Lehre und ständigen Zitate von Rudolf Steiner, der diese Lehre Anfang des 20. Jahrhunderts begründet hat. Selbst Plastiken von Steiner sind in dem Buch abgebildet. Bei den Referenzen zu Luzifer und Ahriman verlässt das Buch das Gebiet der Kommunikationswissenschaft und bekommt einen esoterischen Anklang.
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