Nach den voluminösen Büchern “Batman Anthologie“, “Joker Anthologie“, “Harley Quinn Anthologie“ und “Flash Anthologie“ folgt ein Sammelband über die wichtigste Frau im DC-Universum.Der Psychologe William Moulton Marston erfand nicht nur Wonder Woman, sondern auch den Lügendetektor. Daher trägt seine Heldin mit mythologischen Background auch ein Lasso, das alle zwingt die Wahrheit zu sagen. Moulton, der in trauter Lebensgemeinschaft mit Ehefrau und Geliebter, sowie deren Kindern lebte, nannte die Amazone zunächst “Suprema, the Wonder Woman“. Als Wonder Woman hatte sie Ende 1941 schließlich ihren ersten Auftritt im Heft “All Star Comics“ # 8. Darin rettete sie den jungen Flieger Steve Trevor, der sie weg von ihrer nur von Frauen bevölkerten Paradiesinsel (die später “Themyscira“ genannt werden sollte) mitten hinein in die Wirren des Zweiten Weltkrieges bringen sollte. Ab 1944 kämpfte Wonder Woman beim Verlag DC auch immer wieder an der Seite von Superman und Batman.Die “Wonder Woman Anthologie“ enthält leider nicht die erste Geschichte mit der Amazone, sondern beginnt mit der bereits etwas präziseren Origin aus dem ersten eigenen Comic-Heft der Heldin. Anfangs setzte der seinerzeit bereits über 60 Jahre alte Zeichner Harry G. Peter die Geschichten von Moulton Marston um. Auch wenn die Stories wohl halbwegs ernst gemeint waren, so wirken die Bilder eher etwas cartoonig. Das wird unterstrichen, durch die für etwas Humor sorgende recht füllige Etta Candy, die auch mit ihrer Abhängigkeit von Süßwaren für Humor sorgt.Nachdem Moulton Marston und Peters verstorben waren, lebte Wonder Woman weiter. Der Zeichner Ross Andru ließ sie in den 50er Jahren auf eine realistischere Art attraktiv wirken. Für einen großen Popularitäts-Schwung sorgte ab 1975 eine TV-Serie. Im Gegensatz zu Adam Wests Fernsehauftritten als Batman, nahm die Wonder-Woman-Serie ihre Hauptfigur halbwegs ernst. Das lag sicher auch an der Idealbesetzung mit Lynda Carter, der das Kunststück gelang im knappen Kostüm nicht nur attraktiv sondern auch würdevoll zu wirken. Carter hat ein Vorwort zur “Wonder Woman Anthologie“ verfasst.Garniert mit vielen informative Texten enthält das Buch 18 abgeschlossene Comic-Geschichten, die zwischen 1942 und 2015 entstanden sind. Für jeden Freund von Superhelden-Comics dürfte etwas dabei sein. Zu, meinen persönlichen Favoriten gehört eine 6-seitige Short Story, die der leider bereits verstorbene Darwyn Cooke (“Before Watchmen – Minute Men“) geschrieben und der Zeichner J. Bone, angelehnt an dessen locker-lustigen Stil, in Szene gesetzt hat. “Die Mutter der Bewegung“ ist ein Epilog zu Cookes auch verfilmten Meisterwerk “The New Frontiers“ (deutsch als "Neue Horizonte" bei Panini erschienen) und lässt die emanzipierte Wonder Woman in einem Playboy-Club handgreiflich werden.Ein weiteres Highlight ist die Geschichte Die Mission, in der es Greg Rucka, genau wie in Gotham Central, gelingt überraschend viel Realismus ins Superhelden-Genre zu bringen. Geschildert wird der erste Arbeitstag eines jungen Elite-Universitäts-Absolventen in der Botschaft von Themyscira. Diese dient Wonder Woman als Basis dazu, um nicht nur mit Superkräften, sondern auch durch (weibliche) Diplomatie für eine gerechtere Welt zu kämpfen.Der Reihe mit DC-Anthologien ist ein langes Leben zu wünschen, denn es gibt noch sehr viele Superhelden, die es verdient haben, auf eine so schöne und informative Art gewürdigt zu werden.
Die sogenannten Anthologien welche von DC / Panini in losen Abständen veröffentlicht werden sind immer eine sehr gute Basis um sich mit den wichtigsten Superhelden und auch Schurken aus der DC Welt zu vertraut zu machen, oder eben um sein Wissen über den jeweiligen Charakter zu vertiefen.Die neueste Anthologie hat DC / Panini Wonder Woman gewidmet. Was nicht verwunderlich ist, steht doch bald der erste Stand-Alone Film in Kino an. Im Hardcover und auf etwas über 400 Seiten hat man hier einige Stories der Amazone zusammengestellt. Diese Stories fangen mit der ersten Geschichte von Wonder Woman und schließen mit einer Story aus 2015 ab.Neben den Comics liefert die Anthologie aber auch immer noch Hintergrundinformation zum Charakter.Die Wonder Woman Anthologie enthält ein ausführliches Vorwort von Lynda Carter. Frau Carter ist die Schauspielerin, welche Wonder Woman in der 70er Jahre Fernsehserie gespielt hat. Des Weiteren gibt es Kapitel welche in die generelle Geschichte der Amazone einführen, sowie über William Moulton Marston, den Schöpfer von Wonder Woman aka Diana Prince, informieren. Liest man sich durch den Band, dann erfährt man auch, warum Wonder Woman zum Beispiel mit einem Lasso ausgestattet ist, welches aus einem Gefangenen die Wahrheit rausholt. Dies hängt eng mit der Biographie ihres Schöpfers zusammen.Auch den Feinden der Kriegerin wird ein kurzer Artikel gewidmet. Auch wichtige Personen in Dunstkreis von Wonder Woman werden näher beleuchtet. Dies sind unter anderem Donna Troy, Hippolyta und Artemis.Den Werdegang von Wonder Woman über die Comics zu verfolgen ist sehr interessant. Dem damaligen Zeitgeist geschuldet, zeigen die Geschichten aus den 1940er Jahre eine Wonder Woman, welche eher süß als kämpferisch wirkt. Arbeitet man sich chronologisch durch die Stories, so wird Wonder Woman immer selbstbewusster und kriegerischer.Bei den Anthologien gefällt mir auch immer, dass man den Stil der Zeichnungen und ihre Veränderung über die Jahrzehnte gut nachvollziehen kann.Wer sich ein wenig mit Wonder Woman beschäftigen möchte, oder vielleicht sich auch nur ein wenig Hintergrundwissen über diesen Charakter aneignen will, der findet hier sehr gutes Material in einem schönen Hardcover-Einband!