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Ein informatives kurzweiliges Buch über unsere tierischen Nachbarn...Ob Specht in der Fassade, oder Vögel ihre Nester mit Zigaretten Stummeln vor Parasiten schützen oder die imaginäre Karte die Eichhörnchen von ihrem Wintervorrat anlegen und noch vieles mehr. Wissen das man in Gespräche oder Vorträge/Referate einfließen lassen kann...tolles Buch.
Wenn man Tiere und ihre staunenswerten Verhaltensweisen kennenlernen will, braucht man nicht unbedingt in ferne Länder zu reisen. Man muss sich nicht einmal eine aufwändig produzierte Tier-Doku im Fernsehen ansehen. Die Autoren dieses Buchs nehmen uns mit auf eine Entdeckungsreise durch unsere Gärten und Parks und zeigen uns, welche Wildtiere sich heutzutage im städtischen Ballungsraum tummeln. Es ist ebenso faszinierend wie verblüffend zu sehen, wie sich die einzelnen Arten an den urbanen Lebensraum angepasst haben.Wenn sich ein Steinmarder in den Kopf gesetzt hat, im Dachgeschoss eines Hauses einzuziehen, hält ihn die stärkste Dämmung nicht auf. Der „Dachschaden“ ist vorprogrammiert. Hat er sich den Motorraum eines Autos als kuschelig warmes Versteck ausgeguckt, haben wir Menschen ebenfalls verloren. Und wehe, wir fahren mit „seinem“ PKW weg und bringen diesen mit fremden Gerüchen behaftet wieder in sein Revier. Dann ist aber was los!Polstern Stadtvögel ihre Nester eigentlich aus Gründen der Flauschigkeit mit zerrupften Zigarettenfiltern aus oder haben sie gelernt, dass die Nikotinreste darin Parasiten fernhalten? – Wer hätte gedacht, dass Dachse regelrecht „zur Arbeit“ in die Stadt hineinpendeln? Nachts räumen sie dort die Mülleimer aus und suchen darin nach Futter, und „nach Feierabend“ geht’s wieder zurück in den Dachsbau irgendwo im Grünen.Was läuft bei Schwänen schief, die Tretboote statt Artgenossen anbalzen? Warum zerhämmern Spechte mit Begeisterung Fassadendämmungen, obwohl sie dort doch gar nichts Fressbares finden? Wieso stellen LED-Lampen für Zwergfledermäuse ein Problem dar? Und wie kommt der Wanderfalke auf die Idee, ausgerechnet in Kirchtürmen zu brüten? Was ist das Geheimnis der Langlebigkeit der Siebenschläfer? Immerhin wird er dreimal so alt wie andere Nager.Was hatte es mit der mysteriösen „Hamburger Krötenexplosion“ von 2005 auf sich? Warum lösen Igel immer wieder Polizeieinsätze aus? Wieso wackeln Tauben beim Gehen mit dem Kopf? Wie finden Stadtvögel überhaupt noch ein*en Partner*in, wenn ihre Balzgesänge ständig vom Verkehrslärm übertönt werden? Sie wissen sich zu helfen …Erkennen sich Elstern im Spiegel und klauen sie wirklich glitzernde Gegenstände? Wie nimmt man einem frei lebenden Wildvogel für eine Untersuchung Blut ab? In Wien ist man da auf eine ganz erstaunliche Lösung gekommen. Haben Eichhörnchen beim Verstecken ihrer Wintervorräte eigentlich ein System? Und warum ist es so schwer, eine Stubenfliege zu fangen?Dass Otter sich nicht unter Brücken durchzuschwimmen trauen und lieber über eine stark befahrene Straße rennen, war mir neu. Eine lebensgefährliche Phobie, will mir scheinen. – Füchse im Garten hatte ich auch schon. Kulturfolger, eben. Ganz schön clever, die Kerlchen! In München hat man schon beobachtet, dass sie die Funktion der Fußgängerampeln begriffen haben und erst bei Grün über die Straße gehen.Ich bin keine große Vogel-Expertin und war über die Talente der Stare einigermaßen überrascht. Über Wildschweine habe ich schon einiges gelesen und geschrieben und weiß, wie sehr selbst einzelne Tiere einen Garten oder einen Park „versauen“ können. Da helfen nicht mal Zäune. „Eine Durchschnittssau kann ihren Körper mit einem Sprung über mehr als einen Meter hohe Zäune wuchten, diese einfach umschmeißen oder sich unter ihnen durchgraben.“ (Seite 237)Von der Vermehrung der Blattläuse bis zur medizinischen Verwendung von Wegschnecken gibt’s hier sehr viel Interessantes und Skurriles zu entdecken. Christian Koch und Axel Krohn servieren uns die sorgsam recherchierten Informationshäppchen auf unterhaltsame Weise und mit aussagekräftigem Bildmaterial illustriert. Und sie stellen die berechtigte Frage, ob es irgendwann Tierarten geben wird, die nur noch in Städten existieren können, weil sie sich an ihre ökologische Nische so gut angepasst haben, dass sie mit einem Leben auf dem Land gar nichts mehr anfangen können. Durchaus möglich!Mit Büchern aus dem Riva-Verlag verbindet man ja überwiegend Unterhaltung ohne tierisch viel Tiefgang. UNSERE UNBEKANNTEN NACHBARN ist amüsant und humorvoll geschrieben, aber durchaus ernst gemeint – und überaus informativ.
‚In unseren Städten ist tierisch was los - wobei wir Menschen oftmals nicht die leiseste Ahnung haben, welche Tiere sich in unserer unmittelbaren Umgebung tummeln.‘ (Seite 9)Christian Koch und Axel Krohn erzählen in ‚Unsere unbekannten Nachbarn‘ von den Tieren, die sich in urbanen Lebensräumen angesiedelt haben. Vertreten sind Säugetiere (z.B. Steinmarder, Dachs, Maulwurf, Igel, Biber, Waschbär, Fuchs, Wildschwein, Feldhamster), Vögel (z.B. Buntspecht, Wanderfalke, Graureiher, Elster, Star), Reptilien (Ringelnatter), Amphibien (Erdkröte) und Fische (Wels) sowie Insekten (z.B. Wespe, Gottesanbeterin, Blattlaus) und Weichtiere (Spanische Wegschnecke).Ich habe letztens ‚Großstadt Wildnis‘ gelesen, das ein sehr ähnliches Thema behandelt und ein ganz wunderbares Buch ist. ‚Unsere unbekannten Nachbarn‘ beinhaltet noch mehr Tierarten und hat mir auch ausgezeichnet gefallen.Die Fotografien im Buch sind insgesamt sehr gelungen, bisweilen aber etwas dunkel geraten. Sie sind nicht nur informativ und bilden die behandelten Arten gut ab, sondern zeigen die Tiere auch in ungewöhnlichen Situationen, aus spannenden Perspektiven, setzen sie perfekt in Szene, sind dadurch oft drollig, amüsant und kurios.Die Texte sind sehr humorvoll und bieten zahlreiche Informationen zu Tieren und ihrem Verhalten, die man so noch nirgends gelesen hat und die einen beim Lesen immer wieder zum Staunen bringen.Von Koch und Krohn erfährt man somit viel Wissenswertes über unsere tierischen Mitbewohner, liest von schaurigen, bizarren und amüsanten Details und geht beim nächsten Stadtspaziergang vielleicht etwas aufmerksamer durch die Straßen, weil man nun weiß, wer alles unter uns lebt.
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Letzte Aktualisierung: 24.09.2026 10:14 Uhr.