Der Hof in den Bergen: Eine Kindheit und Jugend nach 1945
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EAN 9783864082900

Der Hof in den Bergen: Eine Kindheit und Jugend nach 1945

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Produktbeschreibung

Der Hof in den Bergen | Eine Kindheit und Jugend nach 1945 | Wolfgang Hardtwig | Buch | 300 S.

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 06.08.2026 testmonster.de · Redaktion
Tolle Erinnerung
ISK 03.05.2024 amazon.de
Der Historiker Wolfgang Hardtwig (geb. 1944) promovierte 1971, habilitierte sich 1982, wurde 1985 Lehrstuhlinhaber in Nürnberg-Erlangen und erhielt 1991 einen Ruf an das neugegründete Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Da ich in dieser Kommission saß, die das Institut unter Leitung von Gerhard A. Ritter (1929-2015), Winfried Schulze (geb. 1942) und Otto Gerhard Oexle (1939-2016) neuaufbaute, lernte ich so auch Hardtwig kennen. Über diese Kommission, für mich ein wesentlicher Lernpunkt auf meinem individuellen Weg von der Diktatur in die freiheitliche Gesellschaft sowie hin zu einem Historiker, gäbe es viel zu berichten und zu erzählen. Ich staunte so manchmal, aber vor allem lernte ich viele etablierte Historiker (kaum Frauen) kennen. Von Hardtwig hatte ich im Gegensatz zu anderen Neuberufenen zuvor noch nie gehört. Er hat breit gearbeitet zu struktur-, sozial-, mentalitäts- und kulturgeschichtlichen Fragen des 16. bis 20. Jahrhunderts. Auch wenn er in einem seiner Bücher im Untertitel fragt, wie unterhaltsam Vergangenheit sein darf - das ist nicht sein Markenzeichen, unterhaltsam sein zu wollen. Hardtwig ist ein Prototyp des ernsthaften, auf hohem intellektuellem Niveau argumentierenden und erklärenden, nicht unbedingt erzählenden und schon gar nicht auf vordergründig unterhaltsame Effekte abzielenden Historikers. Er wagte auch nie den Schritt zu einem public intellectual. Sehr hochangesehen in der Historischen Zunft ist er einer breiteren Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Das ist sehr schade, denn Wolfgang Hardtwig hat wirklich viel zu bieten und bietet immer wieder überraschende Einsichten. Er setzt auf Erkenntnisse, ihm geht es nicht um die Aneinanderreihung neuer Kenntnisse, deren Sinnhaftigkeit andere zu ergründen haben. Aus all diesen Gründen war nicht zu erwarten, was deutsche Historiker sehr gern tun: Ihr eigenes Leben überhöhen und ihr Schaffen mit einer Autobiographie selbst zu krönen. Und doch legte ausgerechnet Hardtwig eine Autobiographie vor - und ich will hinzufügen: Und was für eine! Im Vergangenheitsverlag Berlin legte er außerordentlich spannende, überraschende und wirklich Augen öffnende Memoiren vor. Geboren im oberbayerischen, dem berühmten Reit im Winkl berichtet Hardtwig von seiner Familie, seiner Kindheit. Er entreißt das dörflichen Leben, den dörflichen Alltag exemplarisch dem Vergessen. Da seine Familie dort etwas abseits von Reit im Winkl einen Hof hatte, der kurz vor seiner Geburt erworben und nach dem Tod des Vaters in den 70er Jahren wieder verkauft wurde, blieben die Hardtwigs Beobachter. Das macht sich Wolfgang zu Nutze und beschreibt mit einer gewissen liebevollen Distanz das Dorf und die ländliche Gesellschaft, aber auch die Familie, die als Intellektuelle, als Akademiker in der Stadtgesellschaft Münchens verwurzelt blieben und die mit Eduard Hamm, dem Vater von Hardtwigs Mutter, einen sehr bekannten Politiker der Weimarer Republik aufwies, der als NS-Widerständler 1944 wohl hingerichtet worden wäre, er nahm sich in der Haft das Leben (über ihn schrieb Hardtwig 2018 eine Biographie). Diese Autobiographie ist auch deshalb so gut, so wichtig, so unterhaltsam (obwohl der Schreibstil eher spröde und trocken daherkommt), weil der Autor alles wichtig nimmt, nur sich selbst nicht. Das Dorf ist hier der Held, der Vater, der Großvater, die Mutter, der schlagende Pfarrer, der prügelnde Lehrer - also, wer wissen will, wie sich die 50er, 60er Jahre in Oberbayern heute im Rückblick eines Dabeigewesenen darstellen, wird hier bestens bedient. Es wäre dem Buch zu wünschen, nicht nur in Reit in Winkl und in Oberbayern breit gelesen zu werden. Es bietet so viel Diskussions- und Anregungsstoff. Danke! (Bei einer zweiten Auflage sollte "russisch" durch "sowjetisch" ersetzt werden; interessant übrigens, dass in dem Band beim späteren HU-Professor die deutsche Teilung oder die DDR oder die Mauer absolut keine Rolle spielen.)
Histoman 03.05.2024 amazon.de
Ein Sachbuch, das literarisch besticht und einen anderen Blick auf die Nachkriegszeit wirft, abseits der Bilder von Trümmerfrauen und zerstörten Häusern in den Städten. Hardtwigs Fokus ist der elterliche Hof, das Dorf und die filigran herausgearbeiteten Ordnungen des Lebens in Bayern nach dem Weltkrieg. Sehr empfehlenswert
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