Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Ernährung und war auch vor der Lektüre dieses Buches, das sich bereits seit mehreren Jahren in meinem Besitz befindet, der Meinung, gut informiert informiert zu sein. Allerdings bezog sich dies hauptsächlich auf die Auswirkungen, die eine Ernährung mit tierischen Lebensmitteln mit sich bringt. Dagegen hatte ich kaum eine Vorstellung, welchen enormen Schaden Zucker anzurichten in der Lage ist.Gekauft hatte ich das Buch, weil ich irgendwo gehört oder gelesen hatte, dass Zucker Allergien auslösen bzw. sie verschlimmern kann. Ich hatte mehrere Jahrzehnte lang massiv unter Heuschnupfen gelitten, und nun hatte ich zum ersten Mal die Hoffnung, den jährlich wiederkehrenden Teufelskreis, bestehend aus Niesanfällen, tropfender Nase, roten, tränenden und extrem juckenden Augen bis hin zu Hautausschlägen und Atembeschwerden in Verbindung mit Medikamenten, die derart müde machen, dass an einen normalen Tagesablauf nicht mehr zu denken ist, durch den Verzicht auf Zucker endlich unterbrechen zu können. Aber das war leichter gedacht als getan. Nicht nur wegen des Zuckerteufels, der mich fest im Griff hatte, sondern auch deshalb, weil es kaum noch ein Lebensmittel gibt, das keinen Zucker enthält. Am Ende habe ich es nach mehreren Anläufen tatsächlich geschafft, die Finger davon zu lassen (wenn der Leidensdruck groß genug ist, ist man irgendwann zu fast jedem Opfer bereit), und ich habe es nie bereut. Innerhalb von nur Tagen nach der Umstellung konnte ich bereits eine dramatische Verbesserung der Symptome feststellen, was bereits ein riesiger Erfolg war, aber obwohl ich wirklich überhaupt keinen Zucker mehr verzehrte, gelang mir nicht, den Heuschnupfen komplett loszuwerden. Bei weiteren Internet-Recherchen stieß ich dann auf die Information, dass auch Weißmehl ein nicht zu unterschätzendes Allergen ist, und so beschloss ich, Nägel mit Köpfen zu machen und fortan wenigstens in der Heuschnupfensaison auch dieses aus meinem Ernährungsplan zu streichen. Von diesem Moment an war ich komplett beschwerdefrei und konnte diese schöne Jahreszeit mit ihren vielen Blüten, Blättern und wundervoll bunten Farben zum ersten Mal in meinem Leben wirklich genießen.Doktor Brukers Buch ist gut geschrieben, und es übermittelt auf sehr überzeugende Art und Weise, dass Industriezucker nicht nur absolut keinen Nutzen bringt, sondern sogar ausgesprochen ungesund ist. Die Gründe dafür hat er hieb-und stichfest nachgewiesen. Die Liste der diversen Beschwerden, Störungen, Krankheiten sowie psychischen Auswirkungen, die auf das Konto des Zuckers gehen, ist erschreckend lang. Zwar hat inzwischen fast jeder verstanden, dass Zucker Karies verursacht und zur Entstehung von Übergewicht beiträgt, und manchem mag auch der Zusammenhang zwischen Zucker und Depressionen bekannt sein; von dem großen Rest der negativen Auswirkungen des "weißen Goldes" auf die Gesundheit hat die Mehrheit der Bevölkerung allerdings noch nie etwas gehört, und die Zuckerhersteller und die Lebensmittelindustrie tun natürlich alles dafür, dass das auch so bleibt. Tatsächlich ist es aber so, dass es nicht ein einziges Argument gibt, das FÜR den Verzehr von Zucker spricht.Die in Dr. Brukers Buch dargestellten Daten und chemischen Zusammenhänge und Interaktionen zwischen dem Zucker und anderen Substanzen sind nicht ganz so leicht zu verstehen wie der Rest des Buches, und insbesondere bei den Ausführungen über die Beziehung des Zuckers zum Vitaminhaushalt hatte ich meine Schwierigkeiten. Dr. Brukers Erklärungen erscheinen kompliziert und sind für einen Laien nur schwer nachzuvollziehen. Aber auch ohne diese Einzelheiten, die sich zudem nur über wenige Seiten erstrecken, liefert das Buch eine Menge an wertvollen Informationen, die jeden normal denkenden Menschen dazu bringen sollten, seine Ernährungsweise zumindest zu hinterfragen, und deshalb bekommt es trotzdem die volle Punktzahl.Anmerkung: Dr. Bruker war immer wieder gegen die Zuckerindustrie angetreten und wurde letztendlich von dieser verklagt, weil er Industrie- bzw. Fabrikzucker als Schadstoff bezeichnete. Seine Beweise waren aber so erdrückend, dass sich das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg (Az.: 3U11/8774O235/86) Brukers Meinung anschloss, und seither darf Zucker ganz offiziell als Schadstoff bezeichnet werden.
Max Otto Bruker war einer der kompromisslosesten Kämpfer, gegen industrielle Machenschaften, von dem ich je gehört habe. Er hat gegen die Zuckerlobby und gegen die Atomindustrie demonstriert. Er hat es aber nicht dabei belassen, den Finger in die Wunde zu legen und mit dem Zeigefinger zu drohen. Er hat mit seinen Fortbildungen, die in Lahnstein ständig angeboten werden, dazu beigetragen, dass die Menschen über eine gesunde und krankheitsverhütende Lebensweise informiert werden. Schon Kollath wollte uns darauf aufmerksam machen, dass zu einer gesunden Lebensweise ein ganzes Korn gehört, dass die Abtrennung der Randschichten des Getreides und die Verarbeitung weißen Auszugsmehles nicht zu einer tragfähigen Gesundheit, sondern zu schweren Krankheiten führt. Ilse Gutjahr war Jahrzehnte an der Seite Max Otto Brukers und sie führt dessen Lebenswerk tatkräftig und mit der Unterstützung von Mathias Jung, der seinerseits ein produktiver Buchautor ist, weiter fort.Dieses Buch ist vielleicht neben dem Buch Unsere Nahrung unser Schicksal, das Grundlagenwerk Max Otto Brukers. Ich habe große Hochachtung, vor dem was Max Otto Bruker mit seinem Lebenswerk angestoßen hat.