„Fragen können wie Küsse schmecken – Systemische Fragetechniken für Anfänger und Fortgeschrittene“ ist ein Sachbuch von Carmen Kindl-Beilfuß und im Jahr 2008 im Carl-Auer Verlag erschienen. Die Verfasserin las die Sechste Auflage aus dem Jahr 2015.Die Autorin lädt Therapeuten, Berater, Coachs und Interessierte ein, sich mit den Methoden der Systemischen Fragetechniken zu beschäftigen und sich mit allen Sinnen und aller Sinnlichkeit der Thematik des Fragens hinzugeben.Zentral in diesem Buch sind Fragen. Fragen, die dabei helfen können, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander zu verknüpfen, Gespräche lebendiger zu gestalten und Kommunikation in ein neues Gewand zu kleiden.Das Thema des Systemischen Fragens ist sehr komplex und bedeutet, sich mit den verschiedenen Fragenformen auseinanderzusetzen und diese zu verinnerlichen. Das Buch von Carmen Kindl-Beilfuß hilft dabei, Gespräche besser vorzubereiten und zu strukturieren, denn es beschreibt gut den Gesprächsaufbau – und ablauf anhand von Fragen.Der Verfasserin fehlt an einigen Stellen im Buch, wie ein komplettes Gespräch verlaufen könnte, denn es ist teilweise für Ungeübte (noch) nicht ganz eindeutig, wie eine Antwort auf eine gestellte Frage lauten kann.Die Methoden im Buch werden grob skizziert und beschrieben, wie sie in Sitzungen verwendet werden können. Tiefergehende Beschreibungen für die einzelnen Methoden werden nicht genannt. Es empfiehlt sich, die Beschreibungen durch weitergehende Literatur anzueignen.Frau Carmen Kindl-Beilfuß hat ihren Schwerpunkt nicht im Bereich des systemischen Managements, daher ist das Buch für diese Thematik interessant, jedoch zielen viele Fragen inhaltlich nicht darauf ab. Die Autorin ist als Therapeutin in der Einzeltherapie sowie in der Familien- und Paartherapie tätig. Aus diesem Grund konzentrieren sich die Fragen stark an diesem Bereich.Beim Studieren des Buches kam es bei verschiedenen Fragen vor, dass die Verfasserin innegehalten hat und versuchte, sich diese Frage selber zu beantworten. Das ist eine gute Möglichkeit zu spüren, wie diese Frage auf das Gegenüber wirken könnte. Es gab Fragen, die regten an: zum Nachdenken, zum Schmunzeln aber ab und zu stieg ein unangenehmes Gefühl auf – Fragen, die wie Küssen schmecken können oder auch nicht.Die Verfasserin möchte systemische Fragetechniken vorerst im beruflichen Kontext anwenden, dafür finden sich in dem Buch nicht viele Fragen, es regt jedoch dazu an, Fragen für dieses Themenfeld zu entwickeln.In der Hardcover-Ausgabe ist die Fragebox enthalten, in der Ausgabe des Taschenbuches muss sie separat dazu gekauft werden. Der Hinweis steht auch auf der Rückseite des Buches, ist seinerzeit von der Verfasserin überlesen worden. Die Fragebox wurde der Vollständigkeithalber und für den Test in der Praxis nachbestellt. Die Fragebox beinhaltet 111 Fragekarten, auf denen häufig gestellte Fragen niedergeschrieben sind. Auf jeder Fragekarte befinden sich zwischen ein und vier Fragen.Diese Fragen sind jedoch nicht thematisch geordnet und für die Verfasserin daher nicht gut geeignet. Es fehlt an Übersicht und Struktur, diese kann ggf. durch Anmerkungen oder zusätzliche Vermerke auf den Karten hinzugefügt werden.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch eine kurzweilige (Fach)Lektüre für Menschen ist, die interessiert an Fragetechniken und Kommunikation sind. Das Buch regt an, sich weiter mit der systemischen Theorie auseinanderzusetzen, um zu erleben wie die gestellten Fragen in der Anwendung wirken.