London, 2017: Die Journalistin Quenby Vaughn liebt ihren Job und geht in den Recherchen für ihre investigativen Artikel auf. Seit einiger Zeit ist sie auf der Spur einer reichen Amerikanerin, die vor dem Zweiten Weltkrieg nach Großbritannien gezogen ist, und nun im Verdacht steht, die Deutschen unterstützt zu haben. Doch die Familie Ricker mauert und droht mit ihren Anwältin, sodass Quenby viel Aufwand betreiben muss, um an weitere Informationen zu kommen und ihren Verdacht bestätigen zu können. Denn nichts ist ihr wichtiger, als die Wahrheit ans Licht zu bringen! Überrascht ist sie dann aber schon, als sich der Anwalt Lucas Hough bei ihr meldet und sie bittet, einen Auftrag seines Mandanten zu übernehmen. Dieser wolle aber nur, dass sie jemanden finde, sie dürfe aber niemals einen Artikel oder ähnliches darüber verfassen. Quenby ist hin- und hergerissen, nimmt schließlich an und ist schon bald überrascht, welche Wende diese Suche nimmt...Moseltal, 1940: Brigitte und der zwei Jahre ältere Dietmar sind sehr gute Freunde und verbringen viel Zeit damit, gemeinsam Ritter und Prinzessin zu spielen. Obwohl der Zweite Weltkrieg voll im Gang ist und die übrigen Dorfbewohner argwöhnisch auf die Familien der Beiden blicken, da sie noch nicht Mitglied der NSDAP sind und verdächtigt werden, Juden zu verstecken, ist ihr Leben noch beschaulich. Das ändert sich aber innerhalb von Sekunden und Dietmar sieht, wie seine Eltern von der Gestapo verschleppt werden, auch Brigittes Vater wird Opfer dieser bösen Menschen und sie wissen, dass sie fliehen müssen, um nicht auch in deren Fänge zu gelangen. Ihr Ziel ist London und es gelingt ihnen nach Wochen in Wäldern, ohne viel zu Essen und zu Trinken, tatsächlich den Ärmelkanal zu erreichen. Doch auf der britischen Insel angelangt, werden die beiden Freunde getrennt...Melanie Dobson beginnt ihren Roman aus der Perspektive der beiden Kinder, die aus ihrem beschaulichen Dorf fliehen müssen und plötzlich auf sich gestellt sind. Parallel beginnt sie aber auch über Quenby und deren Alltag zu erzählen. Sodass die Leser am Ende bereits große Einblicke in das Geschehen haben, welches den Protagonisten selbst aber noch fehlt. Dadurch steigt die Spannung stetig an und die Handlung fesselt die Leser.Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an so begeistert, dass ich ihn innerhalb von zwei Tagen beendet habe. Ich liebe die Art, wie die Autorin auf zwei Zeitebenen erzählt und sich die beiden Recherchefälle von Quenby bald zu einem großen Fall zusammenfügen. Da alle Protagonisten sympathisch sind, habe ich schnell begonnen, mit den Personen mitzufiebern und mir immer nur das Beste für sie zu wünschen.Dieser Roman ist ein Lesehighlight und wird von mir ohne Kritikpunkte weiterempfohlen!
1940. Aus ihrem Baumhausversteck müssen der 13-jährige Dietmar und die 10-jährige Brigitte aus ihrem Spielversteck heimlich beobachten, wie ihre Eltern von den Nazis verhaftet werden und damit ihre unbeschwerte Kindheit abrupt beendet wird. Auf sich allein gestellt machen sich die beiden Kinder auf den Weg über Belgien nach England zu Dietmars Tante, doch kaum auf englischem Boden, werden die beiden getrennt. Doch Dietmar schwört, Brigitte wiederzufinden.2017 recherchiert die erfolgreiche Investigativjournalistin Quenby Vaughn gerade in einem alten Spionagefall aus dem 2. Weltkrieg, als sie über den Anwalt Lucas Hough das Angebot seines Mandanten, dem Amerikaner Daniel Knight, erreicht, eine vermisste Frau ausfindig zu machen. Dem Auftrag kann Quenby aufgrund der Informationen einfach nicht widerstehen, zumal sie bald feststellen muss, dass es Verbindungen zwischen ihrem Spionagefall und der Suche nach der vermissten Frau gibt…Melanie Dobson hat mit „Ich verspreche, Dich zu finden“ einen sehr berührenden, facettenreichen historischen Roman vorgelegt, der den Leser nicht nur in die Vergangenheit eintauchen lässt, sondern ihn gleichzeitig Protagonistin Quenby an die Seite stellt, um mit ihr die Rätsel der Vergangenheit aufzudecken und miteinander zu verknüpfen. Der flüssige, farbenfrohe und empathische Erzählstil lässt den Leser wechselweise in die Kriegstage des vergangenen Jahrhunderts sowie in die Gegenwart des Jahres 2017 reisen. Der Leser erlebt die beiden Kinderfreunde Brigitte und Dietmar bei ihrem gemeinsamen Spiel und beobachtet dann die Verhaftung der Eltern, die Flucht sowie die Trennung der beiden. Die starke Verbindung zwischen den beiden Kindern ist allgegenwärtig und durch nichts zu trennen. Gleichzeitig schaut der Leser Quenby bei ihren Recherchen über die Schulter, wobei er auch Quenbys eigenes Schicksal immer mehr kennenlernt. Die Autorin schafft es hervorragend, ihre Handlungsstränge nach und nach miteinander zu verknüpfen, so dass sich das Kaleidoskop der Geschichte langsam zusammenfügt. Dabei lässt sie nicht nur die Grausamkeiten der Kriegszeit im Kopf des Lesers lebendig werden, sondern berührt auch dessen Herz mit den einzigartigen Schicksalen ihrer Protagonisten, wobei sie es keine Minute an Spannung fehlen lässt. Die Handlung führt den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle, immer in der Hoffnung, dass sich Dietmar und Brigitte endlich wiedersehen werden. Der christliche Aspekt, der sich mit Schuld, Verlust, Vergebung, Neuanfang und Vertrauen in Gott beschäftigt, hält sich in diesem Roman sehr im Hintergrund.Die Charaktere wurden liebevoll ausgearbeitet und mit authentischen menschlichen Zügen ausgestattet. Der Leser hängt sich sofort an ihre Fersen, um keinen Augenblick der Ereignisse zu versäumen. Dietmar ist ein hilfsbereiter mutiger, starker Junge/Mann, der auch wenn ihn Jahrzehntelang Schuldgefühle plagen, immer zu dem Wort steht, das er einmal gegeben hat. Brigitte muss lange ein schwieriges Schicksal ertragen und sehnt sich doch insgeheim immer nach ihrem alten Freund Dietmar. Quenby hat selbst einiges auf ihren Schultern zu tragen, doch lässt sie sich davon nicht unterkriegen. Sie ist ehrlich, offen und sehr akribisch, wenn es um ihre Arbeit geht. Lucas ist ein integrer Mann mit einer guten Prise Humor, auf den man sich verlassen kann.„Ich verspreche, Dich zu finden“ besticht nicht nur mit einer spannenden, berührenden historischen Handlung, sondern überzeugt vor allem mit den intensiven Schicksalen der Protagonisten, die den Leser mitten ins Herz treffen. Spannung, gut dosierte Wendungen sowie die Arbeit an der Zusammensetzung der Schicksalsfäden machen diesen Roman zur absoluten Leseempfehlung!