Ich hatte erst kürzlich an einem Unternehmerabend teilgenommen, der Vortrag: Die Kindness Economy: Ein tatsächlicher Wirtschaftstrend? von Oona Horx-Stratem war das Highlight des Abends, diesen Eindruck teilte ich mit vielen Teilnehmern mit denen man sich später bei Hamburger aus dem Foodtruck und einem Bier austauschen konnte.Ich konnte bei der Gelegenheit auch das Buch erwerben, welches sowohl informativ, als auch unterhaltsam geschrieben ist, so dass es sich auch dem vielbeschäftigten Manager als Urlaubslektüre empfiehlt, in einer hektischen Zeit die ideale Gelgenheit sich mit dem Gedanken der Kindness Economy, so essentiell in unserer heutien Zeit vertraut zu machen.Hier nur noch ein Gedanke dazu : Nicht so wenige Führungskräfte und Unternehmer sehen den Verkauf als die wichtigste Funktion eines Unternehmens an und sehen alle weiteren Aktivitäten wie HR, Marketing etc, eher als „Nebenschauplätze“ oder Randerscheinungen im Daily Business Game. Wo bleibt die menschliche Komponente, insbsondere bei KMU Unternehmen, die hier, aufgrund von begrenzten Ressourcen, gegenüber Konzernen im Nachteil sind. Stakeholder Value Denken zu Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, u. a. schafft Vetrauen, die wichtigste Währung in einer immer stärker und kompromissloser technisierten Arbeitswelt. Wer sich auf AI verlässt, der ist verlassen. (Oona, es war mir eine Ehre, the other Irish guy).
Vor etwa sechs Jahren tauchte der Begriff der „Kindness-Economy“ erstmals im Rahmen von TED-Talks und Artikeln des Forbes Magazine auf. Bei diesem Begriff stellt sich ein Problem, das dieses Buch dadurch aus dem Weg geht, konsequent das englische Original zu verwenden. Denn „Kindness“ darf nicht einfach mit „Freundlichkeit“ verwechselt werden. Auch wenn es die naheliegende Übersetzung ist. Die Trend- und Zukunftsforscherin Oona Horx Strathern stellt in ihrem bei Gabal erschienenen Buch das Konzept genauer vor.In den vergangenen Jahren nimmt, erfreulicherweise, die Zahl der Buchtitel zu, in denen sich Vordenker:innen der Wirtschaft mit der Zukunft unserer Systeme beschäftigen. Angesichts der deutlich erkennbaren Veränderungen unseres Habitats ist unter diesen Expertinnen und Experten ausgemacht, dass unser lineares Streben nach immer mehr Umsätzen und Gewinnen eine Sackgasse bildet.Ihnen und der Verfasserin ist gemein, dass es nicht um eine radikale Abschaffung des Kapitalismus und der Marktwirtschaft geht, sondern um eine andere Form des Wirtschaftens. Eine „freundlichere“, rücksichts- und respektvollere Art der Wirtschaft. Eben „kind“ sein.Das meint, dass im Zentrum der Aufmerksamkeit des Unternehmens nicht allein die Interessen der Shareholder stehen, sondern aller Stakeholder. Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden und auch unsere Umwelt erhalten den Respekt und die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.Wem hierbei Begriffe wie Nachhaltigkeit, ESG, Überwindung des Gender-Pay-Gaps oder auch Craddle-to-Craddle in den Sinn kommen, liegt nicht ganz falsch. Aber „Kindness“ geht darüber hinaus, denn es handelt sich auch um eine Haltung des Unternehmens und damit aller Mitarbeitenden. Eine Haltung, die Kunden und Geschäftspartner spüren und wahrnehmen können.Wer bis hierher gelesen hat und dem Thema skeptisch gegenübersteht, wird jetzt einwerfen, dass sich damit nur dann Geld verdienen lässt, wenn die Mitbewerber sich ebenso verhalten.Doch das ist ein Trugschluss, denn immer mehr Menschen beginnen direkt in ihrem Umfeld umzudenken und andere Haltungen gegenüber der Arbeitswelt, der Umwelt und dem Konsum zu entwickeln. Deswegen findet die Autorin, dass die Zeit für die „Kindness Economy“ reif ist. Und Beispiele dafür liefert sie in diesem lesenswerten Buch.Management-Journal-Fazit: Ein Buch für alle, die gern über alternative Formen der Wirtschaft und der Notwendigkeit eines Wandels nachdenken.Stephan Lamprecht, management-journal. de
InhaltNach einem Vorwort von Matthias Hors erklärt Frau Horx Strathern, was unter Kindness Economy zu verstehen ist. Danach ist das Buch in acht Kapitel geteilt. In den ersten fünf geht es um Kindness Wirtschaft. Dabei werden Arten von Kindness und der Begriff an sich diskutiert, betrachtet, wie es bisher in der Wirtschaft so zugeht, sowie erläutert, wie es mit mehr Kindness in der Wirtschaft funktionieren könnte und was es dazu braucht. Die folgenden zwei Kapitel beziehen sich auf Kindness in Städten und Kindness in Communities. Es schließen sich Überlegungen darüber an, wie man Kindness als übergreifendes Konzept erreichen könnte. Das Buch schließt mit einem Ausblick über Entwicklungsmöglichkeiten hin zu mehr Kindness.Am Ende des Buches finden sich 25 Seiten Quellennachweise.Subjektive EindrückeDas Buch ist höchst interessant, insbesondere die Kapitel über die Wirtschaft. Hier könnte ich mir vorstellen, dass tatsächlich das Eine oder Andere umgesetzt werden kann bzw. sich dorthin entwickeln kann. Die Ausführungen über Kindness in Städten und in Communities waren für mich nicht so erkenntnisreich und zum Teil auch nicht so überzeugend wie die Kapitel davor.Insgesamt ist das Buch gut lesbar geschrieben. Man kann gut folgen. Leider hatte die Menge der Hinweise auf einige Familienmitglieder und die Zusammenarbeit mit ihnen dann doch ein bisschen was von Geschmäckle.FazitSehr lesenswert, insbesondere der Teil über Kindness Wirtschaft.