Lenz. Studienausgabe: Büchner, Georg – Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur – 19176 (Reclams Universal-Bibliothek)
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EAN 9783150191767

Lenz. Studienausgabe: Büchner, Georg – Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur – 19176 (Reclams Universal-Bibliothek)

Hersteller: Reclam Philipp Jun.  ·  MPN: 1216192
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Produktfakten auf einen Blick

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Reclam Philipp Jun.
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9783150191767
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Produktbeschreibung

»... als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm ...« Mit seinem kurzen Erzähltext über den Sturm-und-Drang-Dichter J.M.R. Lenz, der in geistiger Umnachtung endete, gelingt Büchner ein detailliertes Psychogramm des »unglücklichen Poeten«, dessen Texte in ihrer Intensität und Expressivität in der deutschen Literatur ohne Vorbild sind. Die Textgrundlage dieser Ausgabe bildet als »einzig authentischer Textzeuge« der von Karl Gutzkow herausgegebene Erstdruck von 1839. Der Anhang enthält neben einem ausführlichen Nachwort wichtige Quellen und Materialien zum Kontext.

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 7 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 23.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein interessanter und gut recherchierter Einblick in die Welt von J.M.R. Lenz, der mich beim Lesen fasziniert hat. Die Darstellung ist zwar kompakt, aber sehr gelungen.
Redaktion 23.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Top!
Redaktion 06.02.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat eine gewisse Substanz in der Ausführung. Das Papier fühlt sich angenehm an und der Druck ist gut umgesetzt. Die Art der Bindung ist solide und hält das Buch in Ordnung. Der Umfang ist angemessen für eine Lektüre.
Redaktion 14.12.2025 testmonster.de · Redaktion
Ich schenkte das Buch meiner Tante zum Geburtstag. Sie hat es gemütlich angepackt und es beim Lesen sehr genossen. Das Buch hat eine schöne Anmutung und die Papierqualität wirkt angenehm.
Veronika 02.03.2024 amazon.de
An einem lauen Frühlingsabend lesen und so entspannt den Abend ausklingen lassen. Geht immer wieder!
Bories vom Berg 02.03.2024 amazon.de
Mit «Lenz» hat Georg Büchner eine Novelle geschrieben, die erstmals 1839 unter dem Titel «Lenz. Eine Reliquie von Georg Büchner» erschienen ist. Sie blieb zunächst weitgehend unbeachtet. Ursache dafür war ein dem damaligen Lesepublikum schwer zu vermittelnder Paradigmenwechsel in der deutschen Literatur, den insbesondere auch dieses Werk mit eingeläutet hat: Weg von einem ästhetisierenden Idealismus, hin zum realitätsbezogenen Naturalismus! Erst gegen Ende des Jahrhunderts fand «Lenz» dann die Aufmerksamkeit eines breiteren Lesepublikums und löste euphorische Kommentare aus. Arnold Zweig sprach von einem Meisterwerk, «mit dem die moderne europäische Prosa» begonnen habe, Elias Canetti nannte es das «wunderbarste Stück deutscher Prosa».Mit dem Zusatz ‹Reliquie› hat der erste Herausgeber dieser posthum veröffentlichten Novelle auf deren Huldigungscharakter hingewiesen. Historische Grundlage ist das tragische Schicksal des Dichters Jakob Reinhold Michael Lenz aus Livland, der als prominentes Mitglied einer dem ‹Sturm und Drang› zugehörigen, in Straßburg versammelten Autorengruppe gilt, zu der auch Goethe gehörte. Beide waren befreundet, und beide hatten auch ein Auge auf Friederike Brion geworfen, die durch Goethes ‹Sesenheimer Lieder› ja nahezu unsterblich wurde. Als wichtigste historische Quelle nutzt Georg Büchner einen Bericht des Pfarrers Johann Friedrich Oberlin, der den Besuch des Dichters im elsässischen Steintal dokumentiert hat. Er übernimmt dessen chronologischen Ablauf vom 20. Januar bis zum 8. Februar 1778 unverändert in seine Novelle.«Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg.» lautet der erste Satz, - mit ‹Gebirg› ist hier der Elsass gemeint. Er findet freundliche Aufnahme im Haus des Pfarrers Oberlin in Waldbach, der damit einer Bitte von Johann Caspar Lavater folgt. Der mit ihm befreundete, berühmte Schweizer Schriftsteller, Philosoph und Pfarrer erhofft sich von dem Besuch in ländlicher Idylle eine Besserung der psychischen Erkrankung des ihm bekannten, jungen Dichtertalents. Einfühlsam geht Oberlin mit theologischer Argumentation auf die geisterhaften nächtlichen Erscheinungen ein, von denen sein verwirrter Gast ihm berichtet. Mit dem Besuch des ehemaligen Dichterkollegen Christoph Kaufmann aus der gemeinsamen Straßburger Zeit wird Lenz ungewollt an die alten Zeiten erinnert. Bei Tisch kommt es schließlich zu einem Diskurs der Beiden über Kunst, wobei Lenz seinem literarisch die idealistische Periode verkörpernden Widerpart vorwirft, wie viele andere auch die Wirklichkeit verklären zu wollen. Als künstlerische Belege nennt er den Apoll von Belvedere oder die Madonnenbilder von Raffael. «Die holländischen Maler sind mir lieber als die italienischen», ergänzt er sein Beispiel. Er sieht den Dichter als eine Art zweitrangigen Schöpfer nach Gott, dessen künstlerisches Ziel es sein müsse, «ihm ein wenig nachzuschaffen». Diese Novelle ist zutiefst religiös motiviert, bei dem pietistisch geprägten Oberlin hofft Lenz seine innere Ruhe wiederzufinden. Die zeitweise geistige Umnachtung des Poeten verschlimmert sich aber trotz aller Bemühungen von Oberlin. Der versucht geduldig, beruhigend auf ihn einzuwirken, nimmt ihn zu seinen seelsorgerischen Besuchen mit, er erlaubt ihm sogar, selbst die nächste Predigt zu halten. Lenz jedoch zerbricht an den Dämonen, die von ihm Besitz ergriffen haben, die ihn sogar glauben lassen, er könne ein totes Kind wieder zum Leben erwecken, woran er natürlich kläglich scheitert.Es ist erstaunlich, wie intensiv Büchners Sprachgewalt auch den heutigen Leser in Bann zu ziehen vermag, wie er derart komprimiert, auf einigen wenigen Buchseiten, den Zweifel am menschlichen Dasein so überaus eindrucksvoll schildern kann. Die Benennung des allseits angesehenen und höchstdotierten deutschen Literaturpreises als Georg-Büchner-Preis unterstreicht ziemlich deutlich seinen überragenden literarischen Rang, und sein «Lenz» ist unumstritten ein Klassiker par excellence!
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