Einem Vorwort Dr. Schollmeyers und einer Karte des Peleponnes folgt eine historische Einleitung, die mit dem Mythos des Namensgebers „Pelops“, einem Sohn des König Tantalos, beginnt. Dem Neolithikum folgt die Bronzezeit mit den Mykenern. Hierbei gibt es auch zwei Seitenblicke zu den Hethitern und den Ägyptern. Den „Dunklen Jahrhunderten“ folgen Archaik und Klassik. Anschließend die Hellenistische und Römische Zeit. Für die Byzantinische Zeit wird ein Hinweis auf Mitras, für die Kreuzfahrerzeit auf die zahlreichen Burgen gegeben. Dem Freiheitskampf gegen die Osmanen folgt König Otto I. im modernen Griechenland.Schollmeyers Reiseführer geht im Allgemeinen der vom altgriechischen Reiseschriftsteller, Geographen und Historiker Pausanias Periegetes, genannt der “Perieget“ (um 115- um 180), vorgegebenen Route aus. Dieser Beschreibung liegt die regionale Einteilung des griechischen Festlandes und der (!) Peleponnes zugrunde, die zu seiner Zeit die allgemein übliche war. Von dieser ausgehend wird im Rahmen dieses modernen Reiseführers eine Fahrt in der Reihenfolge Megaris, Korinthia, Argolis, Lakonien, Messenien, Elis , Achaia und Arkadien vorgeschlagen. Diese Route ist am besten für diejenigen Reisenden geeignet, die von Athen aus starten. Die Megaris liegt dann sozusagen auf dem Weg zur Peleponnes, obwohl sie strenggenommen nicht zu dieser gerechnet werden kann. Für diejenigen die mit einem Fährschiff anreisen beginnt die Erkundung am besten mit Achaia, Elis und Arkadien, gefolgt von Messenien, Lakonien, Argolis, Korinthia und Megaris.Sieben Kapitel (Regionen) werden durch zahlreiche Fotos, Lagepläne pp. visualisiert.Reise- und Lesehinweise des Autors bilden den Abschluß des zu einer Serie gehörenden Bandes.Für timediver®, der im Herbst 2021 mehrere Tage auf der Peleponnes verbringen, und ein Großteil der beschriebenen Objekte und Örtlichkeiten besichtigen konnte, ist Dr. Schollmeyers Buch ein exzellenter Kulturreiseführer, der mit 5 Amazonsternen zu bewerten ist.
Natürlich sind Best-of-Auswahlen bis zu einem gewissen Grad immer subjektiv, aber die 40 bekanntesten archäologischen Stätten der Peloponnes, die Patrick Schollmeyer ausgesucht hat, wurden mit Bedacht gewählt. Sie bilden die griechische Antike von der Bronzezeit bis ins Römische Reich ab und verbinden touristisches Interesse mit historischer Bedeutung.Ein ständiger Begleiter ist der (griechisch-)römische Reiseschriftsteller Pausanias, der im 2. Jahrhundert die Peloponnes bereiste und seine Beobachtungen festhielt. Viele Ruinen könnten wir heute ohne seine, teilweise sehr detaillierten Informationen nicht mehr zuordnen und Patrick Schollmeyer vermerkt die Pausanias-Referenzen bei jeder sinnvollen Gelegenheit.Die einzelnen Kapitel enthalten summarisch den aktuellen Stand der archäologischen Forschung, auch mit Hinweis auf bestehende Kontroversen. Es sind keine fachwissenschaftlichen Artikel, allerdings werden die Fachbegriffe für antike Architekturelemente regelmäßig verwendet. Die Abbildungen zeigen meistens Übersichtsaufnahmen der Ruinenstätte, manchmal auch Exponate aus den angegliederten Museen. Im Zusammenspiel mit den Texten bekommt man einen recht guten Eindruck von dem, was einen vor Ort erwartet, auch wenn ich das Bildmaterial insgesamt eher sparsam finde.Der Band versteht sich nicht als klassischer Reiseführer, d. h. man erfährt keine Adressen, Telefonnummern oder Öffnungszeiten, dafür hat das Buch auch kein Verfallsdatum und bleibt deutlich länger aktuell. Als Archäologieführer beschränkt es sich selbstredend auf die Antike, erwähnt höchstens am Rande auch spätere Befunde und lässt insbesondere die Neustädte unberücksichtigt. Darin unterscheidet sich das Buch z. B. von einem Baedecker, der jedoch bei weitem fachlich nicht so in die Tiefe geht. Patrick Schollmeyer stellt insbesondere die historischen Zusammenhänge dar, die sich aus der Quellenlage ableiten lassen. Das ist natürlich mit gewissen Unsicherheiten behaftet, die der Autor aber deutlich herausarbeitet.Ein echter Mangel ist das unzureichende Kartenmaterial. Nicht einmal die Übersichtskarte nach dem Vorwort zeigt alle 40 Stätten, obwohl es ein Leichtes gewesen wäre, diese zusammen mit den Kapitelnummern einzufügen. Es gibt auch keine regionalen Ausschnittskarten, wenn man von den gelegentlichen Übersichtsplänen der Stätten selbst einmal absieht, die allerdings oft sehr klein geraten sind und deren eingefügte Legendenbuchstaben und -zahlen nicht immer aufgelöst werden, wodurch der Eindruck von Unvollständigkeit entsteht. Das war in anderen Bänden der Reihe insgesamt deutlich besser gelöst. So eignet sich der Archäologieführer leider nicht wirklich zur eigenen Reiseplanung, zumindest, wenn man keine guten Ortskenntnisse hat oder nachrecherchiert.(Dieses Buch wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf meine Rezension wurde kein Einfluss genommen, der Inhalt stellt meine persönliche Meinung dar.)