"There is blood on my hands - how long till it lies on my heart?"Tactics Ogre stand bis vor wenigen Wochen noch auf der stetig schrumpfenden "To-Play" Liste meiner, langsam in die Jahre kommenden, PSP Fat. Gerade die hohen Wertungen machten mich auf dieses Spiel aufmerksam, das zuerst wirkt wie ein grafisch abgespecktes "Final Fantasy War of the Lions". Man sollte sich hier allerdings nicht foppen lassen, denn gerade der deutlich fairere Schwierigkeitsgrad, der nettere Zugang und die besser gebalancte Lernkurve sorgen für deutlich höheren taktischen Spielspaß.[Das Kampfsystem]bildet natürlich das Herz des Titels. In festgelegter Reihenfolge - je nach Schnelligkeit der Figur - wird die, bis zu 12 starke Miniarmee Runde für Runde in das feindliche Territorium gelotzt. Im Gegensatz zu FF Tactics mag die Anzahl der wählbaren Rollen etwas kleiner erscheinen, entfaltet sich aber durch Sonderklassen als viel größer und deutlich besser zu handhaben. Der Titel setzt kaum auf ödes Grinding und hat selten wirklich fiese Kämpfe (bei FF Tactics WotL sind manche Gegnerstärken- und Aufstellungen wirklich zum PSP-Beißen). Alle Klassen haben ihre Berechtigung und obwohl Zauber weniger bombastisch ausfallen als bei anderen Spielen des Genres, wachsen einem die rekrutierbaren Einheiten deutlich mehr ans Herz.Was vor Allem hervorsticht ist das gelungene Level-System. Da eine KLasse anstatt einer Figur levelt, könnte notfalls 1 Figur abwechselnd 2 Aufgaben übernehmen und zeichnet sich lediglich durch die bereits erlernten Talente aus. Dies ermöglicht einen besseren Wechsel, wenn man plötzlich die Möglichkeit bekommt einen einzigartigen Charakter zu rekrutieren, der viel bessere Standartwerte besitzt als die bis dato verwendete Figur. Es ist demnach leicht möglich auch noch sehr spät signifikante Änderungen an der eigenen Aufstellung vorzunehmen. Ausserdem wird viel Wert darauf gelegt die einzelnen Figuren mit passiven und aktiven erlernbaren Fähigkeiten auszustatten, von denen jede Klassenrolle gleich einige Dutzend besitzen.[Die Story]sollte mit Vorsicht genossen werden. Für sprachlich gewandte Spieler, die der englischen Sprache mächtig sind, entfaltet sich nach und nach eine wirklich gelungene abwechslungsreiche Erzählung mit einer fast perfekten Anzahl an möglichen Entscheidungen. Die Story ist, auch für den Spieler während des Spielverlaufs sichtbar, in eine Arte Raster eingetragen, dass sich seitlich zu immer neuen Entscheidungsmöglichkeiten verzwigt. In jedem der großen Akte hat man eine große Entscheidung vor sich, die einen neuen Strang der Erzählung öffnet und dem Spieler eine andere Möglichkeit des "Schicksal" präsentiert. Durch das Beenden der ersten Hauptgeschichte bekommt man dann die Möglichkeit zu ausschlaggebenden Momenten zurückzuspringen und zu erleben, welche anderen Entscheidungen welche Auswirkungen haben. Dies verleiht der Spieldauer nicht nur bemerkenswert hohe Ausmaße, sondern beleuchtet die Geschichte auch von immer neuen Blickwinkeln. Wirklich gelungen ist jedoch, dass die hohe Anzahl an besonderen Charakteren (Einheiten mit besonderem Aussehen und erhöhten Werten und Klassen) aktiv das Geschehen beeinflussen, indem sie mitten im Kampf je nach Situation Dialoge mit den Feinden beginnen und eigene Persönlichkeit ausstrahlen.[Online]ist kaum der Rede wert. Der Onlinemodi bietet die Chance die Formationen anderer Spieler herunterzuladen und diese gegen einen Computergegner zu spielen. Das Feature ist, wenn auch vorhanden, qualitativ kaum zu beachten.-> FazitWer an Spielen dieses Genres eine Freude hat, der findet in "Tactics Ogre Let Us Cling Together" einen Zeitkiller, der die eigene PSP nochmal um viele Stunden erheizen sollte. Der Titel ist nicht ohne Grund der König des Genres und hat gegenüber Serien wie Disgae und FF Tactics (in meinen Augen) in vielerlei Hinsicht den entscheidenen Vorteil, dass er genauso zugänglich wie komplex ist ohne jemals wirklich unfair zu werden und gleichzeitig mehr Handlungsfreiheit ermöglicht, als jeder andere Vertreter seiner Klasse.