Der Lette Mariss Jansons ist aus meiner Sicht einer der ganz großen Symphatieträger der Klassik-Szene: hoch engagiert, von der Sache überzeugt und dabei unverkrampft und menschlich wirkend, ist er einer der besten Werbeträger der Kunstmusik. Mit Jansons als Interpret klassischer Musik tu ich mich bisweilen schwer. Oftmals hatte ich bei seinen Interpretationen das Gefühl, dass er einen soliden Mittelweg geht, der im Resultat gefällig, aber absolut unspektakulär ist. Für den Konzertsaal finde ich das vollkommen in Ordnung. Das jedes Konzert eine Weltsensation ist, wäre ein blödsinniger Anspruch. Bei CDs steht halt häufig die Frage im Raum: warum sollte ich unter den mindestens 20 Einspielungen, die es von nicht gerade wenigen Werk gibt, 1-2 herauspicken? Jansons lieferte mir da häufig bei genauerem Hinhören keine Argumente. Gekauft habe ich viele seiner Aufnahmen aus Sympathie zu ihm, aus positiven Konzerterfahrungen mit ihm und dem Orchester und weil ich positive Rezensionen las. Manchmal wurde ich enttäuscht. Auch dieses Mal waren die Rezensionen gut, ich habe wieder zugegriffen und war tatsächlich begeistert.Jansons und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gelingt eine 5. Symphonie Tschaikowskys, die m.E. keine Wünsche offen lässt. Die Dynamikunterschiede dieses an innigen Passagen ebenso wenig wie an kraftvoll-schwungvollen armen Stückes kommen ebenso gut zum Tragen wie die Feinheiten der Instrumentierung und der Wohlklang! Auch weiterhin verzichtet Jansons auf Extravaganzen, aber anders als bei manch anderen Stücken wie z.B. seiner Aufnahme der Bilder einer Ausstellung mit dem Concergebouw Orchester mildert Jansons das Stück auch nicht ab, sondern lässt Tschaikowsky voll ausgreifen. Aus meiner Sicht eine herausragende Einspielung!
Das Produkt ist in Ordnung. Dass es mir aber aus Athen zugeschickt wurde,ist ja wohl etwas merkwürdig. Bei der CD handelt es sich immerhin um eine einheimische Produktion,die auch hier sicher noch verfügbar sein sollte.Viele GrüßeJ. Steiner