Die Geschichten, die wir uns erzählen, integrieren die Vergangenheit bzw. versteinern diese. Dieses Buch von Stephen Grosz handelt von den Begegnungen mit seinen Patienten. In 31 kurzen Geschichten werden Themen wie Verlust, Veränderung, Sinn, Tod, Beziehungen, Gefühle, etc. aufgegriffen, um in einem nicht-psychoanalytischen Vokabular den Leser in die Welt dieses Patienten einzuführen, eine Verbindung herzustellen, eine andere Sichtweise nachzuempfinden.Das Kapitel “how praise can cause a loss of confidence” erinnerte mich an Alfie Kohn, welcher über Belohnung und Bestrafung im erzieherischen Sinne schreibt. Die Wissenschaftler Dweck und Müller fanden heraus, dass Kinder, welche für ihre Leistung anstatt für ihre Intelligenz gelobt wurden, mehr Willenskraft, Resilienz und eine selbstwertdienliche Attribution hatten, verglichen mit der “Intelligenz” Gruppe. Aufmerksamkeit, Präsenz, aufrichtiges Interesse für ein Kind toppen die Belohnungsstrategie um Weiten.“On being a Patient”, erinnerte mich meine eigene dunklere Zeit. Mir zu vergewissern, dass ich immer eine Wahl habe, nicht nur zwischen Schwarz und Weiß, sondern darüber hinaus und das es bei mir anfängt, diese Entscheidung zu treffen, wirkt wie ein beruhigendes Gefühl im Brustkorb. Diese Entscheidung, immer wieder getroffen, dreht sich schließlich um, und kreiert meine Identität.So ist dieses kurze Buch eine Ansammlung von Patienten mit deren Geschichten. Unterhaltsam, leicht zu lesen, zum Nachdenken anregend, abwechslungsreich.