Die Graphic Novel-Adaption behandelt das erste Buch der Song of Ice and Fire-Reihe. Ob die weiteren Bücher ebenfalls noch adaptiert werden steht noch nicht fest. Ingesamt gibt es 24 Einzelausgaben (Issues), die alle bereits erschienen sind. Die Volumes fassen jeweils sechs Issues zusammen. Aktuell sind bereits drei dieser Volumes erschienen, das heißt ein weiteres wird noch kommen.Die Graphic Novel ist eine Adaption des Buches, nicht der Serie! Falls man bisher nur die Serie gesehen hat, sind ein paar Kleinigkeiten daher anders und manche Charaktere sehen daher ganz anders aus, als man es vielleicht erwartet hätte. Für Leute die Buch und Serie kennen, kann man sagen, dass die Graphic Novel sich im Verlgeich zu Serie näher am Buch orientiert. Besonders im Charakterdesign ist das eine durchaus positive Sache. Charaktere wie Robert Baretheon wirken wirklich viel besser. Im Making of wird erwähnt, dass George R. R. Martin selbst in der Beratung zum Charakterdesign tätig war und er jedes der Charakterdesigns geutachtet hat, sodass die Charaktere nach seinen Vorstellungen designed wurden. Jedoch kann ich mich meinem Vorredner anschließen, dass das Frauendesign sehr einheitlich und leicht sexualisiert ist. Durch Mangel von Falten o. ä. kann man Charakter wie Sansa und Catelyn Stark daher durchaus einmal verwechseln.Da viele Dialoge in reduzierter Form aus dem Buch übernommen wurden, findet man sich als Kenner des Buchs direkt daran erinnert, das ist sehr gut. Die Zeichnungen und Colorierungen sind wirklich super, daher ist es sehr schön seine Lieblingsszenen aus dem Buch visualisiert zu sehen. Besonders die Rückblicke wurden in der Serie nicht dargestellt, daher bekommt man diese in der Graphic Novel zum ersten Mal zu sehen. Natürlich ist die Graphic Novel nicht so ausführlich wie das Buch, das kann das Medium auch nicht leisten. Jedoch ist die Reduktion meines Erachtens durchweg sehr gut gewählt, sodass die Graphic Novel einerseits für sich alleine sehr gut funktioniert und man andererseits fast nichts vermisst, wenn man sie als Ergänzung zum Buch liest.Das Volume kommt in gebundener Form komplett in Weiß. Lediglich Titel Autor und Band sind eingeprägt und glänzend aufgedruckt, das wirkt sehr edel. Die hier abgebildeten Cover und Rückseite sind ein Papierumschlag, auch hier ist das Design sehr schön.Diese Edition hat ein Vorwort von George R. R. Martin, in dem er seine tiefgehende Beziehungen zu Comics erklärt, sowie ein Making of mit dem Editor, dem Zeichner und dem Coloristen. Das Making Of ist wirklich sehr interessant und bietet einen sehr schönen Einblick darin wie die Produktion solch einer Graphic Novel funktioniert und wie viel Aufwand damit verbunden ist.Nach dem Genuss dieses Volumes freue ich mich schon auf die weiteren und hoffe außerdem, dass die anderen Bücher ebenfalls adaptiert werden.
Braucht man nach dem Lesen der Romane und dem Anschauen der Serie noch eine Comicadaption?Wenn ich mir die vorliegende Ausgabe des ersten Teils der Graphic Novel von "A Game Of Thrones" anschaue, kann meine Antwort auf diese Frage nur "JA" lauten.Mit Daniel Abraham, der bereits die Comic Ausgaben von George R.R. Martins "Fevre Dream" und "Skin Trade" textete und Tommy Patterson, der u. a. die Serie "Farscape" als Comic adaptierte, warten zwei Künstler Ihres Faches auf, die "A Game Of Thrones" zu wahrlich höheren Comic Art Weihen verhelfen.Die Zeichnungen sind (wie man auch bereits Amazons "Blick ins Buch" für die Bantam-Ausgabe entnehmen konnte) sehr plastisch und detailliert, was besonders in den größeren Abbildungen der Städte, des Festes in Winterfell oder der Hochzeit Khal Drogos mit Daenerys beeindruckt. Im Hinblick auf Blutvergießen und Freizügigkeit steht der Comic dem Roman nicht nach, allerdings ohne dabei zu übertreiben. Die Darstellung der Charaktere mag teilweise ungewohnt erscheinen - sofern man durch die preisgekrönte HBO Serie vorbelastet ist. Und will man überhaupt Kritik üben, dann vielleicht daran, dass so manchem etwas zu oft der Mund offen steht - oder an der Darstellung König Robert Baratheons Krone ("der gehörnte Spiesser"). Aber das gleicht nur dem Suchen des Haares in der mehr als exzellenten Suppe!Sprachlich bewegt sich Abraham sehr dicht am Original - sprich am Roman. Man hat mitunter das Gefühl ganze Passagen vor seinem Auge wiederzufinden, was dem Wiedererkennungwert der Persönlichkeiten und dem Geist des Buches nur allzu gerecht wird.Die Geschichte des ersten Teils vorliegender gebundener Ausgabe besteht aus sechs "issues", inklusive der Rückseiten - insgesamt 183 Seiten lang. Daran schliesst sich ein Making of an. Das Format entspricht dem gängigen amerikanischen Comicformat, also irgendwo zwischen Din A4 und Din A5. Die Verarbeitung ist für den Preis sehr gut. Wie bei allen Büchern aus den USA bzw. UK ist es nicht eingeschweisst.Und hier nun für manchen ein Wehrmutstropfen - es handelt sich NICHT um eine Comic Ausgabe des GESAMTEN ersten Romans - es ist nur der ERSTE Teil des ERSTEN Buches. Die Handlung unterbricht in den Weiten des gräsernen Meeres mit Daenerys Ankündigung, dass sie schwanger sei. Man hätte sich hier vielleicht einen dramaturgisch besseren Cliffhanger wünschen können, mich stört es jedoch nicht. Weitergehen soll es übrigens mit den "issues" sieben bis zwölf im Dezember diesen Jahres. Bis dahin kann man sich mit dieser großartigen Version vortrefflich (!!!) die Zeit vertreiben.Für Comicliebhaber eine absolute Kaufempfehlung!!!
Ich habe mir die Graphic Novel gekauft, um die Zeit bis zur zweiten Staffel der Serienfassung zu überbrücken, und weil ich gern vergleichen wollte, wie sich die Adaptionen bei der Darstellung der Charaktere und der Auswahl der gezeigten Szenen unterscheiden. Ich hatte großen Spaß an der Lektüre, muss aber sagen, dass sich der Comic meiner Meinung nach wirklich mehr als Ergänzung für Fans eignet denn als alleinstehendes Werk. Obwohl ich die Buchvorlage gelesen habe, erschien mir die Erzählweise teilweise arg sprunghaft und wenig verständlich, besonders wenn ich mir vorstelle, ich hätte keine Vorkenntnisse.Die Verarbeitung der Ausgabe ist hervorragend, mit stabilem, weißem Einband und einem schicken Schutzumschlag, das Vorwort von George. R.R. Martin und das Making Of am Ende des Bandes sind informativ und witzig. Von einer solchen Ausgabe zu diesem Preis kann man in Deutschland nur träumen. Format und Stil sind typisch amerikanisch, realistische Körperproportionen (besonders bei den weiblichen Charakteren) sind wie nicht anders zu erwarten keine Stärke der Zeichner. Außerdem deckt der Band nur etwa das erste Drittel (oder Viertel?) des Vorlageromans ab.Fazit: Durch einige Schwächen ist "A Game of Thrones: The Graphic Novel" weniger Neueinsteigern zu empfehlen, als vielmehr Fans und Kennern. Diese werden aber an der edlen Ausführung und dem teils ungewohnten Blick auf die Charaktere ihre Freude haben.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.