Eine interessante Vermischung zwischen altem Rom und Fantasy mit einem mal etwas anderen Magiesystem. Am Ende der Reihe werden die Feinde zwar ein wenig zu übermächtig, so dass eine Rettung eigentlich arg unwahrscheinlich ist, aber Tavi wird es schon retten. (meine anderen Rezensionen der weiteren Bücher sind übrigens identisch, da Amazon es leider nicht zulässt, einfach nur eine gute Bewertung abzugeben).
In der letzten Folge der Serie kommt es zum Showdown zwischen den verbliebenen aleranischen Streitkräften und der überwältigenden Masse der Vord, die den Großteil des Landes fest im Griff haben.Jim Butcher geht die schwierige Aufgabe an, die zahlreichen Handlungsfäden der bisherigen Folgen zum Abschluß zu bringen und dabei nochmals eine Steigerung einzubauen, was fast unmöglich erscheint. Im Mittelpunkt steht erwartungsgemäß Tavi, nunmehr Gaius Octavian, der mit seinen Canim-Verbündeten vor der scheinbar unlösbaren Aufgabe steht, das vom Feind besetzte Land zu überqueren, um den verbliebenen Streitkräften zu Hilfe zu eilen. Obwohl er inzwischen Zugang zu seinen magischen Fähigkeiten erlangt hat, setzt Octavian nach wie vor auf Intelligenz, Diplomatie und Kenntnis seiner Gegner (und seiner Verbündeten)und ist diesen taktisch meist den entscheidenden Schritt voraus, wobei der Vorsprung allerdings immer kleiner zu werden droht.Weitere Handlungsfäden drehen sich um Isana, Amara, Fidelias, Invidia, Attis Aquitaine, Ehren, Crassus (um nur die wichtigsten zu nennen). Wie Butcher diese aufgreift und zu einem überwiegend befriedigenden Abschluß bringt, ist oft gut gelöst, geht aber manchmal auf Kosten der Glaubwürdigkeit und des Tempos der Handlung. Der Schwerpunkt liegt auf zahlreichen monumentalen und kinotauglichen Kampf-und Schlachtszenen, wobei die Vord-Königin noch einige Überraschungen an Taktik und neuen Wesen/Waffen zu bieten hat. Auch auf Seite Aleras werden nochmals alle taktischen und magischen Register gezogen, wobei die internen Machtkämpfe unter den Lords immer noch zu Querelen führen und drohen die Verteidigung zu behindern.Am besten hat mir gefallen, wie in einem durchgehenden und überzeugenden Entwicklungsprozeß aus dem unbedeutenden und magielosen verwaisten Schafhirten ein Herrscher und Führer heranwächst, der mit beherztem Mut und Verstand seine Kämpfe gewinnt und sich bis zum Schluß nicht durch Konventionen oder Druck von außen von seinen ungewöhnlichen Lösungen abbringen läßt. Das Magiesystem ist ebenso überzeugend wie die zahlreichen, gut dargestellten Nebencharaktere, unter denen sich erfreulicherweise viele starke Frauenfiguren finden, die sich nicht alle auf der Seite der "Guten" aufhalten. Der Gegensatz von Gut und Böse verzichtet auf eindimensionale und schubladenhafte Zuordnungen; die Canim, zunächst Gegner, werden zu respektablen Verbündeten, die umgekehrt auch manches an den Aleranern kritisch betrachten. Selbst die Vord-Königin wird nicht nur als mörderisch böse dargestellt, sondern als unendlich fremdes Wesen, das seinen eigenen Gesetzen folgt und diese sogar teilweise in Frage stellt, indem sie ihre Gegner imitiert und versucht herauszufinden, was an deren Lebensstil, Gefühlen und Loyalität so besonderes ist.Insgesamt ein überzeugendes Finale, wenn auch manchmal vorhersehbar, dafür mit monumentaler Wucht und vielen interessanten Nebenfiguren - auch bei den Schurken.