Mein jährliches Rebus-Lesevergnügen. Obwohl ich gestehen muss, dass „Mortal Causes“ oder „Blutschuld“ meinen Nerv jetzt nicht so getroffen haben. Vielleicht wäre das vor fast 30 Jahren - in der Zeit als das Buch spielt - anders gewesen, als der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken gerade besonders in Irland eskalierte. Nicht das ich behaupten möchte, dass nun in diesen Tagen eitel Sonnenschein zwischen diesen Parteien herrscht. Vielleicht war es auch nicht ganz meine Thematik, mit Waffenschiebereien, rivalisierende Banden, Jugendkriminalität und Religionskonflikt. Spannend war für mich an diesem Teil die Beziehung von Rebus zu seinem Erzrivalen Gafferty. Es handelt sich ja immerhin um seinen Sohn, in dessen Mordfall der Inspektor ermittelt. Die beiden sind sich sehr ähnlich in ihrer Persönlichkeit, aber denn noch gegensätzlich in der Seite des Gesetzes die sie gewählt haben. Als Gafferty aus dem Gefängnis ausbricht, bekommt es der sonst so taffe Inspektor schon ein bisschen mit der Angst zu tun, zumal er noch nicht den Durchbruch in seinen Ermittlungen verzeichnen konnte. Neben John Rebus trifft man auch andere alte Bekannte wieder, aber ebenso neue skurrile Arbeitskollegen, wie zum Beispiel Smily, der nur selten lustig ist. Wie schon im letzten Band hat Rebus so seine liebe Not mit den Frauen und seine Beziehung zu der Ärztin kriselte ja schon im vorherigen Band.Auch wenn der religiöse/terroristische Hintergrund mir nicht lag, war es trotzdem wieder schön, mit dem unangepassten, unbequemen Rebus durch Edinburgh zu streifen und den ein oder anderen Whiskey zu trinken.