"Always and Forever, Lara Jean", das Ende der Trilogie von Jenny Han, ist mit Sicherheit keine schwere Kost. der Plot ist leicht, verzichtet auf unnötiges Drama und beschert einem damit in einer YA-Landschaft, die immer gieriger Game of Thrones und andere Geschichten nachahmen möchte, einen Moment der Ruhe und Glücksgefühleim dritten Teil von Hans Reihe über die High-School-Schülerin Lara Jean gibt die Autorin einen Epilog zu Ehren der Fans, die lange betteln mussten, bis sie diesen Abschluss in Händen halten durften. nach dem Drama der ersten beiden Bände erfreuen sich Lara Jean und Peter K. nun einer etablierten Beziehung, planen für die Zukunft – und dank Inhaltsangabe weiß der Leser doch schon, dass etwas schief geht. positiv überraschend ist, dass Lara Jean am Ende nicht eine Sekunde lang in Erwägung zieht, für ihren Herzensmenschen auf die bessere Universität zu verzichten. Lara Jean mag viele Gründe haben, in der Nähe ihrer Heimat zu bleiben (wie bspw. ihre Familie), aber am Ende zählt für Lara Jean nur eine Frage: Wo wird sie sich wohlfühlen? Wo möchte sie ankommen?Han schließt viele Plotlines, die in den ersten beiden Bänden offen geblieben waren, ab: Stormy, Lara Jeans Dad und die Nachbarin, Margot, sogar John Ambrose McClaren kriegen ihr Ende.eingepackt ist das alles in Cookies, Vintage und die stete Neugier, Neues zu entdecken! wem all die Dystopien und sinnfreien Dramen zu viel sind und wer einfach nur ein wenig verschnaufen möchte, ist hier genau richtig!
Das Buch setzt nahtlos dort an, wo der zweite Band aufgehört hat. Lara Jean ist glücklich, das College neigt sich dem Ende entgegen, mit Peter läuft es bestens und ihre Familie ist nach wie vor das Wichtigste für sie. Peter und sie machen Pläne, wollen auch auf dem College unbedingt zusammen bleiben und haben sich deshalb nahe ihrer Heimatstadt auf einen Platz beworben. Doch während Peter ein Sportstipendium erhält, bekommt Lara Jean eine Absage und von da an ist ihr schöner Plan zum Scheitern verurteilt. Für welches andere College soll Lara Jean sich nun entscheiden? Sollen sie und Peter eine Fernbeziehung wagen? Kann das überhaupt gut gehen?Während die junge Protagonistin ihren 18. Geburtstag feiert, steht sie vor den ersten wichtigen Entscheidungen ihres Lebens. Nie wollte sie wegziehen und ihre Familie verlassen, doch eine Zulassung zu einem renommierten College außer Staates kann sie auch nicht einfach in den Wind schlagen. „Never be the girl who goes to College with a boyfriend“, hatte ihre Mutter ihren Mädchen einst geraten und auch Lara Jeans große Schwester Margot hat sich an diesen Rat gehalten. Doch Lara Jean ist nicht Margot und was sie und Peter haben, ist etwas ganz Besonderes, das sie auf keinen Fall wegwerfen will.Zwischen Hochzeitsvorbereitungsstress, Prom-Night, Beach-Week und College-Wahl fühlt sich das junge Mädchen bald zunehmend überfordert. Nicht alle Freunde in ihrem Umfeld glauben daran, dass ihre Liebe zu Peter halten wird, wenn sie auf zwei verschiedene Colleges gehen und langsam beginnt auch Lara Jean daran zu zweifeln. Als sie beginnt, widersprüchliche Signale zu senden, geht Peter langsam auf Distanz. Hat ihre junge Liebe eine Chance?One day all of this will be proof, proof that we were here, proof that we loved each other. It’s the guarantee that no matter what happens to us in the future, this time was ours.(S. 259)Der Schreibstil ist einfach gehalten, wie in den beiden Vorgängerbänden wird die Geschichte komplett aus Lara Jeans Sicht erzählt. Dabei kann man sich gut in die Gedankenwelt des jungen Mädchens hineinversetzen, das oftmals jünger als 18 wirkt. Ich hatte keine Probleme damit, dem Englischen zu folgen und kann den Abschlussband daher im Original empfehlen.Leider bleibt die Lovestory zwischen Lara Jean und Peter bis zum Schluss sehr unschuldig. Vor allem die konservative Einstellung von Lara Jeans Dad in Bezug auf Sex hat mich oftmals mit den Augen rollen lassen. Auch wenn es mir sehr gut gefällt, dass der Zusammenhalt innerhalb der Familie stets im Fokus steht, so leben die Protagonisten doch in einer teilweise rosaroten, sehr unwirklichen Welt. Deshalb würde ich die Reihe nach wie vor eher jüngeren Mädchen ans Herz legen, die sich nach einer leichten Liebesgeschichte sehnen, aber keine echten Dramen und erst recht keine Erotik erwarten.Das Ende kam relativ plötzlich. Ich hatte das Gefühl, dass ein paar wichtige Stationen ausgelassen wurden (z. B. die Korea-Reise), um schnell fertig zu werden. Das empfand ich als sehr schade. Auch einen anderen Ausgang der Geschichte hätte ich gut heißen können, aber so bleibt dieser relativ offen. Dennoch wird er die Leserinnen zufrieden stellen. Vieles bleibt der Fantasie überlassen und vielleicht ist das auch gerade gut so. Jedenfalls ist es eine erfrischende Abwechslung zu den sonstigen 5-Jahre-später-Epilogen, die für meinen Geschmack meist viel zu kitschig ausfallen.Natürlich lässt die Autorin sich auf diese Weise auch ein kleines Hintertürchen für eine eventuelle Fortsetzung offen, auch wenn sie in ihrer Danksagung anmerkt, dass das nicht geplant ist.Fazit:„Always and forever, Lara Jean“ war ein schöner Abschluss der Reihe um die junge Protagonistin Lara Jean und ihre erste große Liebe Peter. Ein letztes Mal lässt die Autorin uns teilhaben an der wunderbaren Familienidylle der Song-Mädels und platziert rosa Schmetterlinge in unseren Bäuchen. Wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, große Ereignisse stehen an und am Ende wird der Leser mit einem wohlig-warmen Gefühl im Bauch aus dieser kleinen amerikanischen Vorstadt-Seifenblase entlassen.Als Reihenabschluss ein absolutes Muss. Besonders für jüngere Mädchen ist die Reihe zu empfehlen.