Mit "Shelter" (geschrieben 2011) schafft Harlan Coben etwas überaus Verblüffendes. Bislang bekannt als Autor spannender Thriller für Erwachsene und Schöpfer der Serie um Myron Bolitar, wagt er sich nun an ein Werk, dessen Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene sind.Doch natürlich kennt Harlan Coben die Tricks und Kniffe seiner Zunft und so ist "Shelter" eigentlich ein Ableger seiner erfolgreichen Serie. Hauptperson ist nämlich Mickey Bolitar, der Neffe von Myron und so kann der Autor immer wieder vertraute Personen auftreten lassen und weckt somit einerseits die Neugierde jüngerer Leser auf seine anderen Bücher, als auch das Interesse der eingefleischten Fans, die natürlich dadurch Neuigkeiten aus der Welt um Myron, Win und all den anderen liebgewonnen Figuren erfahren.Mickey Bolitar befindet sich in einer denkbar schlimmen Situation. Sein Vater kam bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben, seine Mutter ist aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit gerade in einer Entzugsklinik und zu allem Überfluss muss er nicht nur bei seinem Onkel Myron wohnen, für den er nicht wirklich viel Gefühl aufbringen kann, sondern auch an einer neuen Schule klarkommen.Diese Ausgangslage ist den Lesern der Bücher von Harlan Coben allerdings schon bekannt, da einiges davon bereits im Schlusskapitel des Thrillers "Live Wire" erzählt wurde. Spannend wird es jedoch dadurch, dass dieselbe Szene im Anfangskapitel von "Shelter" aus der Sicht von Mickey erzählt wird.Der ist ein Junge mit einem großen Talent und einer tiefen Leidenschaft für Basketball. In der neuen Schule schließt er schnell Freundschaft mit Ema, einem geheimnisvollen Mädchen und "Spoon", dem herrlich schrägen Sohn des Hausmeisters.Außerdem lernt er Ashley kennen, in die er sich verliebt. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer, denn Ashley verschwindet und Mickey und seine neuen Freunde werden tief in den Strudel von Geheimnissen gerissen, die nicht nur ihr Leben verändern, sondern auch zu einer atemberaubenden Hetzjagd werden, mit dem Ziel Ashley zu finden und zu retten.Die Angelegenheit bekommt eine weitere dramatische Wendung, als die Spuren eine Verbindung zum Tode von Mickeys Vater aufweisen und darüber hinaus in eine schreckliche, dunkle Vergangenheit reichen. Mit einer rätselhaften Verschwörung konfrontiert, müssen die Freunde alles wagen und geraten schnell in Lebensgefahr.Mit "Shelter" hat Harlan Coben ein packendes, faszinierendes Buch geschrieben, was definitiv nicht nur für junge Erwachsene ist, sondern Leser jeder Altersklasse begeistern wird. Natürlich sind Vorkenntnisse der Serie um Myron Bolitar ideal, um die Tiefe des Werkes noch besser verstehen zu können, gerade wenn es um die Vorgeschichte und das komplizierte Verhältnis zwischen Mickey und seinem Onkel Myron geht, aber junge Leser kommen natürlich auch so besten klar, ohne vorher "Live Wire" gelesen zu haben. Dies sei eher den Erwachsenen empfohlen.Die Figuren überzeugen auf ganzer Linie in diesem Buch. Stimmig gezeichnete Charaktere und eine Handlung, die soviel Spannung erzeugt, dass sich die über 300 Seiten fast in einem Rutsch lesen lassen. Kurze Kapitel, Cliffhanger und großartige Beschreibungen machen diesen Thriller zu etwas ganz Besonderem, von dem genialen Finale ganz zu schweigen.Mickey Bolitar ist dabei nicht einfach nur ein zweiter Aufguss der überaus erfolgreichen Romanfigur Myron Bolitar. Vielmehr ist er eine ganz eigene Persönlichkeit, deren Gefühle, Empfindungen, Zweifel und Probleme intensiv, gefühlvoll und überzeugend dargestellt werden. Das sowohl Mickey als auch Myron Basketball spielen und dadurch eine Verbindung zwischen beiden Figuren geschaffen wird, ist natürlich ein Kunstgriff des Autors, doch das geht absolut in Ordnung, denn der Sport ist ein wesentlicher Teil in Mickeys Leben und wirklich glaubwürdig gestaltet.Harlan Coben hat hier ein Werk abgeliefert, welches genau das vermag, was ein gutes Buch können muss - es unterhält auf ganzer Linie und lässt beim Lesen die Zeit vergessen.In der Reihe um Mickey Bolitar erschienen:01. Shelter (2011)02. Seconds Away (2012)Fünf Sterne für einen perfekten Auftakt zu einer spannenden Thrillerserie für junge Erwachsene und alle, die Fans von guter, packender Spannung sind. Absolut empfehlenswert und ein richtig gutes Buch, welches auf ganzer Linie überzeugt.
Zuerst war ich etwas enttäuscht, als ich feststellte, dass die Zielgruppe dieses Romans offenbar "young adults" sind - dazu gehöre ich mit Ende 30 nicht mehr ganz. Ich dachte, das Buch würde mich langweilen. Tatsächlich ist jedoch die Geschichte um Mickey Bolitar so spannend erzählt und Mickey Bolitar selbst so ein interessanter junger Mensch, dass man umgehend in dem Plot gefangen ist und einfach durchliest, bis zum Ende - von dem man sich wünscht, es würde erst viel später kommen... Ich bin schon gespannt auf den nächsten "Mickey Bolitar Roman".
Gut geschrieben und spannend wie alle Romane von Harlan Coben, und interessante Ausflüge in die jüngere Geschichte Europas noch dazu. Trotzdem wirkt der Band ein wenig naiv, er hat was von Erich Kästner... Aber ein Buch nur für jüngere Erwachsene ist der Roman trotzdem nicht, man kann ihn auch knapp unter dem Alter von 50 noch mit Genuß lesen. Bin gespannt auf die Fortsetzung, die im September erscheinen soll.