Da ich zuerst die Serie sah (Staffel 1 und 2) habe ich hierbei öfter mein Gedächtnis in Frage gestellt, da die Serie hier wohl so weit vom Buch abweicht, dass es auch für mich eine teilweise ganz neue Erfahrung war. Hat echt Spaß gemacht die Ecken und Intrigen der Welt zu entdecken, die die Serie uns nicht gönnt.(Aber wenn ich ganz ehrlich bin, geht mir die weinerliche Protagonistin in jeder Version ein bisschen auf den Zeiger)
Obwohl in Siege and Storm einige wichtige Dinge passiert sind, hat sich dieser Band doch sehr nach warten und sonst nichts angefühlt.Das soll jetzt nicht heißen, dass es mir nicht gefallen hat, denn alles in allem war es ein solides Buch, aber es war ganz klar ein Überleitungs-Band.Also praktisch, dass einige kleine Dinge passieren mussten, bevor wir zum Höhepunkt im letzten Band kommen.Das ist auch im Großen kein Problem, denn schließlich ist das meistens der Fall mit dem 2. Band in einer Trilogie, aber dennoch hatte ich mir was Welt und Charakterentwicklung angeht mehr gewünscht.So bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich Alina mag oder nicht. Sonst ist es meist so, dass die Protagonisten von YA Büchern bei mir ziemlich schnell polarisieren, aber meine Gefühle zu Alina sind eher recht neutral. Ich mag sie weder sehr, noch hass ich sie -- allerdings heißt das aber eben auch, dass sie furchtbar medioker und leicht zu vergessen ist. Ihre Persönlichkeit ist nicht unbedingt stark und präsent.Das liegt vermutlich auch daran, dass Bardugo, anstatt sich mit Alina auseinanderzusetzten -- mit ihrer Gefühlswelt in ihrer neuen Rolle, was diese Macht mit ihr anstellt, was die Verbindung zu dem Darkling bedeutet, etc. -- sich eher dafür entschieden hat, Alina in eine unnötig dramatische Liebesbeziehung mit Mal zu stecken, welches nichts zur Sache tut, als von wichtigeren Dingen abzulenken.Dabei ist Mal absolut der Ned Nickerson zu Alinas Nancy Drew, d.h. er existiert als Figur nur, um Alinas Freund zu sein, tut aber nicht unbedingt die Geschichte voran bringen.So ist der Darkling absolut die interessantere männliche Figur, nicht unbedingt als Anwärter für Alinas Liebe, sondern wegen seiner Intentionen und Vergangenheit. So hätte ich mir gewünscht, mehr über diese zu erfahren. Ich meine, wir sind jetzt beim 2. Band und es ist mir immer noch nicht klar, was der bewegende Faktor dafür ist, dass der Darkling dies alles tut? Ich hätte gern mehr über ihn gelesen, aber stattdessen kam in diesem Buch kaum etwas über ihn vor -- vielleicht hätte das bedeutet, dass Bardugo einige der unnötigen Szenen zwischen Alina und Mal kürzen oder gar streichen muss und das wollte sie nicht?Wie man vielleicht schon merkt, hat mich dieser Aspekt dieses Bandes sehr gestört, obwohl ich das Buch dennoch gern gelesen hab. Da ist einfach etwas an dem Konzept dieser Geschichte, der Welt und dem Schreibstil, dass mich sehr interessiert.Dennoch hoffe ich, dass Leigh Bardugo ein klein wenig das romantische Drama zurückschraubt und sich auf andere Dinge fokusiert. Aber wer weiß, vielleicht war es vollkommen beabsichtigt und wir sollen erst mehr über den Darkling, Alina und etc. im letzten Band erfahren.Was mir an diesem Buch gefallen hat, waren die neuen Figuren, die vorgestellt wurden. So mag ich Nikolai, Tolya und Tamar sehr und hoffe, dass sie im letzten Band wieder auftauchen. Ich fand es klasse, wie Nikolai die Geschichte nochmal in eine andere Richtung gelenkt hat und wie die First und Second Army gemeinsam gearbeitet haben.Da war das Ende von ihnen natürlich umso trauriger.Auf jeden Fall freu ich mich schon auf Ruin and Rising und habe große Erwartungen, denn Siege and Storm war eher ein Dämpfer.