Der Untertitel "Oral History" verrät die Erzählmethode, auf die Garrett M. Graff für sein Buch setzt. Seine Leistung als Autor im eigentlichen Sinne beschränkt sich auf vergleichsweise kurze Passagen, die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Teilen des Buchs schaffen - denn das besteht im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung der Aussagen unterschiedlichster Menschen, die von den Ereignissen dieses schwarzen Tages unmittelbar betroffen waren.Graff lässt eine Vielzahl von Augen- und Ohrenzeugen zu Wort kommen - von Fluglotsen sowie Angehörigen, die durch Telefonanrufe der Passagiere des Fluges 93 (die Maschine, die dank des beherzten Eingreifens der Passagiere auf einen Acker stürzte und so nicht in ein weiteres Gebäude gelenkt werden konnte) von der Entführung der Maschine erfahren, über Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Anschläge in den betroffenen Gebäuden befanden, bis hin zu Feuerwehrleuten und vielen anderen Zeitzeugen.Das Ergebnis ist eine Chronologie der Ereignisse, die ungeheure Wirkung entfaltet - mir war lange vor Beenden der Leseprobe klar, dass ich das komplette Buch lesen möchte. Bereits jetzt, nach einem guten Drittel der Lektüre, gestatte ich mir ein Urteil und eine klare Lese-Empfehlung. Ich finde die Art der Aufbereitung hervorragend - mein Eindruck: die quasi ohne Unterbrechung aufeinander folgenden O-Töne (manch eine/r mag diese Herangehensweise gewöhnungsbedürftig finden; ich habe mich sehr schnell damit angefreundet) verleihen dem Inhalt des Buches eine ungeheure Bildhaftigkeit und Unmittelbarkeit - im Kern ist "The Oral History of 9/11" nichts anderes als eine gut 500 Seiten starke Niederschrift von Interviews.Schmälert das die Verdienste von Herrn Graff als Autor? Ich denke: Nein.Die Interviews zu führen bzw. die entsprechenden Inhalte zu sammeln und im Anschluss so zu sortieren, dass das Buch den Lesenden an die Hand nimmt und so schnell nicht loslässt, stelle ich mir angesichts der Anzahl der verwendeten Quellen als keine leichte Aufgabe vor.Meine Ansicht: Die Arbeit hat sich gelohnt. In den Aussagen der Menschen, die hier zu Wort kommen, tritt vieles zutage, von dem ich bislang nichts wusste (ob man von manchen teils grausigen Details wissen möchte, die ans Licht kommen, ist eine ganz andere Frage).Neben allem Schrecklichen, dessen Schilderung naturgemäß in diesem Buch seinen Platz hat, wird aber auch dies klar:Der 11. September war nicht nur ein katastrophales Ereignis, das der Welt vor Augen geführt hat, zu welchem Hass und zu welch abgrundtiefer Bösartigkeit Menschen fähig sind. Sondern offensichtlich auch ein Tag der Bewährung, an dem viele gezeigt haben, zu welchem Maß auch an Fürsorge und Opferbereitschaft der Mensch fähig ist.Das macht das Buch zu mehr als einer Zusammenschau von Gräueltaten und ihren unmittelbaren Folgen. Sondern in meinen Augen vor allem zu einem würdigen Denkmal für die Opfer und zu einem menschlich ungemein berührenden Stück Zeitgeschichte.
Die Ereignisse des 11. Septembers 2001 sind jedem bekannt, auch junge Menschen, die zu dem Zeitpunkt noch gar nicht geboren worden sind, verbinden mit diesem Datum eine schreckliche Tragödie. Ich selber kann mich nicht mehr aktiv an diesen Tag erinnern, jedoch hat mich das Thema Jahre später sehr beschäftigt und ich habe viele Dokumentation darüber gesehen .In dem Buch werden die Geschehnisse des 11. Septembers Chronologisch nacherzählt, von den Flugzeugeinschlägen in die World Trade Center, dem Einschlag ins Pentagon und vom Flug 93. Es besteht zum Größten Teil aus Originalzitaten von Menschen die vor Ort waren, wie etwa überlebende Mitarbeiter aus den Zwillingstürmen, Mitarbeiter aus dem Pentagon, Polizisten, Feuerwehrmänner, Passanten, Reproter aber auch von Angehörigen der Opfer, Fluglotsen und weitere Stimmen. Dafür hat der Autor zwei Jahre lang über 2000 Tonaufnahmen, Videos, Zeitungsberichte Ausgewertet und für das Buch zusammengestellt. Es zeigt auf welche Gedanken, Gefühle, ängste und Hoffnungen, die Amerkianer an dem Tag hatten. Das Buch ist definitiv keine leichte Kost, es ist sehr detailreich beschrieben und teils schwer zu Ertragen. Mich hat das Buch sehr berührt, es ist zum Teil sehr emotional und bedrückt einen. Aber es zeigt auch die andere Seite der Menschen, den Mut, den Zusammengalt, die Hilfsberwitschaft, dabei ist mir vor allem in Erinnerung geblieben, dass 60 Menschen an dem Tag gestorben sind, die eigentlich frei gehabt hätten, aber trotzdem zum Helfen gekommen sind. Es ist ein sehr bewegendes Buch, mit vielen Gänsehaut Momenten. Ich kann es nur jedem empfehlen zu lesen, der nachempfinden möchte, wie es war an dem Tag live dabei zu sein.