Sarid, Yishai: Monster
Gegenwartsliteratur EAN 9783036961071

Sarid, Yishai: Monster

Hersteller: Kein + Aber  ·  MPN: 1035343
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Produktfakten auf einen Blick

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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Am Ende dieser Geschichte steht eine Eskalation: Ein israelischer Tourguide streckt im Konzentrationslager von Treblinka einen deutschen Dokumentarfilmer mit einem Faustschlag nieder. Wie kam es dazu? In einem Bericht an seinen ehemaligen Chef schildert der Mann, wie er jahrelang Schulklassen, Soldaten und Touristen durch NS-Gedenkstätten geführt hat und wie unterschiedlich diese mit der Erinnerung an den Holocaust umgehen. Nach und nach zeigt sich, dass seine Arbeit nicht spurlos an dem jungen Familienvater vorübergeht - die Grauen der Geschichte entwickeln einen Sog, gegen den keine akademis

Bewertungen & Erfahrungen

4,3 von 5
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 01.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Intensiv!
Hubertus C. Feldmann 29.02.2024 amazon.de
Muss man die Gräuel der systematischen Judenvernichtung immer wieder schildern, um ausschließen zu können, dass sich so etwas auf keinen Fall wiederholen wird? Oder wird man durch diese wiederholten Konfrontationen abgestumpfter dem Leiden gegenüber, da das Leben doch irgendwie weitergehen muss – egal wie grausam, wie unvorstellbar das Leid gewesen ist? Und wie kann gegebenenfalls eine Erinnerungskultur aussehen, die zwar nicht ständig in der Wunde bohrt, aber dennoch dazu beiträgt, den sich in die Generationen hinziehenden Schmerz irgendwie zu kanalisieren? Und zwar so, dass Aussöhnung möglich wird.Der Roman des israelischen Autors Yishai Sarid geht hier einen ungewöhnlichen Weg, einen Weg der beim Leser Irritationen hervorruft, da er das nur schwerlich zu beschreibende Geschehene (nur technisch oder auch emotional; geht es überhaupt ohne Emotionen?) mit Vorgängen der Jetztzeit verbindet, ohne eindeutig Stellung zu beziehen (der mahnende Finger wird nur indirekt erkennbar, und mündet in der Frage: „Was hätte ich an ihrer Stelle getan?“ als es um den Verrat von Juden geht, um das eigene Leben zu retten) bis zum Schluss, der irgendwie in der persönlichen Diffusität des Protagonisten verschwindet.Diese eher kleine Buch, man möchte es fast liebevoll Büchlein nennen, liest sich allerdings wie ein Riesenwälzer. Denn die Auseinandersetzung mit dem Geschrieben geht unter die Haut, bringt Gehirn und Blut in Wallung (um es einmal bildlich auszudrücken), sodass man phasenweise mehr mit den eigenen Gedanken beschäftigt ist, als mit dem Weiterlesen. Fast zwangsläufig drängen sich Fragen auf, zusammen mit dem Wunsch, eine einigermaßen passende Lösung zu finden. Denn was hier angeboten wird, dazu kann man nicht einfach „Ja und Amen“ sagen; es entzieht sich dem einfachen „Gut-Böse-Schema“. Das ist das Unglaubliche an diesem Buch, welches Schreckliches behandelt, ohne dem Schrecklichen eine eindeutige Ecke zuzuordnen. Und dies bei der kaum nachvollziehbaren Brutalität dieses Themas!Zunächst liest es sich noch recht harmlos herunter, sieht man einmal ab, dass da jemand eine Doktorarbeit über das Thema „Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Arbeitsmethoden deutscher Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg“ schreibt und sich hierfür als „Reiseleiter“ zu den Stätten des Grauens (in Polen) anbietet. Na ja, warum nicht, könnte man meinen. Doch recht bald steckt man in seinen eigenen Gedanken fest, da die Schilderungen sich eben nicht im Eindeutigen verlieren, sondern die gesamte Spannbreite des menschlichen Verhaltens sichtbar werden lässt – für jeden von uns. Und darin steckt, so möchte ich es mal bezeichnen, die besondere Perfidie dieses Romans. Leicht wäre es gewesen, die Gräuel zu bezeichnen und daraus eine Art „Aufklärungsgeschichte“ zu basteln. Jeder würde hier folgen können, jeder sich aufgehoben fühlen. Eindeutig. Doch hier klopft jemand die Vorstellungskraft und Schwächen der Rezipienten ab, bringt Verhaltensmuster zum Vorschein, die einen nur allzu bekannt vorkommen – und die hier nur eine gigantische Überhöhung erfahren haben. Steckt etwa das Monsterhafte in jedem von uns? Diese Frage wird auf unterschiedlichen Ebenen behandelt. Die immer weiter perfektionierte Maschinerie des Tötens erfährt hier mit der Entwicklung eines Computerspiels eine quasi 1:1 Wiederholung, im Denken, im Konstruieren (entwickeln einer immer besseren Software zur Simulation des Grauens …) und im Sprachgebrauch (die Wannsee-Konferenz wird zum Wannsee-Projekt, das Einsatzkommando zur Einsatzabteilung). Gleiches gilt für die Erinnerungskultur (an das Töten wird mit einer Flugshow erinnert, das Militär mit der Organisation von Gedenktagen betraut – alles wird generalstabsmäßig, hier wie dort, organisiert …) oder das professionelle Abarbeiten der KZ-Exkursionen. Experten hier wie dort. Das Archaische in uns bricht sich immer wieder Bahn.Das Buch bietet eine herausragende Möglichkeit sich den eignen Schwächen zu stellen – und sich dabei dem unglaublichen Geschehen aus einer ungewöhnlichen Perspektive zu nähern. Es bietet die Möglichkeit, das Trennende „Wir und die anderen“ ein stückweit aufzuheben.
xinguara73 29.02.2024 amazon.de
Yishai Sarid, ein israelischer Autor, wirft hier in seinem Roman "Monster" einen Blick auf ein Monster, einen Blick auf das Grauen. Der Ich-Erzähler des Romans, ein Historiker, studiert die Geschichte des Grauens, den Holocaust, macht Führungen durch die Gedenkstätte Yad Vashem und durch die polnischen Vernichtungslager der Nazis. Und studiert dabei auch die Menschen, studiert ihre Reaktionen. Und macht sich Gedanken dazu, stellt sich Fragen dazu. Und diese Gedanken, diese Fragen sind keine einfachen. Dieser Autor wird sich mit seiner Geschichte hier in Israel keine Freunde gemacht haben. Trotzdem sind es Gedanken, die nachvollziehbar sind und Fragen, die man sich stellen könnte. Es wird eine Geschichte in diesem Buch erzählt, aber beim Lesen beschäftigt man sich oft mit seinen eigenen Gedanken, ich habe mich ganz oft am PC wiedergefunden, habe gesucht, gefunden, gelesen. Und die Gedankenanstöße, die der Autor hier liefert, die Fragen, die er hier stellt, sind keine einfachen. aber Gedanken und Fragen entbehren leider nicht der Grundlage, sind nachvollziehbar, aber ebenso erschreckend. Es geht darum, wieso dieses Grauen überhaupt entstehen konnte, wieso dieses Grauen/dieses Monster möglich war. Und gleichzeitig geht es auch um ein anderes Monster, den Menschen. Ein Monster, der Mensch, lässt dieses andere Monster, den Holocaust, entstehen. Menschen, die fühlen und empfinden, tun anderen Menschen Unvorstellbares an. Und viele andere Menschen sehen zu, oder machen mit, ermöglichen das Ganze. Das sind definitiv Dinge, die man sich nicht vorstellen kann und ich bin sehr dankbar, später geboren zu sein und nicht mit diesen Fragen konfrontiert worden zu sein. Deswegen tue ich mich einerseits auch schwer mit der Bewertung, andererseits kann man nichts anderes als Mörder zu schreien. Aber wiederum sitzt auf meiner Schulter auch ein kleiner Teufel, der mich fragt: Was hättest Du getan?. Und hier habe ich schlussendlich keine Antwort, nur die Hoffnung auf eine. Aber die meisten wissen auf diese Frage nicht die Antwort. Solche Fragen stellt der Autor. Und genauso betrachtet er die Erinnerungskultur der Israelis mit einem recht kritischen Auge. Er wirft auch hier Fragen auf. Stellt in seinem Buch auch den Umgang der Israelis mit den Arabern in den Raum. Der Autor stellt in seinem Buch "Monster" den Menschen, als ein anderes Monster, in den Mittelpunkt, und es kommen Gedanken zu diesem Monster Mensch auf, die jedem historisch und psychologisch interessierten Menschen schon einmal gekommen sind. Ich kann nur sagen, bitte unbedingt lesen!
Graf 29.02.2024 amazon.de
Das Meiste, was in diesem Buch steht, hast du irgendwo gelesen.Über Konzentrationslager, über die Täter, über die Opfer und auch über die heutigen Besucher der Orte des Schreckens. Nichtbesonders kompetent, nicht besonders eloquent, nicht besonders interessant. Ein kurzes Ding, möchte man ausatmen.
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