Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Ist Stress dafür verantwortlich, falsche Ernährung, Fehlprogrammierungen der Psyche oder gar schädigende Mikroorganismen? Vor der Industrialisierung kannte man Herzerkrankungen im modernen Sinn kaum. Als »Herzmedizin« dienten Pflanzen, die auf der geistig-seelischen Ebene wirkten und das Herz wieder fröhlich machten. Neben diesen alten Herzpflanzen werden auch die pflanzlichen Mittel der modernen Kardiologie vorgestellt, wie Fingerhut, Maiglöckchen oder Strophanthus. Ein ganzheitlicher Blick auf das hochaktuell e Thema der Herzproblematik, dargestellt aus Völkerkundlicher, ethnomedizinischer, ethnobotanischer und volkskundlicher Sicht.
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5
4 Bewertungen
5 ★3
4 ★1
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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"Die Krise der technologisierten westlichen Welt - unterschwellige Lebensangst, aufgestaute Wut, das Gefühl der Machtlosigkeit angesichts zunehmenden sozialen Unfriedens, Sorgen um sichere Arbeitsplätze, finanzieller Turbulenzen, knapper werdender Rohstoffe, immer neuer behördlicher Maßregelungen, Bevormundungen und Überwachung - all dies findet seinen Niederschlag nicht nur auf emotionaler Ebene, sondern durchdringt auch das Physisch-Somatische des Menschen. Unsicherheit, Angst und Stress rauben vielen die Lebensfreude, die - wie man einst wusste - ihren Sitz im Herzen hat. Anders gesagt: Herz-Kreislauf-Beschwerden sind nicht vorrangig ein Problem fehlgeleiteter biologischer Körperfunktionen, die es zu korrigieren gilt, sondern sie stellen im Grunde genommen ein gesellschaftlich-kulturelles Problem dar."Bereits mit diesem ersten Absatz im Vorwort seines Buches "Das Herz und seine heilenden Pflanzen" bringt Storl die Situation der Gesellschaft und der Herz-Kreislauf-Kranken auf den Punkt. Das Buch ist nicht einfach "nur" ein Heilpflanzenratgeber, sondern bringt auch viele anthropologische, ethymologische und historische Informationen mit, die zu einem sehr gut lesbaren Handlungsfaden verknüpft werden. Das Ganze versehen mit vielen, z.T. farbigen Abbildungen macht das Buch zu einem Lesevergnügen, wie ich es lange nicht mehr hatte.Es sollte m.E. zur Pflichtlektüre von Kardiologen und Internisten werden, die oft der Meinung sind, wenn sie einem nur genügend starke und aufeinander abgestimmte Chemikalien verordnen, würde der Patient schon "gesund"...In Anbetracht der Tatsache, dass viele Verlage heute schon schlichte Taschenbücher, bei denen höchstens das Cover spannend ist, für ca. 14,80 Euro verkaufen (wollen), ist der Preis für das Buch aufgrund der Papier-, Verarbeitungs- und Illustrationsqualtiät angemessen.(Edit: Tippfehler)
Es ist ein Buch, das unterhaltsam geschrieben ist, leider etwas sehr ausschweifig quer über die Pflanzenheilkunde und das Heilpflanzenspektrum. Ich hätte mir gewünscht, daß es sich kompakter auf das Thema Herz bezieht. Dennoch lese ich die Bücher von W-D Storl gerne, er hat ein enormes ganzheitliches Verstehen der Natur und betrachtet Krankheiten sowie die Wirkung von Pflanzen aus diesem Gesichtspunkt. Seine Bücher geben wertvolle Informationen, die auch der Laie verstehen und verwenden kann.Nachtrag: Nunmehr, da ich das Buch beendet habe, kann ich doch fünf Sterne geben. Man muß sich erst mal an das breite Spektrum gewöhnen, mit dem man durch die Pflanzenwelt geführt wird, aber im letzten Teil fokussiert sich der Autor sehr gezielt auf Pflanzen, die herzwirksam sind und macht das auch sehr übersichtlich. Ich würde es mir in Zukunft allerdings nur noch als Print-Ausgabe kaufen, denn mit dem Kindle kann man vieles nicht so schnell wiederfinden und nochmal nachlesen - und das muß man bei diesem Buch, um ein umfassendes Bild zu er- und auch behalten.Wie gesagt, es sind hochinteressante, inspirative und wertvolle Anregungen und mit kritischen Anmerkungen zu "modernen wissenschaftlichen" Vorgehensweisen in der Behandlung von Herzkrankheiten ist der Autor auch nicht sparsam - wobei er dies jedoch dezent und mit einem gekonnten Schuß Ironie macht. Kein Buch für die Selbsttherapie (davon rät er ab), aber ein Buch, das einem vieles klar macht.
Das, was ich speziell suchte, steht hier zwar nicht drin, das ist aber kein Mangel des Buches, welches wirklich sehr gut geschrieben und informativ ist. Allerdings findet man Dinge, wie solche, was das Buch noch interessanter macht, und mir zunächst mal den Atem verschlagen haben:"Man kann zu Recht fragen, wie tot die sogenannten Hirntoten wirklich sind. Sie sind warm durchblutet, sie atmen, das Herz schlägt, sie bewegen sich spontan, die Organe funktionieren. ...Wenn es dann auf dem Operationstisch - oder ist es eine Schlachtbank? - zur Organentnahme kommt, müssen die Hirntoten festgeschnallt und betäubt werden. Die Zuckungen, die Schweißausbrüche, der Adrenalinanstieg, die Pulserhöhung und die unkontrollierten (Abwehr-)Bewegungen ... werden als "Lazarussyndrom" oder Rückenmarkfeflexe abgetan." (Das Bewusstsein liegt nicht im Hirn!)Buch mit interessanter zeitgeschichtlicher Reflexion zum Thema Herz (-Gesundheit), Pflanzenkunde mit Fotos, Literaturverzeichnis und Index. Von Herrn Storl werde ich sicher noch mehr lesen...
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.