Hier ein ganz dringender Lesebefehl, äh, oder besser -empfehlung. Die Geschichte des kleinen Timm Thaler, der sein Lachen an den Teufel verkauft und später alles tut, um dieses zurückzuerlangen ist durch eine Fernsehserie aus den 70ern noch dem einen oder anderen älteren Semester vielleicht noch ein Begriff. Das Buch selber ist mittlerweile aber etwas in Vergessenheit geraten, dabei hat diese Geschichte mit ihrer Mischung aus okkulter Phantastik auf der einen und der realistischen Erzählweise auf der anderen Seite absolut ihren Reiz. Dabei wird der Besuch einer Pferderennbahn, wo seine Erinnerungen an den verstorbenen Vater am stärksten in ihm aufkommen, für den kleinen Jungen zum Verhängnis. Der Teufel tritt hier als global agierender Großunternehmer auf, da braucht man kein Genie zu sein, um eine gewisse politische Aussage zu durchschauen, aber wen das nicht stört, der erhält einen wirklich durchtriebenen, höhnischen Bösewicht, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint, immer wenn man denkt, jetzt hat ihn Timm Thaler auf clevere Weise überlistet, ist der Baron Le Fuet (rückwärts: Teufel) hat man sich getäuscht.Als Gegenleistung erhält der Junge die Fähigkeit jede Wette, die er abschließt zu gewinnen, was für viele kuriose Situationen führt, aber alle materiellen Gewinne nutzen dem Jungen letztlich wenig ohne seine Fähigkeit des Lachens und der Freude. Und so reist er um die halbe Welt, findet Freunde und dubiose Geschäftspartner des Barons, die ihn teils reinlegen wollen, teils heimlich gegen ihren Meister intrigieren. Keine allzu leichte Handlung, zumindest am Ende geht es viel um Geschäftspraktiken, Aktienkäufe, Firmengründungen, usw. was ein bisschen schade ist, da die erste Hälfte durchaus auch für Jüngere (sieben oder acht Jahre) schon tollen Lesespaß bietet.