In dem Theaterstück "Der jüngste Tag" geht es um ein Dorf, in dem sich ein großes Unglück ereignet bei dem sogar einige Menschen sterben. Wer daran Schuld ist und wie die Bewohner des Dorfes damit umgehen wird in diesem Buch eindrucksvoll beschrieben. Die Leute in dem Theaterstück sprechen auch des öfteren umgangssprachlich, was mir sehr gut gefiel. Auch hat Ödön von Horvath einen ganz eigenen Schreibstil, der ganz anders ist, als alles was ich sonst so gelesen habe, vielleicht ist es ja gerade das, was dieses Theaterstück so einzigartig macht.Von daher finde ich 5 Sterne durchaus angemesen und würde das Buch auch zu lesen empfehlen.
"Der jüngste Tag" ist ein Schauspiel aus der Feder von Ödön von Horváth. Es wurde 1937 uraufgeführt. Es handelt sich dabei um ein eher kurzes Trauerspiel in 7 Bildern.Am Anfang Zentrum der Handlung steht der Stationsvorsteher Hudek, der sich ganz alleine um einen kleinen Bahnhof kümmern muss, da das restliche Personal wegrationalisiert wurde. Das erste Bild endet mit einem Zugzusammenstoß, zu dem es kommt, weil Hudek kurz abgelenkt ist.Wer ist Schuld an dem Unglück? Juristisch gesehen natürlich Hudek allein. Moralisch ist die Situation natürlich komplexer. Und sie wird in dem Moment noch komplexer, als zwei der Beteiligten lügen, um Hudek unschuldig aussehen zu lassen.Am Anfang des Dramas steht ein Wort das heute noch zeitgemäßer ist als 1937: "Rationalisierung". Auch wenn Rationalisierung nicht das Thema, sondern nur kleiner Aspekt der Schuldfrage ist, zeigt es doch, wie zeitgemäß das Stück noch heute ist. Die Frage nach der metaphysischen Schuld, um die sich dies Schauspiel hauptsächlich dreht, ist natürlich eh eine zeitlose.Ein gelungenes Stück, das zum Nachdenken anregt.