Weltuntergänge. Vom Sinn der Endzeit-Erzählungen: [Was bedeutet das alles?] – Reuter, Ingo – Erläuterungen; Denkanstöße; Analyse (Reclams Universal-Bibliothek)
Fachbücher Ethik EAN 9783150196786

Weltuntergänge. Vom Sinn der Endzeit-Erzählungen: [Was bedeutet das alles?] – Reuter, Ingo – Erläuterungen; Denkanstöße; Analyse (Reclams Universal-Bibliothek)

Hersteller: Reclam Philipp Jun.  ·  MPN: 1178806
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Produktbeschreibung

Das Ende ist nahe - schon immer. Ingo Reuter untersucht, warum Erzählungen vom Untergang seit jeher Konjunktur haben und was sie bewirken können. Denn wer von Weltuntergängen spricht, der redet immer auch von Gerechtigkeit und denkt in die Zukunft. Wer kann sich am Ende retten? Was hat es mit dem Menschen auf sich, dass er verantwortlich für seinen eigenen Untergang sein kann? Und besteht Hoffnung auf Rettung? Reuter zeigt an Weltuntergangserzählungen von biblischer Zeit bis heute, aber auch an Filmen und Videospielen, warum die Menschheit nicht ohne imaginierte Untergänge auskommt.

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 08.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Tiefgründig!
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Einfach und informativ! Empfehlenswert!
Gedankenspringer82 02.03.2024 amazon.de
Erwartet habe ich mir einen kulturgeschichtlichen Überblick über „Weltuntergänge“ und „Endzeit-Erzählungen“, wie es der Titel verspricht. Einen solchen Überblick bekommt man jedoch nicht.Nachfolgende einige Beispiele:„Dass massive Interessen der Industrie und Wirtschaft und deren brutales Kapitalinteresse der Hauptfaktor der Zerstörung sind, gerät elegant aus dem Blick.“ (S. 10)Dieser Satz im Indikativ (Wirklichkeitsform) steht symptomatisch für das Buch des Dr. Ingo Reuter, Professor für Religionspädagogik (!). Es folgt auch keine Begründung. Das „brutale Kapitalinteresse“ IST gemäß dem Relgionspädagogen Schuld für „die Zerstörung“. Achso. Alles klar. So einfach ist die Welt. Ein klassisches Argumentum ad verecundiam, also ein Scheinargument, basierend nur auf der Autorität des Religionspädagogen.Was der Autor verschweigt: Die größten Umweltzerstörungen fanden aber im Sozialismus statt, da Produktionsanlagen stets derart veraltet waren und durch Ineffizienz und chronischem Geldmangel aufgrund der Planwirtschaft nicht erneuert werden konnten. Zudem waren sozialistische Planwirtschaften nie innovativ. Man vergleiche nur BRD und DDR oder Südkorea und Nordkorea.Der Autor könnte ja zu (s)einer Meinung gelangen, wenn er sie (1) begründen würde und (2) wenigstens ein Für und Wider beider Seiten darstellen würde. Da er beides nicht tut, handelt es sich lediglich um reine Indoktrination: um eine Predigt. Ich habe mir aber vom Titel „Weltuntergänge - Vom Sinn der Endzeit-Erzählungen“ einen geschichtlich-neutralen Grobüberblick über das Titelthema erhofft - und keine einseitige, politische Indoktrination über Weltgeschichte und -wirtschaft von einem fachfremden Religionspädagogen.Im restlichen Buch werden zigfach Computerspiele (etwa S.13) oder diverse Filme erwähnt und oberflächlich besprochen;, die von ihm erwähnten Filme werden hinten zwei (!) Seiten aufgelistet. Wo bin ich hier gelandet?Expemplarisch zu einer „Filmbesprechung“: „Zombies sind in Mode“, so ein Satz auf S. 66, dann erwähnt er „Dawn of the Dead (USA 1978)“ und führt dann dutzende Sätze über Zombies und Vampire aus, wobei er zwischendurch Serien wie „The Walking Dead (USA2010ff.)“ einstreut. Dann auf einmal zieht der Autor einen seltsamen Vergleich: von „Zombiefluten“ kommt er zum Flüchtlingsstrom (2015), mit dem „rechte Parteien in Deutschland die Ausgrenzung von Flüchtlingen rechtfertigen. Das Boot sei voll“ (S.67 unten).Ich finde die Metophorik primitiv, einfältig, unpassend und vor allem unterkomplex. Flüchtlinge werden irgendwie mit Zombies gleichgesetzt - wobei man fairerweise natürlich sagen muss, dass der Autor es ja „gut meint“, also den „rechten Parteien“ offenbar vorwirft, Zombies in ihnen zu erkennen. Natürlich differenziert der Autor nicht zwischen Kriegsflüchtlinge und Wirtschaftsmigranten. Natürlich differenziert der Autor nicht, dass eine überwältigende Mehrheit in Deutschland stets für maßvolle Zuwanderung war und ist - aber dass ein Großteil aus guten Gründen eine unkontrollierte Zuwanderung ablehnt. Selbst an den angeblich primitiven Stammtischen habe ich oft gehört: „Wenn da ukrainische Frauen oder Familien aus Syrien kommen, da sagt doch keiner was. Aber wenn da überwiegend junge Männer alleine aus Ländern kommen, in denen Frauenrechte nicht so groß geschrieben werden, das könnte problematisch werden.“ Solche Differenzierungen kennt der Autor nicht. Wer nicht auf seiner Seite ist, gehört zu den „Rechten“, die in „den Flüchtlingen“ ausschließlich das Böse und „Zombies“ sehen würden. Dies alles steht im Grunde für sich: politische-aktivistische Indoktrination ist stets unterkomplex - so wie in diesem Fall.Noch ein paar Auszüge aus dem Buch:Auf S. 19 fasst er die antiken Sintflutgeschichten zusammen und schreibt: „Von der Bedrohlichkeit der Technik, der menschengemachten Zerstörung der Umwelt ist dort natürlich noch keine Rede.“ Wieder einer der vielen politisch-aktivistischen Sätze. Mich hat „die Technik“ noch nie bedroht. Moderne Technik hat das Leben meiner Großeltern- und Elterngeneration angenehmer und erträglicher gemacht, und sei es durch Dinge wie Waschmaschinen, Sanitäranlagen, Medikamente oder schmerzfreie Zahnarzt-Spritzen-Betäubungen, die heute so selbstverständlich sind, dass sie niemand mehr als „Luxus“ empfindet.Auf S.23 fasst er seine zuvor nur negative Darstellung der „römischen Weltwirtschaftsordnung“ so zusammen: „Wir sind Babylon“, also genauso übel wie das Römische Weltreich. Mit keiner Silbe erwähnt er die positiven Seiten des römischen Weltreichs: Straßenbau, Thermen, Philosophie, Infrastruktur, geniale Ingenieur-Leistungen wie Wasserleitungen und Viadukte, Kultur, Philosophie oder die römische Rechtsordnung, auf die unsere Rechtsordnung („in dubio pro reo“) und besonders unser BGB wurzelt.Auf S. 31 ein weiterer linksradikaler Kampfbegriff („Heuschreckenkapitalismus“), den er völlig allgemein gebraucht als Synonym für unsere Art des Kapitalismus: der sozialen Marktwirtschaft. Wie gesagt: Ich habe nicht gedacht, dass ich hier einen Leitartikel in der linken taz lese, sondern dass ich einen objektiv-sachlich geschichtlichen Überblick über das Thema „Endzeiterzählungen“ bekomme.Auf S.31 lesen wir weiter: „Das römische Reich verbrauchte rücksichtslos Ressourcen“ und schließt dann: „Mit anderen Worten: Die Aliens sind wir.“ - Er meint damit, wir sind die „Gefahr von außen“, die er zuvor versucht hat zu beschreiben.Auf S. 34 lesen wir den Satz: „Im Blick auf die Umweltzerstörung ist es wohl eher so, dass die Folgen geleugnet oder falsch eingeschätzt wurden.“ - Er verwendet tatsächlich das Wörtchen „wohl“. Ein Null-Satz sozusagen: kann wohl durchaus so sein oder eher nicht, vielleicht schon, mal sehen, wer weiß. Aha.Auf S. 35 lesen wir dann, dass „ökonomische Sachzwänge nachhaltiges umweltpolitisches Handeln anscheinend unmöglich gemacht“ hätten. - Er verwendet tatsächlich das Wörtchen „anscheinend“. Auch wieder ein Null-Satz, eine Spekulation. Scheinbar schon oder eher doch nicht? Zudem verschweigt er auch hier wieder, dass es in der sozialistischen Planwirtschaft der Sowjetunion oder DDR weit größere Umweltsünden gab (siehe oben).Ebenfalls auf S.35 erwähnt er dann Horkheimer und Adorno, um seine bisherigen neomarxistischen, sozialistischen „wohl“- und „anscheinend“-Behauptungen „zu belegen“. Natürlich erwähnt er mit keiner Silbe, dass die neomarxtische Frankfurter Schule um Adorno vor allem die bürgerliche, marktwirtschaftliche Nachkriegs-Bundesrepublik kritisierte und heftigst attackierte. Ziel der Frankfurter Schule war die Überwindung der Marktwirtschaft, das große Vorbild war die sozialistische, planwirtschaftliche DDR, die dann aber 1990 aus guten Gründen unterging. Nur erwähnt der Autor diese Gründe mit keinem Wort.Auf S.43 erwähnt der Religionspädagoge zum wiederholten Male einen Kampfbegriff („Konzerkapitalismus, der totalitäre, simulierte Staat“).Auf S. 59: „Weltuntergang durch virale Ansteckung“ so die Überschrift auf S.59:„Könnte ein Virus die gesamte Menschheit auslöschen? In den Zeiten der Corona-Pandemie stellt sich diese Frage auf einmal mit großer Dringlichkeit“, so spekuliert der Religionspädagoge.Er relativiert dann immerhin, dass Covid19 nicht so schlimm wie „das Ebolavirus“ sei, aber:„Gefährlich bleibt es aber trotzdem. Menschen werden krank, manche sehr krank, manche sterben.“Man muss diesen letzten Satz wirklich mehrmals lesen. Von „Menschheit auslöschen“ bis „Menschen werden krank, manche sterben“ in 1-2 kurzen Gedanken und 1-2 kurzen Sätzen. Aber Erkenntniss: null!Wie gefährlich ist nun das Corona-Virus ist? Fehlanzeige. Kein Hinweis darauf, dass die allermeisten „mit“ (und nicht „an“) Corona versterben; kein Hinweis, dass der Altersmedian der Verstorbenen laut RKI-Berichten stets zwischen 83 und 84 Jahren lag und liegt - was dem Alter der mittleren Lebenserwartung entspricht.Kein Hinweis auf die massiven Kollateralschäden: psychisch, körperlich, sozial, wirtschaftlich, pädagogisch. Kein Hinweis auf das (vor allem psychische) Leid vor allem Kinder und Jugendlicher - wegen der Lockdowns, nicht wegen des Virus selbst. Dass Covid19-Maßnahmen also viel Schaden verursachten: kein Wort vom Autor. Fehlanzeige. Dass die Angst und massenmediale Angstmache Menschen massiv unter Stress setzte, was wiederum das Immunsystem schwächt und Menschen krankheitsanfälliger macht: Fehlanzeige. Kein Wort vom Autor. Selbst das ZDF berichtet inzwischen am 9.3.2023: „Schweden kam mit vergleichsweise wenig Corona-Maßnahmen viel besser durch die Pandemie.“Fazit:Ich kann dieses Buch nicht empfehlen. Es erfüllt überhaupt nicht, was der vielversprechende Buchtitel erhoffen lässt. Ich erhoffte mir einen geschichtlichen Überblick von Endzeiterzählungen, Weltuntergängen und Endzeitsekten (davon gibt es gegenwärtig übrigens auch welche im Bereich „Klima“, was der Autor jedoch mit keiner Silbe erwähnt). Es handelt sich bei diesem Büchlein leider nu um eine politisch-aktivistische Schrift, die auch in der taz abgedruckt sein könnte. Nichts gegen die taz: Aber hier hätte ich mir, wie gesagt, einen objektiv-sachlichen, profunden Grobüberblick über das Thema des Buchtitels erhofft, und keine aktivistische Bekehrung.
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