Der erste Teil der zweibändigen Mafia - Saga erzählt den Werdegang des Jung - Gangsters Joe Coughlin im Amerika der 20er Jahre. Motiviert wird er in seiner Gangsterkarriere nicht nur durch schnelles Geld oder Macht, sondern vor allem durch die Liebe zu einer Frau, was ihn letztlich sogar nach Kuba führt. Ein Mafia - Thriller, der es bereits zu einem Hollywoodfilm gebracht hat und absolut lesenswert ist!
Nach "Im Aufruhr jener Tage" handelt es sich hier um den zweiten Band einer vermeintlichen Triologie; die Handlung beginnt hier einige Jahre später (1926) ebenfalls in Boston. Im Mittelpunkt steht der jüngste Sohn Joe eines Polizeioffiziers, der es, hart und korrupt, mittlerweile sogar zum stellvertretenden Polizeichef von Boston gebracht hat. Allerdings hat Joe schon in jungen Jahren damit begonnen, sich als "Gesetzloser" zu fühlen, hat sich von seiner Familie weitgehend abgewandt und eine Laufbahn als Gangster eingeschlagen.Erzählt wird, wie Joe zwischen die Mühlen konkurrierender Gangsterbosse gerät und im Zuchthaus landet. Wie er sich dort gegen die Brutalität anderer Mithäftlinge behauptet und schließlich das Vertrauen eines ebenfalls einsitzenden Mafiabosses erlangt. Später wird er während der Prohibition sogar Statthalter des Mafiaclans bei Tampa / Florida und sorgt mit seiner Intelligenz, Umsicht und verbündeten Kubanern für blühende Geschäfte und Profite bei der Herstellung von Rum und dessen Schmuggel an die Nordostküste.Das alles bleibt und verläuft natürlich nicht so einfach und glatt, wie es den Anschein hat. Alte Feinde, Neid und Gier und auch manchmal Joe`s mangelnde Härte sorgen immer wieder für Probleme.Der Roman ist zweifellos gut und flüssig geschrieben, da versteht der Autor sein Handwerk vorzüglich. Und doch fehlt mir ein wenig, was mir die Vergabe der vollen Punktzahl ermöglichen würde. Irgendwie geht ab und zu der Spannungsbogen etwas verloren, vielleicht auch, weil die Story über einen Zeitraum von neun Jahren verläuft und die Zeitsprünge zum Ende hin immer größer werden. Vielleicht aber auch ein wenig, weil der junge Protagonist sich zwar schnell zum Gangsterboss hocharbeiten kann, trotzdem aber nicht ganz solche Eigenschaften wie Härte, Gewissen- und Skrupellosigkeit mitbringt, die vermutlich für eine solche Gangsterkarriere notwendig sind. Der Protagonist bekennt sich zwar zu seinem Dasein als Gangster, lieber sieht er sich jedoch als guten "Gesetzlosen", der auch leicht für Wohltaten für Arme zu haben ist, sich gern großzügig und gerecht gibt. Hier fehlt mir etwas an inneren Konflikten des Charakters, das erscheint mir manchmal gerade in diesem Milieu als etwas zu einfach und widerspruchsarm geraten zu sein.Aber unabhängig davon ist es für jeden, der sich für dieses Genre interessiert, ein durchaus lesenswertes Buch.Die offensichtlich beschlossene Verfilmung des Stoffes kann ich mir sehr gut vorstellen, dafür gibt es genug an Ereignissen, sowohl in Beziehung auf das Gangstermilieu mit blutigen Fehden als auch bzgl. der Liebesbeziehungen des Protagonisten. Bei guter und intelligenter Umsetzung ist ein sehr guter Film im Noir-Stil leicht vorstellbar.