Ein gutes Leben ist die beste Antwort: Die Geschichte des Jerry Rosenstein (detebe)

Ein gutes Leben ist die beste Antwort: Die Geschichte des Jerry Rosenstein (detebe)

Hersteller: Diogenes Verlag Ag  ·  MPN: 1045760
4,8/5 (4 Bewertungen)
Günstigster Preis
12,00 €
inkl. MwSt.
Verfügbar bei averdo DE Versand: k.A.
Bei 1 Anbieter im Vergleich
Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
Bei averdo DE kaufen — 12,00 € Verfügbar · inkl. MwSt. · Versand k.A.

Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
Diogenes Verlag AG
EAN
9783257243437
Hersteller-Artikelnr.
1045760
Kategorie
Historische Biografien & Erinnerungen
Durchschnittsbewertung
4,8 / 5 (4 Bewertungen)
Günstigster Preis
12,00 € (averdo DE)
Anbieter im Vergleich
1 Shops

Produktbeschreibung

Lange hat Jerry Rosenstein geschwiegen. Doch auf einer Reise durch Holland und Deutschland erzählt er dem 40 Jahre jüngeren Friedrich Dönhoff seine Geschichte. In der hessischen Provinz geboren, wuchs Jerry in Amsterdam auf, bis er im Alter von 15 Jahren deportiert wurde und nach Auschwitz kam. Mit viel Glück und dem richtigen Instinkt hat er diese Zeit überlebt. Danach wollte Jerry nur noch eins: frei sein. Und das hat er in vielerlei Hinsicht auch geschafft.

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5
4 Bewertungen
5 ★ 3
4 ★ 1
3 ★ 0
2 ★ 0
1 ★ 0

Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.

Redaktion 17.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Super!
Heiko H. 14.03.2024 amazon.de
Trotz ihrer 40 Jahre Altersunterschied, ist in jeder Zeile dieses Buches zu spüren, dass sich Autor Friedrich Dönhoff und der Nazi- Deutschland Überlebende Jerry Rosenstein, sehr gut verstehen. Während einer zusammen unternommen Reise in Jerry Rosensteins Vergangenheit, empfindet der Leser, eine beiderseitige, freundschaftliche Ungezwungenheit. Geschickt wechseln beschriebene Passagen von F. Dönhoff, mit von J. Rosenstein erzählten Rückblicken.Antworten auf Fragen zu seinem Schicksal sind „Ich habe es überlebt“ und „Survive the survival“. „Leben nach dem Überleben“. Antworten, die das gewonnene Lebensmotto von Jerry Rosenstein ausdrücken.“A good life is the best revenge”, übersetzt er mit “… ist die beste Antwort“.Trotz der grausamen Erlebnisse, macht der 86-jährige, wie auch der Autor empfindet, einen wesentlich jüngeren Eindruck. Die Bilder von Jerry Rosenstein im Buch, verdeutlichen diese Einschätzung.Friedrich Dönhoff ist, nach "Die Welt ist so, wie man sie sieht" und "Mister Helmuts Schule", wieder eine exzellente Biografie gelungen.
Helga Kurz 14.03.2024 amazon.de
Ja, schon wieder eine Geschichte vom Überleben des Holocausts. Warum auch nicht? Es gibt noch einige Überlebende, so lange ist diese dunkelste Episode der Menschheitsgeschichte noch nicht her, gerade mal die Spanne eines durchschnittlichen Menschenlebens, wenn er Glück hat und sie hat gravierende Einflüsse auf Biografien von vielen Menschen genommen, deren Leben sonst ganz anders verlaufen wären. Viele haben, oft nachdem sie lange geschwiegen haben, als sich ihr Leben dem Ende zuneigte, zu erzählen begonnen. Die meisten Berichte, Romane, Essays und Biografien sind erschütternde und qualvolle Zeugnisse unfassbarer Geschehnisse, geprägt von Scham und Schuldbewusstsein im Grunde doch nicht Davongekommener, oft als die einzigen ihrer Familie. Ihre Zeugnisse verlangen dem Leser viel ab, diese Geschichte nicht, im Gegenteil, sie ist, so paradox das klingen mag, vor allem tröstlich. Das Buch, geschrieben von Friedrich Dönhoff, dem Großneffen von Marion Gräfin Dönhoff, ist anders, weil der hochbetagte Jerry Rosenheim, den er darin portraitiert und mit dem er im jenem heißen August des Jahres 2013 in den Niederlanden und in Deutschland auf den Spuren seiner Kindheit und Jugend unterwegs war, einen anderen Umgang mit seiner Vergangenheit als Auschwitzüberlebender gefunden hat. Am Arm trägt er eine kleine Narbe. Die Nummer, die sie in Auschwitz in seinem Arm tätowiert haben, ließ er entfernen. Jerry Rosenstein ist keine Nummer. Man kann, wie der Titel schon zum Ausdruck bringt, die Lebensphilosophie dieses sympathischen Menschen, ja, tatsächlich, als heiter betrachten. Das hebt das schmale, mit Fotos der Familie Rosenstein versehene Büchlein auf anrührende Weise heraus.Gerald, Jerry, Rosenstein wurde als jüngster von drei Brüdern 1927 in Bensheim an der Bergstraße in gut situierte Verhältnisse geboren. Die jüdische Familie war seit Jahrhunderten in dem beschaulichen Städtchen zuhause. Die Idylle der Familie zerbrach, als Hitler an die Macht kam und die meisten Bürger der Stadt ihre jüdischen Mitbewohner zu ignorieren, fallenzulassen oder ganz offensiv anzufeinden begannen. Die übliche Geschichte. Angehörige drängten seine Eltern zur Auswanderung nach Übersee. Jerrys Vater dachte, die Übersiedlung nach Amsterdam würde genügen. Das tat es, wie wir wissen, nicht und das sollte sich schon bald rächen. Die Rosensteins waren oberflächlich mit den Franks bekannt, ihre Wege in Amsterdam kreuzten sich und Jerry, der die Zeit in den Niederlanden für lange Zeit als eine glückliche betrachtete, besuchte dieselbe Schule wie Anne und Margot Frank, ohne näheren Kontakt zu den beiden zu haben. Die Lage spitzte sich zu, Geldsorgen hatten sich eingestellt, eine Übersiedlung in die Vereinigten Staaten oder auch nur ins näher gelegene England war nicht mehr möglich. Sie saßen in der Falle. Die Bilder aus jener Zeit zeigen drei gut aussehende Brüder, die optimistisch und lebensfroh in die Kamera blicken. Der älteste Bruder, Hans, wähnte man lange Zeit in Palästina in Sicherheit, aber, wie es sich später herausstellte, starb er während des Krieges als Fallschirmjäger. Er hatte sich der englischen Armee angeschlossen und wurde über Albanien abgeschossen. Er wurde 21 Jahre alt. Sein mittlerer Bruder wurde sechszehnjährig vor seiner restlichen Familie deportiert und musste das Lager Auschwitz-Birkenau mit aufbauen, in das auch später sein Vater und der jüngster Bruder verschleppt wurden. Sie überlebten auf abenteuerliche Weise mit viel Glück, Ernst nicht. Als sie ankamen, war er schon tot. Die Mutter überlebte in Theresienstadt. Nach einem einjährigen Nachkriegsleben in Paris, da war Jerry 19 Jahre alt und einziges überlebendes Kind seiner Eltern, emigrierte die Familie nach New York, nach Upper Manhattan, Washington Heights, einem Stadtteil, in dem damals rund 60.000 Juden lebten, von denen die meisten vor Verfolgung und Krieg aus Deutschland geflohen waren. Sie nannten ihr Viertel manchmal spöttisch das „Vierte Reich“.Bei Jerry bricht sich der tiefe Kummer um den Tod seiner Brüder Bahn und auf seinen Schultern lasten die Erwartungen seiner Eltern, die ihre ganzen Hoffnungen auf ihr nunmehr einziges Kind setzen. Erfolgreich soll er werden, heiraten, Kinder bekommen. Die Vergangenheit ist tabu, wird nicht berührt. Jerry, der schon lange weiß, dass er homosexuell ist, befreit sich und zieht nach San Francisco, wo er heute noch lebt. Erfolgreich und vermögend ist er geworden, aber gebunden hat er sich trotz seines großen Freundeskreises niemals. Wie er sich sein gutes Leben erkämpft hat, ist das zentrale Thema dieses Buches. Er war schon oft in Europa, auch in Deutschland, auch in Bensheim, und trifft er auf Widrigkeiten, weiß er sie stoisch zu nehmen und von sich fernzuhalten, wie Friedrich Dönhoff immer wieder fasziniert festhält. Den Nachkriegsdeutschen weist er keine Schuld zu. ihre Aufgabe sei aber, niemals zu vergessen. Dieser Mann hat sich nie unterkriegen lassen, hat sich ein Leben nach seinem Geschmack erkämpft und genießt es nach Kräften. Das ist seine Rache, er will es lieber als Retourkutsche sehen, am Hitlerregime, dessen Hauptakteure schon lange vermodert sind, derweil er immer noch den weiten Blick über die Bucht von San Francisco und die Freuden eines komfortablen Lebens in Kalifornien, nunmehr im anhaltenden Wohlstand eines alten Mannes, eines schon längst und so gut wie möglich Davongekommenen, genießen kann. Jerry Rosensteins Philosophie ist unendlich tröstlich, sie handelt von der Maxime, gut zu sich selbst zu sein und dem nicht vollendenden Zerstörungswerk zutiefst Böswilliger ein Bollwerk entgegenzusetzen. Jerry Rosenstein haben die Nazis im Grunde nie in ihre Fänge bekommen. Sein Vater starb bald nach dem Krieg, aber seine Mutter lebte ihre letzten hochbetagten Jahre in seiner Nähe. Die Feste ihres Sohnes bereiteten ihr Vergnügen, auch wenn sie der Meinung war, dass sich da viel zu viele Schwule herumtrieben. Jerry lächelte stillvergnügt. Als er aber auf einer Kreuzfahrt die Frage gestellt bekommt, ob er glaube, dass es Auschwitz tatsächlich gegeben habe, entschuldigt er sich und geht an Deck, um in die Weite des Himmels zu blicken: „Die Nacht war sternenklar und wunderschön.“
S. Arbenz-Braunstein 14.03.2024 amazon.de
Friedrich Dönhoff ist es gelungen, ein wunderbar berührendes, tiefgründiges Buch zu schreiben, das man noch lange mit sich trägt! Empfehlenswert!
Preisvergleich
1 Angebot gefunden

* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben. Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet. testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.

Weitere Produkte von Diogenes Verlag Ag
Weitere Produkte in „Historische Biografien & Erinnerungen"
Alle in Kategorie →