Der Nachbar: Kriminalroman (Unionsverlag Taschenbücher)
Sozialwissenschaften EAN 9783293209299

Der Nachbar: Kriminalroman (Unionsverlag Taschenbücher)

Hersteller: Unionsverlag  ·  MPN: 1046321
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Produktfakten auf einen Blick

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Sozialwissenschaften
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Produktbeschreibung

Spitzes, hysterisches Gelächter. Polternde Schritte, tack, tack, tack, bis tief in die Nacht. Teuflisches Getrappel, krachende Türen und sirrende Geräte. Unerbittlich dringen die Geräusche des Nachbarn durch die Decke, bohren sich ins Trommelfell, zerfressen Nächte und Frieden. Ein Plan muss her, es muss Ruhe einkehren. Um jeden Preis. Und plötzlich findet sich der Geplagte mit der Leiche des Nachbarn wieder. Mit düsterer Komik erforscht Patrícia Melo das Monster in uns allen und verwandelt einen häuslichen Konflikt in ein apokalyptisches Drama.

Bewertungen & Erfahrungen

4,3 von 5
3 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 19.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Die Beschreibung transportiert eine sehr atmosphärische und spannende Stimmung, obwohl ich persönlich die Geräusche etwas übertrieben fand. Dennoch ist es eine fesselndes Leseerlebnis.
aus-erlesen 20.05.2024 amazon.de
Es gibt viel Arten zu nerven. Und es gibt Arten genervt zu sein. Wenn der liebe Nachbar von oben drüber des Nachts permanent die eigenen Nerven durch akustische Attacken überstrapaziert, gehen einem schon mal die nerven durch. Weil es nervt!Mal mit ihm reden, denkt sich der Biologierlehrer, dessen nächtliche Ruhe durch das Getrappel, den Fernseher, Gespräche, Streit, kurzum: Durch Lärm, beeinträchtigt wird, ist nicht drin. Das hilft nichts. Der Typ da Oben, Ygor, mit Ypsilon, was ein Quatsch, ist einfach unbelehrbar. Dem müsste man mal so richtig … die Leviten lesen. Ihm den Hals umdrehen. Sogar noch Schlimmeres geht dem Pädagogen durch den Kopf.Ein Schüler könnte diesen heiklen Job ausführen. Der Grobschlächtigste unter ihnen wäre prädestiniert dafür. Nach der Schule bessert er sein spärliches Nebenjobgehalt mit Überfällen auf. Doch was, wenn der Grobschlächtige mal auf die Idee kommt den Auftraggeber, ihn, den Lehrer später einmal zu erpressen? Keine gute Idee. Da muss man selbst Hand anlegen. Selbst ist der Mann. Wenn seine Frau das wüsste. Was für ein ganzer Kerl er ist. Dann würde sie ihn wohl nicht verlassen wollen. Aber vielleicht ist es dafür eh schon zu spät?!Die Tat im unruhigen Schlafe zu ersinnen, das ist einfach. Doch den letzten, entscheidenden Schritt auch wirklich zu gehen, dafür braucht man Mut. Die letzten spärlichen Überreste dieser Courage im Herzen, setzt der Biologielehrer einen Schritt vor den Anderen. Die Tür öffnet sich. Pause. Im Bad liegt die Leiche des lärmenden Übeltäters mit Ypsilon. Wie ein Held fühlt er sich nicht. Auch wenn er weiß, dass die nächtlichen Stunden nun in Morpheus Armen vergehen werden. Wäre da nicht das schlechte Gewissen.Bei der Gerichtsverhandlung versucht der Anwalt des Angeklagten einen Kniff. Lärmbelästigung als mildernder Umstand. Doch Milde schützt vor Strafe nicht. Das Böse hat schlussendlich gesiegt.Patrícia Melo lässt dem Bösen ungeheure Freiheiten. Das Gute ist gefangen im Korsett der Regularien und der eingefahrenen Pfade dessen, was tun darf und was man zu unterlassen hat. Bevor es still wird um den Lehrer, der doch nur Ruhe suchte, muss er durch das Fegefeuer der Faszination gehen. Fans säumen den Weg ins Gerichtsgebäude und später ins Gefängnis. Sie sehen in ihm einen Helden, der das recht selbst in die Hand genommen hat. Dass er dabei nur verlieren konnte, wird vom Neuartigen, vom Mut überstrahlt. Des Teufels Helfer ist spannender als der willfährige Gefolgsmann des Gesetzes.
Lesefreund6203 20.05.2024 amazon.de
Nicht ganz klar wird schon zu Beginn dieser psychologischen „Innenbetrachtungen mit parallel verlaufendem Mord“, ob der zunächst durch Lärm „geknechtete“ brasilianische Lehrer in Sao Paulo überaus geräuschempfindlich ist, sich den fast tödlichen Lärm aus der Wohnung über ihm vielleicht nur einbildet (seine Frau scheint nicht sonderlich gestört zu sein) oder ob tatsächlich der Nachbar von oben im Haus es auf ihn „abgesehen“ hat. Und sich extra Schuhe mit Holzsohlen besorgt, um ja genügend Geräusche schon beim einfachen Gehen auf dem Fußboden zu erzeugen.Kontakte, Ermahnungen, selbst das Zerstören der eigenen Küchendecke mit einem Besenstiel aus nackter Verzweiflung, all das bringt keine Linderung. Wie auch an der Schule nicht alles rund läuft und die Schüler ihn ganz schön unter Druck setzen. Wobei sich an solchen Nebenszenen herausstellt, dass der Erzähler im Werk kaum Resilienz besitzt und auf geringste Konfrontationen bereits ziemlich aversiv reagiert.Dennoch, ist der Mann ein Mörder? Ein kalter zumindest nicht, wie die dramatischen Ereignisse zeigen werden, die als Folge seines unbefugten Eindringens in die Wohnung des Nachbarn eintreten werden.Ein Moment, ab dem (für eine gewisse Zeit), Melo ihrer Geschichte einen gewissen Sogcharakter verleiht, wenn sie minutiös und atemlos spannend den einsetzenden, inneren Verfall ihres Erzählers Schritt für Schritt mit Intensität schildert und ebenso den Leser mit in die Spannung hineinnimmt, ob in der hohen Geschäftigkeit des Mannes es ihm gelingen mag, mit dem, was ihm da geschehen ist, durchzukommen. Während zugleich die private Welt des Lehrers auf eine Art belastet wird und in die Brüche geht, die fast Mitleid beim Leser aufkommen lassen.All dies bildet den ersten Teil des Werkes, der in gewisser Weise Regeln des Kriminalromans folgt, bevor im zweiten Teil des Werkes die Blickrichtung sich stark ändert und Motive „fremder Frauen“ noch hinzutreten, die ein wenig gewollt und künstlich gesetzt wirken und die Geschwindigkeit und die präzise Betrachtung der inneren Dynamik im Erzähler selbst ebenso ein stückweit verwässern lassen, so dass dies einfach nicht mehr in gleicher Weise fesselt, wie der Beginn und die Ereignisse um die Eskalation im Wohnhaus.„Seine Muskeln wurden allmählich steif, ich musste schnell handeln. Nächste Vorkehrung: We3rkzeug besorgen“.Zwei ungleiche Hauptteile im Buch, ein Ende, das einige Fragen offen lässt (ob man dem mit Hoffnung begegnen sollte oder eher angewidert langsam den Mann innerlich verlassen möchte) sorgen für eine Lektüre auf zwei Ebenen, die nicht in gleicher Weise fesselnd und spannend ausformuliert werden, wobei die Lektüre vor allem aufgrund der präzisen Beobachtungsgabe Melos lohnt und der innere „Verfall“ ihres Erzählers den Leser nicht so schnell wieder loslassen wird.
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