Im Winter Schnee, nachts Sterne. Geschichte einer Heimkehr: Vom Autor des Bestsellers »Im Meer schwimmen Krokodile«
Gegenwartsliteratur EAN 9783328109365

Im Winter Schnee, nachts Sterne. Geschichte einer Heimkehr: Vom Autor des Bestsellers »Im Meer schwimmen Krokodile«

Hersteller: Penguin Verlag  ·  MPN: 778455
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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 19:39 Uhr
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PENGUIN VERLAG
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Gegenwartsliteratur
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Produktbeschreibung

Offen, berührend, wahrhaftig: Wie es dem afghanischen Flüchtling Enaiatollah Akbari gelungen ist, in Europa eine neue Heimat zu finden Als der Afghane Enaiatollah Akbari nach jahrelanger Flucht ganz allein Europa erreichte, war er fünfzehn Jahre alt. Aus eigener Kraft musste er sich eine neue Existenz aufbauen. Er lernte eine neue Sprache, machte seinen Schulabschluss, studierte Politikwissenschaft. Zusammen mit dem Schriftsteller Fabio Geda erzählt er jetzt, wie es ihm gelungen ist, in Europa eine neue Heimat zu finden. Und warum er dafür vorher zu seinen Wurzeln zurückkehren und sein

Bewertungen & Erfahrungen

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Annette Traks - Bücherblog 18.03.2024 amazon.de
Nach seiner Flucht aus Afghanistan hat Enaiatollah sich in Italien durch viel Fleiß und Willensstärke eine Existenz aufbauen können:Er hat die Sprache gelernt und nach bestandenem Abitur Politik-wissenschaften studiert. Außerdem arbeitet er in verschiedenen Jobs, um seine Familie in Afghanistan unterstützen zu können.Die europäische Kultur wird ihm nach und nach vertraut; er schließt sogar Freundschaften.Nachdem er etliche Jahre keinen Kontakt zu seiner Familie gehabt hat, fragt er sich immer öfter, ob seine Mutter, sein Bruder und seine Schwester die lange Zeit des Krieges unbeschadet überstanden haben, ja, ob sie überhaupt noch leben. Wohnen sie noch zusammen? Sind sie vielleicht geflohen und wenn ja: wohin?Da die Fragen immer drängender werden, beauftragt er den Vater eines afghanischen Freundes, der in Pakistan lebt, Nachforschungen anzustellen.Und tatsächlich: Trotz vieler Widerstände macht dieser Enaiatollahs Mutter schließlich doch noch ausfindig, und Mutter und Sohn können nach 8 Jahren zum ersten Mal wieder miteinander telefonieren.Es vergeht jedoch noch etliche Zeit, bis er sich auf die Reise zu ihr begibt und nach und nach erfährt, wie es der Familie in der Zwischenzeit ergangen war.Sein Leben nimmt durch den Aufenthalt in seiner alten Heimat eine entscheidende Wende.Resümee:Dieses Buch ist die Fortsetzung von „Im Meer schwimmen Krokodile“; es ist wieder zusammen mit dem italienischen Schriftsteller Fabio Geda entstanden. Mittlerweile sind 16 Jahre vergangen – Enaiatollah ist jetzt 32 Jahre alt und erzählt, was er, seine Mutter und Geschwister in der Zwischenzeit erlebt haben.Er hat nichts von seiner Willensstärke eingebüßt und trotz zahlreicher v.a. bürokratischer Hindernisse nie aufgegeben. Italien ist sein Zuhause geworden. In diesem Land hat er sich eine Existenz aufgebaut, Freundschaften geschlossen und hier plant er eine Zukunft für sich, seine Frau und die erhofften Kinder.Dennoch hat er seine Mutter und die Geschwister ebenso wenig vergessen, wie seine alte Heimat:den Hazarajat, eine Bergregion westlich von Kabul, wo es „im Winter Schnee“ und „nachts Sterne“ gibt (Titel).Es existieren quasi zwei Herzen in Enaiatollahs Brust, denn er ist hin- und hergerissen zwischen dem Land, in dem er geboren wurde, die ersten 10 Jahre seines Lebens bracht hat und wo seine Familie noch lebt und seiner neuen Heimat Italien.Vieles, was die politische Situation in Afghanistan angeht, wird nur kurz angerissen, angedeutet oder „durch die Blume“ gesagt.Persönliches, ihn und seine Familie betreffend, schildert er jedoch recht ausführlich.Dabei ist der Erzählstil wie auch schon im ersten Buch durch seine Natürlichkeit sehr berührend. Fazit: ein ebenso mitreißendes wie berührendes Buch
Bürger-Häffner Astrid 18.03.2024 amazon.de
GELESEN: Fabio Geda (Koautor) /Enaiatollah Akbari (Autor)„Im Winter Schnee, nachts Sterne“Aus dem Italienischen von Christiane BurkhardtErschienen 25. Oktober 2021 bei C. Bertelsmann224 SeitenDie erste Seite zeigt eine Landkarte. Der Leser kann, sofern nicht bekannt, erkennen, wo Afghanistan, der Hauptschauplatz der Geschichte, zu finden ist, und von welchen Ländern dieses wiederum umrahmt wird.Das Land, in dem der Ich-Erzähler Enaiatollah Akbari, den alle nur Enaiat rufen, aufgewachsen ist, von dem er sehr anschaulich, direkt heiter, in einer flotten Zeittafel darlegt, was sich von vor 80 000 v.Chr. bis 2001 ereignet hat. Wie überall auf der Welt fanden etliche Kriege um nichts statt, die von allen möglichen Herrschern angezettelt wurden und immer wieder unzählige Menschenleben forderten.Enaiats Vater, der von den Taliban gezwungen wurde, mit einem Lastkraftwagen in den Iran zu fahren, um dort Waren zu holen, verunglückte und starb. Für den Verlust der Waren hätte die Mutter aufkommen sollen. Da sie dies nicht konnte, war ihr bekannt, was geschehen würde. Man hätte ihr Enaiat genommen. So blieb ihr nichts anderes übrig, als diesen mutterseelenallein zu den Straßenkindern nach Pakistan zu bringen. Dort sollte er sich durchschlagen. Alles war besser, als in die Hände der Taliban zu fallen.Von Pakistan aus ging es für Enaiat weiter in den Iran, die Türkei, nach Griechenland und schließlich nach Italien, und dies alles ohne Papiere und ohne überhaupt zu wissen, wann er geboren wurde. Das italienische Einwohnermeldeamt bestimmte, den Tag seiner Ankunft im Lande zu seinem Geburtstag zu machen. Am 01. September wurde Enaiat immer ein Jahr älter. Dass er an diesem Tag auch Geburtstag feierte, konnte er, zumindest am Anfang nicht behaupten.Nach seinem Jahre dauernden Überlebenskampf begann er nun seine Familie ausfindig zu machen, was recht rasch gelang. Nun konnte er des Öfteren mit seiner Mutter für teures Geld telefonieren. Er erfuhr, dass seine Schwester inzwischen geheiratet hatte und selbst Kinder hatte. Auch seinem Bruder ging es gut. Seine Familie zog umher, lebte teilweise in verschiedenen Lagern unter menschenunwürdigen Zuständen. Irgendwann ging es dann für sie wieder zurück. Der Bruder wanderte nach Australien aus, die Mutter traf sich mit Verwandten und Freunden, und bei einem gemeinsamen Essen gab es eine Gasexplosion. Wer nicht starb hatte, wie die Mutter, schwerste Brandverletzungen, denen sie nach Tagen erlag.Nach 17 Jahren reiste Enaiat von Turin nach Pakistan und besuchte seine Schwester, die auf die Geburt ihres fünften Kindes wartete. Der ersehnte Sohn kam zur Welt, als Enaiat noch bei ihr weilte. Während dieses Aufenthaltes verliebte er sich in Fazila, die aus seinem Heimatdorf stammte und mit ihrer Mutter in der Nachbarschaft seiner Schwester lebte. Die beiden heirateten. Enaiat musste das Land zuerst alleine verlassen, da seine Frau noch keine Ausreisegenehmigung erhielt.Auf Seite 176 schreibt Enaiat: „Wer über die Bürokratie jammert, war noch nie in Afghanistan. Die Regierungsangestellten meines Landes sind der Marianengraben der Bürokratie: Stempel, Unterlagen, Stempel, Unterlagen usw. „Wenden Sie sich an eine andere Abteilung“ – „Nein, heute ist niemand da, kommen Sie morgen wieder usw.“Wichtige Papiere zu erhalten, ist ein Glückspiel, wie man dieser Schilderung, die sich über Seiten hinzieht, entnehmen kann. Es ist unbeschreiblich, was diese Leute durchleben. Manchmal hilft Bestechung, manchmal ein sympathisches Gesicht, ein sanftes Auftreten kann ebenso hilfreich sein, wie ein raues. Man weiß eben nie, an wen man gerät. Dass man von weit herkommt, spielt auch keine Rolle. Gerne darf man noch einmal anreisen, um dann zu erfahren, dass wieder ein Dokument verlangt wird oder ein Geldbetrag, von dem man bislang nichts wusste. Es ist unerträglich, diese Schilderungen zu lesen. Dass viele Menschen illegale Wege beschreiten, kann man, hat man das gelesen, jetzt besser verstehen.Auch über die Gastfreundschaft lesen wir, die Enaiat nach siebzehn Jahren in Italien in dieser Form nicht mehr verstehen konnte. Andere Länder, andere Sitten. Genauso ist es. Offene Türen und stets willkommen zu Speis und Trank. Winzige Räume, überfüllt mit lauten, feiernden Menschen sind an der Tagesordnung. Wer nicht Folge leistet, gilt als unhöflich. In unseren Breiten löst ein unangemeldeter Gast fast Panik aus.Auch ohne den eigentlich ersten Teil dieser Geschichte „Im Meer schwimmen Krokodile“ gelesen zu haben, in dem Enaiatollah Akbari von seiner Flucht erzählt, und von der ich zu spät Kenntnis erlangt habe, ist dieses Buch eine wirkliche Empfehlung und änderte so manche Sichtweise.
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