Ich wollte dieses Buch hauptsächlich aus einem Grund lesen:Dem abgrundtief genial-coolen Titel!Als ich dann noch den Klappentext las, stand für mich eigentlich schon fest:Hier hat sich jemand einem Thema gewidmet, von dem man viel zu selten liest!Das Buch spricht die Jugend an,- denn die Probleme, die es behandelt, sind keinesfalls so selten oder abwegig, wie man glauben mag. Sie sind real, genau wie die Kids, die diese Probleme mit sich herumtragen!Der Schreibstil des Autors ist wirklich erfrischend! Auch als erwachsener Leser ist dieses Buch ein wahrer Genuss. Die vier Jugendlichen, um die sich diese Geschichte hauptsächlich dreht sind so unterschiedlich wie sie nur sein können. Gleichzeitig schafft der Auto es, jedem von ihnen eine so laute, unverkennbare Stimme zu geben, dass man als Leser gar nicht mehr weghören kann. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von Liza und Julian. An manchen Stellen war ich jedoch etwas enttäuscht, dass nicht auch Max und Tariq eigene Sequenzen hatten. Das hätte einem speziell von diesen beiden noch einmal ein tieferes Bild gegeben.Aber auch ohne die Ich-Perspektive der beiden gelingt es dem Autor die jugendlichen Stimmungen, die zwischen Übermut, Arroganz, Trauer, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit hin und her wechseln so präzise einzufangen, dass man als Leser völlig überrascht von dem Gefühlsleben so mancher Figur ist.Natürlich stehen hier speziell Liza (die an Tourette erkrankt ist) und Julian (der Kiffer) im Vordergrund. Die beiden sind es auch, die uns in ihre ganz eigenen Abgründe führen, und dem Leser zeigen, wie eindrucksvoll sie sich gegen ihre Probleme zur Wehr setzen.Leider gab es einen Punkt in diesem Buch, der mir ein wenig zu Denken gegeben hat und der dazu führte, dass es statt grandiosen 5 Sternen, immer noch super 4 Sterne wurden.Mir persönlich (und das entspricht nur meiner ganz persönlichen Auffassung!) war der Drogenkonsum von Julian an manchen Stellen doch viel zu lapidar dargestellt.Ja es ist nur „Gras“, mag der ein oder andere nun sagen. Ja, es ist aber auch ein Jugendbuch, dass der ein oder andere Vierzehnjährige da vielleicht in den Händen hält und süffisant, grinst, wenn er liest „wie cool das Kiffen ja ist“.Natürlich wird im Laufe des Buches darauf hingewiesen, dass Julian das Kiffen selbst nicht (mehr) mag und er ja auch versucht ein Leben ohne Drogen anzustreben, aber speziell eine Szene im Buch war mir einfach zu verharmlost dargestellt. Da schrillten meine Alarmglocken und sie schrillen noch.Aber – abgesehen von diesem einen Kritikpunkt ist das Buch vor allem eins:Mutig.Offen.Ehrlich.Und das hat mir sehr gut gefallen. Der Autor hat Ahnung, von dem was er da erzählt und laut Danksagung hatte er viele tolle Menschen, die ihn zum Thema „Quali-Maßnahme“ und „Tourette“ gecoacht haben, sodass hier kein gefährliches Halbwissen verschriftlich wurde. Das merkt man aber auch. Das Buch wirkt echt – ungestellt und einfach authentisch. Mich hat der Wandel der Clique, ihr wachsender Zusammenhalt, diese positive Gruppendynamik, die sie entwickeln (DURCH diese Quali-Maßnahme!) wirklich beeindruckt.Ein Buch, dass sich mit den Problemen der Zeit beschäftigt, auf eine lustige, ernste, gleichzeitig, aber auch unbeschwerte Weise, dass man sich eigentlich nur eins Wünschen kann:Dass dieses Buch in die richtigen Hände wandert:Lehrer, die glauben sie hätten nur „dumme“ Schüler in ihrer Klasse sitzen.Schüler, die glauben, man hätte sie schon längst abgeschrieben.Und Eltern, die ihren Glauben an ihre Kinder leider viel zu oft verlieren, weil sie „sowieso nur den ganzen Tag am Handy/vorm PC sitzen.