Antwort: Sie alle tauchen in den Gedanken von Daniel Gewand im Buch „Gott ist wie Husemann“ auf, jedoch sind sie verteilt auf ganz unterschiedliche Geschichten. Diese Geschichten – es handelt sich um Alltagserzählungen – hat der Autor im Rahmen des Verkündigungsformats Kirche in 1LIVE über das Radio über ca. 10 Jahre verteilt in jeweils 90 Sekunden an die Zuhörerschaft weitergegeben.Es bedarf schon eines guten Impulses, um 90 Sekunden Aufmerksamkeit zu erzeugen und auch noch etwas inhaltlich zu sagen. Das geschieht hervorragend, häufig durch Irritationen: „Gott ist wie Bielefeld“, „Glauben ist wie Marathon laufen“ oder „Facebook ist der bessere Friedhof“. In der ersten Geschichte wird der Titel aufgelöst: „Husemann“ ist der Name eines Kiosks, den der Autor aus seiner Kindheit in Duisburg kennt, und mit dem er vor allem verbindet, dass der Kiosk eigentlich immer offen war, stets das Gewünschte bereit hielt und man dort einfach gut Zeit mit Menschen verbringen konnte und dazu noch den ein oder anderen Rat erhielt. So wird „Husemann“ zum Bild für Gott.Handeln alle Geschichten von Gott, Glaube und Kirche? Ja und Nein! Ja, denn das Format der Texte ist eine Verkündigungssendung, die das Ziel verfolgt, Interesse am (christlichen) Glauben zu wecken. Nein, da viele Geschichten einfach Alltagsbeobachtungen beinhalten, die sehr unterschiedlich gedeutet werden können. Zwar gibt uns Daniel Gewand meist seine Deutung mit, aber die Beobachtung ist so offen geschildert, dass ich meine eigenen Schlüsse daraus ziehen kann.Da alle 85 Texte mal als Radiosendung in 90 Sekunden Sprech- bzw. Sendezeit passen müssen, benötigt man in der Regel noch etwas weniger Zeit zum Lesen. Das ganze Buch kann also in weniger als zwei Stunden gelesen werden. Aber gedacht ist wohl weniger an ‚einfach durchlesen’ als an ‚immer mal wieder lesen’. Impulse entfalten in anderer Dosierung – schön verteilt – ihre Wirkung.Letztlich wird die ganze Palette der Lebenserfahrungen in den kleinen Texten abgebildet: Freude, Nähe, Dankbarkeit, Ärger, Trauer, Freundschaft, Liebe und Tod. Mal eher flüchtig, mal durchaus schwer und nachdenklich, aber immer auf eine bestimmte Art kurzweilig und sympathisch.Fazit: „Gott ist wie Husemann“ ist eine große „gemischte Tüte“ mit Gedanken über das Leben, die Erfahrungen im Alltag und den (möglichen) Bezug zu Kirche, Glauben und Gott: Sehr anregend, immer unterhaltsam und macht Lust auf mehr.