Mal wieder sehr gelungen, mal wieder etwas ganz anderes... Ich glaube, Andreas Eschbach kann gar kein Buch schreiben, dass mir nicht gefallen würde.Dieses Buch entstand, wie oben erwähnt, in einem Experiment. Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, war so begeistert von Eschbachs Buch Das Jesus Video, dass er auf die Idee kam, dem Autor ein gewagtes Angebot zu machen. Wäre dieser bereit a la Charles Dickens einen Fortsetzungsroman für die FAZ zu schreiben? Er war es... Gott sei Dank!Ich bin allerdings froh, dass ich den Roman als komplettes Werk lesen konnte, denn immer eine Woche auf die Fortsetzung zu warten, hätte ich niemals geschafft. Trotz der recht kurzen Kapitel und der projektbedingten knappen Ausführungen, ist es Andreas Eschbach gelungen, eine unglaubliche Spannung zu erzeugen.Vor jedes Kapitel hat er Schlagzeilen der jeweiligen Woche eingefügt, um ein wenig den Charakter des Originals nachzuahmen. Denn dort nahm er wöchentlich Bezug auf aktuelle Ereignisse und baute sie gekonnt in seine Story ein.Es ist natürlich kein tiefgründiges Werk, aber es ist unterhaltsam und einfach spannend. Und die Idee hinter dem Ganzen, die Erklärung zur Exponentialdrift, erscheint erschreckend logisch. Wenn man dieses Buch zuklappt, schaut man jedenfalls erst mal grübelnd in den Himmel...Besonders gefallen hat mir auch der Anhang zum Buch, eine Art Werkstattbericht, in dem Eschbach erzählt, wie es aus seiner Sicht zu diesem literarischen Experiment kam und seine Arbeit ziemlich genau beschreibt. Ebenfalls sehr spannend, aber unbedingt NACH der Lektüre des Romans lesen, wie es auch der Autor selbst empfiehlt, sonst erfährt man schon zu viel und die Spannung wäre futsch.Ich habe mich daran gehalten und es nicht bereut. Eschbach for ever!