Eine junge Frau kämpft um Freiheit und Selbstbestimmung Thüringen, 785. Wie es die Tradition vorsieht, dient Gunhild ihrem Vater, dem Grafen Hardrad, als rechte Hand und Schildmaid. Ihr Stammesgebiet ist Teil des fränkischen Reichs unter Karl dem Großen, und Vater und Tochter sind treue Gefolgsleute Karls, der als Garant für Frieden und Wohlstand gilt. Nur eines ist ihnen ein Dorn im Auge: König Karl verlangt, dass Gunhild einen fränkischen Grafen heiratet. Aus Sicht der Thüringer darf allein der Vater entscheiden, mit wem seine Tochter eine Verbindung eingeht. Doch König Karl lässt die wi derspenstige Gunhild kurzerhand entführen. Kann sie sich befreien und ihr Recht durchsetzen? Recht und Aufstand, Liebe und Verrat - ein spannender Roman aus der Zeit Karls des Großen
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion10.08.2026
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Ein spannender Roman, der die Zeit Karls des Großen lebendig werden lässt, auch wenn einige historische Details etwas vereinfacht sind. Die Geschichte um Gunhild fesselt jedoch sehr.
„Die List der Grafentochter“ führt weit zurück in die Zeit, als Karl der Große König des Frankenreiches war. Es ist Anfang Dezember anno 785, als Gunhild und ihre jüngeren Brüdern Giselher und Warmunt auf der Erphesburg die Rückkehr ihrer Eltern - Graf Hardrad und seine Gattin Brunichild - erwarten. Gunhild hat in ihrer Abwesenheit das Sagen auf der Burg, auch wenn dies Warmunt, mit seinen dreizehn Jahren der Jüngste, nicht gefällt. Doch auf Gunhild ist Verlass, sie ist willensstark und zupackend, sie ist seit jeher an Vaters Seite. Doch nun steht ihre Vermählung mit einem Thüringer Gaugrafen an. Die Hochzeitsvorbereitungen sind in vollem Gange, als König Karl bestimmt, Gunhild mit seinem engen Vertrauten Autkar zu verehelichen. Sie sträubt sich dagegen und wird kurzerhand entführt.Neben diesen Verwicklungen klingen die Sachsenkriege an. Karls Feldzüge, deren Ziel die Unterwerfung und die erzwungene Christianisierung der Sachsen waren, sind nicht nur auf seiner Seite verlustreich. Wir lesen auch von Fastrada, Karls vierter Ehefrau, die sehr grausam gewesen sein soll. Ihr Charakter ist gut eingefangen, sie ist trotz ihrer unbarmherzigen, machtbesessenen Art ihrem Karl eine liebende Ehefrau. Als Karl bei einem seiner Feldzüge in einen Hinterhalt gelockt und an einem unbekannten Ort gefangen gehalten wird, spitzt sich die Lage zu, eine Verschwörung bahnt sich an, Fastrada ist außer sich, sie lässt foltern und verhängt als Strafe den Tod am Strang.Isabel Voss hat das frühe Mittelalter, das Leben der einfachen Leute und der Grafen auf ihren Burgen in Zeiten Karls des Großen anschaulich beschrieben. „Fakten und Fiktion“ nennt sie ihre Schlussbemerkung. Das Historische, um das sich die fiktive Geschichte rankt, ist bestens recherchiert. Zur besseren Orientierung ist das Ortsverzeichnis am Ende des Buches hilfreich, denn im frühen Mittelalter hatten die Orte und die Landschaften völlig andere Namen, die von den heutigen vielfach nicht abgeleitet werden können. Jedoch habe ich ein Personenverzeichnis vermisst, denn die vielen und zudem heutzutage nicht mehr gebräuchlichen Namen sind schon verwirrend, auch wäre eine Landkarte der besseren Übersicht wegen nicht verkehrt gewesen.Das Leben im Jahre 786 war schon ein ganz anderes. Auch wenn ich historische Romane gerne und viel lese, so bleibt die Zeit Karls des Großen eher ausgespart. Umso gespannter war ich auf „Die List der Grafentochter“, auf Gunhild, einer unerschrockenen, fortschrittlich handelnden und denkenden jungen Frau, die ihre List geschickt und wohldurchdacht ausgeführt und zu einem guten Ende gebracht hat. Dieser historische Roman hat mich nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den vielen Personen und dem fehlenden Personen- und Familienregister, das bei historischen Romanen durchaus üblich ist, dennoch gut unterhalten.
Fränkisches Reich um 785-Auch die Thüringer Grafen sind mittlerweile treue Gefolgsleute von König Karl und ihm tributpflichtig. Auch der christliche Glaube hat sich mittlerweile etabliert, auch wenn ab und an noch alte Traditionen durchschimmern. Um den Frieden, aber auch etwas Eigenständigkeit bemüht sich Graf Hardrad. Karl ist für ihn aber der Garant für den Frieden unter den Stämmen. Doch als der fränkische Graf Autkar auftauchte um auf Karls Befehl hin, die Hand von seiner Tochter Gunhild zu fordern, kommt Unfrieden auf! Gunhild ist schon seit langem einem anderen Mann versprochen. Diese Einmischung stößt auf Unfrieden unter den Fürsten, doch sie ist nur der Anfang einer groß angelegten Verschwörung um an den Thron des Königs zu gelangen. Radulf der Vater der Königin hat einen perfiden Plan gesponnen.Der historische Roman “Die List der Grafentochter” von Autorin Isabell Voss spielt zur Zeit des berühmten Kaisers Karls des Großen.Als Hintergrund der Geschichte dient eine unglaubliche Verschwörung gegen den König, die ein ganzes Adelsgeschlecht unschuldig in den Abgrund zu reißen droht. Mit ihrer Protagonistin Gunhild, schafft die Autorin eine starke Frauenrolle, die sich mit List und einer großen Portion Unerschrockenheit mit dieser aussichtslosen Situation auseinandersetzt. Der Roman wirkt großartig recherchiert und bietet einen guten Eindruck vom damaligen Leben und dem sagenumwobenen Charakter Karls dem Großen. Durch die vielen Charaktere und Perspektiven ist die Handlung anfangs etwas verwirrend, ein Personenverzeichnis zu Beginn wäre bestimmt hilfreich. Am Ende gibt es dann noch ein aufschlussreiches Orts-Verzeichnis für Aha-Erkenntnisse und eine Klärung der Motivation zum Roman und zur Historie.Mein Fazit:Eine unterhaltsame und spannende historische Handlung, die das frühe mittelalterliche Treiben im 8. Jahrhundert vortrefflich beschreibt und ein faszinierendes Leseerlebnis bietet.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.