Diese Buch bestätigt das was ich als Mutter eines autistischen Jungen immer intuitiv gefühlt und gemacht habe!Mein Mann (erfolgreicher Arzt) hat auch autistische Züge und hat versucht mir zu erklären, dass er mehr fühlt und wahrnimmt als andere. Auch ich war zuerst skeptisch bei seinen Erklärungen zu den Emotionen. Diese Buch bestätigt aber alles was er mir zu erklären versucht hat. Vielen Dank dafür! Ich werde es weiterempfehlen.
Dieses Buch hat mich sehr berührt und mir eine ganz neue Welt aufgezeigt. Es ist ein absoluter Segen, dass es da draußen Menschen gibt die sich für das einsetzen, woran sie glauben und sich trotz vieler Niederlagen nicht beirren lassen, weil sie an das glauben, was sie anstreben. Ich ziehe meinen Hut vor solchen Menschen! Diese Geschichte hat mich tief berührt ab und ich kann es jedem Betroffenen und nicht Betroffenen ans Herz legen! Absolut lesenswert und bereichernd für jedermann!
Als Leser, der sich schon sehr lange immer wieder mit dem Thema Autismus auseinander setzt, empfinde ich das Buch als sehr lesenswert - es gibt Einsicht in die Denkweise des Wissenschaftlers Markram, die weniger von Karrieredrang und mehr von Wissensdrang und Entdeckerdurst geprägt ist. Es gibt Einsicht in die Erfahrungen eines verzweifelten Vaters, der nur sieht, das etwas nicht stimmt, aber nicht benennen kann, was. Der Experten aus der ganzen Welt aufsucht, die ebenfalls ratlos sind oder falsche Diagnosen treffen, bis Sohn Kai bereits 6 Jahre alt ist. Es erzählt von den Irrwegen der Therapie, von grausamen Erfahrungen der Schulzeit, von der Nutzlosigkeit von Konditionierung von Aspergern. Es berührt, weil die Liebe des Vaters, der Mutter und der Stiefmutter aus allen Erzählungen durchdrücken.Aus wissenschaftlicher Sicht fehlt mir die Einsicht, dass nicht nur "die harten Fälle von Autismus" Leidenswege sein können. Gerade die "leichten Fälle", die erst im Erwachsenenalter, wenn überhaupt, diagnostiziert werden, haben häufig Leidenswege hinter sich. Asperger werden häufiger erst später diagnostiziert, mit 12 Jahren, oder gar im Erwachsenenalter. Bis dahin erfahren sie eine "normale Sozialisierung". Bedenke ich nun die Theorie der "Übervernetzung", dann sind diese Mobbingerfahrungen, die "Andersartige" erfahren, wohl auch dann noch sehr schmerzhaft. Wenn man dann nur als überempfindlich gilt, als Spinner, als Nerd, und man sein Leben lang wenig oder keine Freunde macht, dann ist auch dieses eine harte Erfahrung. Aber deswegen diese Andersartigkeit zu einer Krankheit zu reduzieren empfinde ich als falsch. Für mich ist die Gesellschaft diejenige, welche Heilung braucht. Und die Andersartigen brauchen mehr Unterstützung in Anderssein und sich nicht verstellen müssen, was ein Großteil der Betroffenen wegen eben dieser Traumatisierung beginnt.Die Forschung steht hier aus meiner Sicht erst in den Anfängen. Ein auffälliges Kind sechs Jahre gesondert zu behandeln empfinde ich als junge Mutter als hart umsetzbar. Autismus ist meist frühestens mit 3 Jahren erkennbar, und bis dahin sind viele Anzeichen fließend mit normaler Kindesentwicklung, insbesondere bei Aspergern. Nicht Strenge, sondern Empathie sind da meiner Ansicht nach gefragt. Und, egal ob als autistisch diagnostiziert oder nicht, das Eintauchen der Eltern und Erzieher in die Welt des Kindes sehe ich als unabdingbar. Wir müssen das Verhalten unserer Kinder studieren, sie verstehen lernen, und dann erst können wir sie unterstützen, statt sie blind zu von der Gesellschaft erwarteten Verhalten zu konditienieren. Die gesellschaftliche Haltung Israels zu Inklusion, die im Buch erläutert wird, bräuchte es überall, dann wären die jungen Jahre auch nicht so traumatisierend. Es mag "normal" sein, dass Kinder einander ärgern und die Schwachen ausgrenzen. Aber macht es dann Sinn, die Kinder immer derart viel und lang unter ihresgleichen zu lassen und sie zu dieser Sozialisierung ohne Aufsicht zu zwingen? Für mich hat sich diese Frage beim Lesen immer wieder aufgezwängt.Danke Lorenz Wagner für diese verständliche Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse, für das Weitergeben dieser berührender Geschichten, für die Spannung der Erzählart. Unbedingt empfehlenswert.