Im Vorwort wird daraufhin hingewiesen, dass der Buddhismus im Gegensatz zu Hinduismus, Jainismus und Sikhismus, die ebenfalls in Indien entstanden sind, eine universelle Botschaft bietet und sich deshalb auch als werbende und missionierte Religion versteht. Während der frühe Buddhismus eine asketische, bisweilen weltflüchtige Lehre verbunden mit einer entsagenden mönchischen Lebensweise zum Gegenstand hatte, bekennen sich heute mit mehr als 360 Millionen Menschen etwa sechs Prozent der Weltbevölkerung zu einer seiner zahlreichen Strömungen. Während sich der Buddhismus im Laufe der Zeit durch die Entstehung von Stifter-, Heiligen- und Reliquienverehrung, Priestertum und Ritualen allmählich zu einer Religion entwickelte, ist nach beinahe 2500 Jahren über das Leben ihres Urhebers recht wenig bekannt.Im ersten Kapitel "Der eine und die vielen Buddhas" wird vorangestellt, dass im frühen Buddhismus "der Buddha" nur einer von vielen gewesen ist, die als Erleuchtungswesen (Bodhisattvas) zu Gunsten der Menschheit vorläufig auf das Nirvana verzichtet haben, um stattdessen aus ihren himmlischen Gefilden (Tushita) auf die Erde herabzusteigen und mit 11 weiteren Taten schließlich doch noch ins Nirvana einzugehen. So versinnbildlicht auch die überlieferte Lebensgeschichte mit ihren 12 Taten die Lehre von der Menschwerdung und Erleuchtung eines Buddha und bietet deshalb auch nicht die historische Realität des einen Buddha. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es weder einen Kult um den "historischen Buddha", noch den Begriff Buddhismus. Erst mit dem Historismus und den individualistischen Ideen des 19. Jahrhunderts wurde analog zu Jesus und dem Christentum der Terminus Buddhismus mit "dem Buddha" als Religionsstifter konstruiert. Eine wirklich historisch-kritische Buddhaforschnung ist jedoch auch heute lediglich in Ansätzen vorhanden. Gegenstand von Kapitel zwei sind "Die Quellen", von denen die ältesten Sanskit-Manuskripte aus dem 1. , Pali-Manuskripte aus dem 5. und die in Nepal aufgefundene, unvollständige Vinaya-Hanschrift sogar erst aus dem 8. nachchristlichen Jahrhundert stammen. Der Pali-Kanon, eine literarische Übersetzung aus verschiedenen mittelindischen Sprachen wurde bereits auf dem dritten buddhistischen Konzil um 250 v. Chr. unter dem indischen Kaiser Ashoka zusammengestellt und redigiert. Es gibt jedoch weder einen auf "den Buddha" zurückgehenden Urkanon, noch einen für alle buddhistischen Schulen einheitlichen Textkorpus. Eine erste Buddha-Hagiographie wurde erst Jahrhunderte nach seinem Tode verfasst. Die heute verbreiteten Lebensgeschichten entstanden gar erst 1000 Jahre später. Hierzu gehören neben einer halbwegs realistischen Geburtsdarstellung in frühen Pali-Werken auch Erzählungen einer ausgeschmückten Buddhologie.Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem "historischen Buddha", dessen Name, Lebenszeit, Geburtsort aus den frühesten Zeugnissen hervorgeht, wie die gesellschaftlichen, religiösen und wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit. Demnach wurde Gautama (Gotama) zwischen 560 - 450 v. Chr. in Lumbini (heute in Nepal) geboren. Nach seiner Herkunft aus dem Geschlecht der Shakyas wurde er Shakyamuni genannt, während ihn seine Anhänger als Bhagavat (Erhabener, Herr) ansprachen und er sich selbst als Tathagata (der Vollendete) bezeichnete. Die Bezeichnung Siddhartha kommt dagegen in den älteren Quellen nicht vor. Als religiöse Alternativen zum elitären Opferritualismus der Brahmanen bildete sich in urbanen Gebieten Individualismus und religiöse Vielfalt aus, die Tausende Haus und Familie verlassen ließ, um sie zu zölibatären, bettelnden und vagabundierenden Entsagern werden zu lassen. Als einer dieser Wanderasketen hatte Gautama immer ein offenes Ohr für die einfachen Menschen, deren Sprache er sprach. Unabhängig von Herkunft, sozialem Stand, rituellen Verpflichtungen und materiellen Möglichkeiten sorgte er sich um das Seelenheil aller. Seine Lehre machte ihm Brahmanen, Agnostiker aber auch radikale Asketen zu Gegnern. Während sich die Kapitel vier bis sechs mit dem "Buddha der Legenden", seiner Lehre des mittleren Weges und des achtgliedrigen Pfades zur Überwindung des Leidens und seinem Bild und seiner Verehrung sowie den Ritualen in den unterschiedlichen Schulen widmet, wirft das letzte Kapitel einen kurzen Blick auf die gegenwärtige Erforschung des Buddhismus und die Darstellung im Unterhaltungsfilm und sonstigen Medien.