Der letzten (und wichtigsten) Matheklausur der Oberstufe stellen sich dreizehn Schüler.Mark sitzt an der Tür und hoffnungslos überfordert, dieDurchsage überhört er.„Schließt du mal bitte die Tür ab“ sagt der Lehrer zu ihm.„Ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem ist aufgetreten“ kam es aus der Durchsage.Herr Filler, der Mathelehrer“ weiß was es bedeutet, doch was er zutun hat kann er kaum abrufen. Die Schüler wissen es auch: ein Amokalarm. Alle sind sich einig: Die Tür muss geschlossen bleiben, egal was passiert.Als ein Mädchen panisch an die Tür klopft und um Hilfe bittet, müssen sie sich der ersten von vielen weiteren Prüfungen stellen.Wir erfahren alle Geschehnisse aus der Perspektive der drei Figuren:Mark, Fiona und Herr Filler (der Mathelehrer).Bereits der Beginn stellt uns auf Ereignisse ein, die diese drei Figuren zwar überleben lassen, aber stark mitnehmen. Erst jetzt sind sie bereit die ganze Geschichte zu erzählen. Ein weiterer Beobachter ist der Amokläufer selbst.Zu Beginn haben mich die Figuren nicht ganz überzeugt. Genauso hätten sie aus einem Teenefilm entspringen können. Die Schöne, der Beliebte, dieSchlaue, der Seltsame, die Nette, und ihre im Schatten stehende Freunde. Meine Hoffnung auf ein gutes Buch schwand. Doch im laufe des Geschehens wurden dievielen Abgründe der einzelnen Figuren offenbart und auch wenn alles Karikaturenhaft blieb, so konnte mich die Geschichte ziemlich einnehmen.Schon nach den ersten geöffneten Umschlägen, in denen die letzten Wünsche des Täters festgehaltenwurden, wird klar, dass die Klasse nicht zufällig gewählt wurde. Hier möchte jemand auf etwas Aufmerksam machen, Missstände aufzeigen und Rache nehmen.Die Geschichte ist an Jugendliche gerichtet und wird in den Schulen sogar durchgenommen. Es lädt dazu ein genauer hinzusehen und nicht wegzuschauen. All die Dinge, die der Amokläufer wusste, hätte jeder sehenkönnen. Das ist der Grund wieso der Lehrer nicht sonderlich gut wegkommt. Für ihn war es wichtiger an seiner Doktorarbeit zu arbeiten, als sich um dieProbleme die er sah und mit denen die Schüler zu ihm kamen (einfacher geht’s nicht) zu kümmern. Dennoch wird nicht unerwähnt gelassen, dass dieser Job seineSchattenseiten hat. Durch die Gedanken des Lehrers erfahren wir wie es ist, wenn sich die Schüler freuen, wenn ein Lehrer krank ist, oder wenn ein Schülereinen schlechten Tag hat und es am Lehrer auslässt, andersrum würde das den Lehrer vielleicht seinen Job kosten (was ich jedoch so nicht unterstreichen würde).Extrem klug eingebaut, wird die Geschichte stellenweise zu einer Komödie. Jugendkulturelle Bezüge sind ebenfalls mit von der Partie, somitcheck. Ja, doch. Ab und zu dachte mich mir schon: wtf! Wieso hat der Lehrer seine Doktorarbeit in keiner Cloud, oder wieso machen die das Feuer nicht imWaschbecken. Aber nein, das Buch deswegen schlechter bewerten werde ich nicht.Der Schreibstil ist sehr einfach, die Sätze sehr kurz. Passend zu den jugendlichen Protagonisten und somit in die Geschichte. Und kurz ist keineswegs schlecht gemeint. Ein kleines Beispiel als Vorgeschmack: „In derSchule ist alles relativ wichtig. Wichtig also in Relation zu anderen Sachen.“ Und noch besser der Schlusssatz (werde ich nicht verraten).