Deutsch ins Grundgesetz? Verbot für Fremdwörter? Gendern oder nicht? Deutsch in der EU? Sprachpolitik hat sich in den letzten Jahren als ein lohnendes Politikfeld etabliert. Von den Sprachschlachten im 17. Jahrhundert bis zu aktuellen sprachpolitischen Verschwörungstheorien - dieses Buch analysiert die Auseinandersetzungen zum Thema Sprache und Politik. Es zeigt, welchen hohen Stellenwert das Thema Sprache im Programm der AfD einnimmt. Was steckt dahinter? Und was kann der Vereinnahmung der Sprache für politische Zwecke entgegengesetzt werden?
Bewertungen & Erfahrungen
4,7 von 5
3 Bewertungen
5 ★2
4 ★1
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 3 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.
Redaktion21.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein faszinierendes und sehr relevantes Werk, das tief in die aktuellen sprachpolitischen Debatten eintaucht und zum Nachdenken anregt. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Sprachkampf und EU-Sprache ist äußerst spannend und gut recherchiert.
Henning Lobin verwendet in seinem Buch eine Kampfesmetaphorik, die auf mich auf den ersten Seiten etwas befremdlich gewirkt hat, weil ich ihn aus seinen anderen Büchern als einen unaufgeregten, sachlichen Autoren kenne. Beim weiteren Lesen stellt sich aber heraus, dass er damit eine noch vergleichsweise zurückhaltende Beschreibung für eine Debatte gewählt hat, die von ganz anderen Begriffen geprägt ist. Da kämpft eine gut organisierte Szene im Umfeld des VDS und der AfD vorgeblich für die Reinheit der deutschen Sprache und wählt dafür eine Sprache, in der es um Krebsgeschwüre, Verstümmelung, Vergewaltigung, Sprachterror u.ä. geht. Irgendwann drängt sich da schon die Frage auf, wie eigentlich die deutsche Sprache aussehen würde, wenn die jeweiligen Initiativen Erfolg hätten. Müssten wir dann alle in dieser Weise miteinander reden?Henning Lobin rüttelt mit seinen Kampfesmetaphern auf (nicht „Kriegs“-metaphern, das Wort Krieg kommt m.W. an keiner Stelle vor), aber sein Buch lässt sich keinesfalls darauf reduzieren. Unterhalb der Kampfesanalogien seziert er die Auseinandersetzung in einer sehr sachlichen Weise, klärt auf, ordnet Dinge ein, die im Eifer der Debatten leichthin übergangen werden, und entwirft im letzten Teil des Buches (Kapitel 7) dann wieder gewohnt unaufgeregt seine eigenen Vorschläge, wie man mit all den Themen aus der Sicht des Sprachwissenschaftlers umgehen kann, um die auf dem Kampfplatz der Sprache gestritten wird: Geschlechtergerechte Sprache, Genderstern, Deutsch im Grundgesetz, Deutsch in der EU, Deutsch in der Wissenschaft, Anglizismen, sprachliche Inzivilität.Für mich ist Sprachkampf ein mutiges und wichtiges Buch, das mir nicht nur Einblicke in Auseinandersetzungen gegeben hat, deren Ausmaß ich so im Alltag im einzelnen bislang gar nicht wahrgenommen habe, sondern mir auch manch eindrucksvolle neue Erkenntnis gegeben hat, vor allem die eine, dass die Einsichten der Sprachwissenschaften wertvoll, bereichernd, erhellend, ja unverzichtbar für jeden sind, der sich für die Sprache als solche und nicht nur als Mittel zum Ausdruck seiner jeweiligen Ideologie interessiert.
Deine Bewertung *
0/2000
Bewertungen werden nach Prüfung veröffentlicht. Bitte bleibe sachlich und fair.
* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.
Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet.
testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 10:22 Uhr.