Der Longseller von Alex Capus jetzt bei dtv Eine unglaubliche, doch wahre Geschichte: 1913 beauftragt Kaiser Wilhelm II. drei norddeutsche Werftarbeiter, ein Dampfschiff in seine Einzelteile zu zerlegen und am Tanganikasee südlich des Kilimandscharo wieder zusammenzusetzen. Der Monarch will damit seine imperialen Ansprüche unterstreichen. Zur gleichen Zeit beauftragt Winston Churchill den exzentrischen, aber liebenswerten Oberstleutnant Spicer Simson, zwei Kanonenboote über Land durch halb Afrika an den Tanganikasee zu schleppen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, liegen sich Deutsche und Bri ten an seinen Ufern gegenüber. Keiner will, aber jeder muss Krieg führen vor der pittoresken Kulisse des tropischen Sees. Alle sind sie Gefangene der Zeit, in der sie leben, und jeder hat seine eigene Art, damit fertig zu werden.
Bewertungen & Erfahrungen
4,6 von 5
5 Bewertungen
5 ★3
4 ★2
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion23.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Diese Geschichte über die historischen Bremsenteile ist absolut faszinierend und die Qualität des Produkts ist hervorragend. Ich bin sehr begeistert von diesem außergewöhnlichen Stück Geschichte!
Bereits "Munzinger Pascha" von Alex Capus hat mir so gut gefallen, dass ich mir gleich auch noch "Eine Frage der Zeit" und "Reisen im Licht der Sterne" gekauft habe. Besonders die Detailtreue der historischen Abläufe und Personen hat mir sehr gut gefallen, auch bei "Eine Frage der Zeit".Das Buch ist wunderbar zu lesen. Man bleibt bis zum Schluss "dabei". Dennoch sind mir ein paar historische Unstimmigkeiten bei "Eine Frage der Zeit" aufgefallen:1) Die Karte auf der hinteren Deckelseite zeigt das spätere Tanganjika und nicht Deutsch-Ostafrika. Zu Deutsch-Ostafrika gehörten auch die beiden vormaligen Königreiche Ruanda und Urundi, die erst nach dem 1. Weltkrieg an Belgien fielen, sowie ein etwas kleinerer Landstrich im Süden der Kolonie, der nach dem 1. Weltkrieg an Portugiesisch-Mosambik fiel. Dieser Fehler findet sich auch auf Seite 196, Zeile 9, wo Kapitänleutnant von Zimmer davon träumt, welche Länder man noch für Deutschland erobern könnte. Ruanda und Urundi waren zu diesem Zeitpunkt bereits deutsch...2) Seite 53, Zeile 7 ff: Eine Deutsche Luftwaffe gab es erst von 1935 bis 1945. Zum Zeitpunkt der beschriebenen Feier gab es in Deutschland nur eine "Fliegertruppe", im Laufe des 1. Weltkriegs dann Heeres-Luftstreitkräfte genannt. Hermann Göring war zum Zeitpunkt der Feier (Ende Jänner 1914) gerade erst Leutnant bei der Infanterie geworden. Erst ab Ende Oktober 1914 wurde er zuerst zum Beobachter ausgebildet, flog dann als Beobachter einige Aufklärungseinsätze mit dem Piloten Bruno Loerzer und wurde von Juni bis Oktober 1915 als Pilot ausgebildet. Seinen ersten Luftsieg errang er erst Ende November 1915. Von "Furore machen" kann also zum Zeitpunkt der Feier noch keine Rede gewesen sein.3) Seite 74, Zeile 17 u. 18: Winston Churchill wurde erst 1953 (!) "Sir", als ihm der Hosenbandorden (KG) verliehen wurde.4) Noch zu "Oberleutnant" Spicer Simson: Den Rang "Oberleutnant" gab es in der Royal Navy nicht. Entweder Sub-Lieutenant (entspricht dem deutschen Leutnant bzw. Oberleutnant zur See) oder Lieutenant (entspricht dem deutschen Kapitänleutnant bzw. dem Hauptmann bei Heer). Der nächsthöhere Rang bei der Royal Navy war der Lieutenant-Commander (beim Heer Major, bei der Deutschen Marine Korvettenkapitän).Diese Unstimmigkeiten sollen den Roman nicht schmälern, aber einem aufmerksamen Lektor hätten sie auffallen müssen.Schade, dass Anton Rüter und Kapitänleutnant von Zimmer im Busch verschwunden sind - ich hätte noch stundenlang weiterlesen können.
Das erste Mal mußte ich mich über eine andere Rezension richtig ärgern, denn diejenige, die diesem tollen Buch nur zwei Sterne gibt und darüber hinaus nur mit unerheblichen Spitzfindigkeiten aufwartet, wird dem Roman in keiner Weise gerecht! Ob ein oder zwei historische Kleinigkeiten unzutreffend sind, ist doch völlig nebensächlich, es handelt sich ja nicht um ein Geschichtswerk! (zumal keineswegs von Hermann Göring, sondern seinem älteren Bruder die Rede ist, und insgesamt der Geist der Zeit durchaus eindrucksvoll zur Geltung kommt). Wenn man das Werk als Romanleser und nicht als Faktenklauber betrachtet, muß man zu einem viel besseren Ergebnis kommen, selbst wenn das Buch den Zeitgeist erfüllen mag, aber das haben andere gute Romane ja auch getan.Die Geschichte selbst ist schon überaus interessant: Drei deutsche Werftarbeiter reisen 1914 mit einem auseinandergebauten Dampfer nach Afrika, um in einer deutschen Kolonie das Schiff wieder zusammenzumontieren, damit man damit den Tanganikasee beherrscht. Allerdings kommen ihnen das Klima, die Mentalität der Menschen und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs dazwischen. Gleichzeitig wird ein kauziger, relativ durchgekrachter englischer Offizier damit beauftragt, seinerseits zwei Kanonenboote von Südafrika Richtung Tanganikasee nach Norden zu transportieren, um die englische Herrschaft durchzusetzen.Auch stilistisch ist es ein sehr schönes Buch! Vielschichtig, zum Teil angepaßt an die Sprache der Zeit, aber niemals zu schwierig oder zu gedrechselt. Im Gegenteil: Durch die ironische Schreibweise muß man trotz des an sich ernsten Themas mehrmals schmunzeln, und Capus hat es geschafft, ein Kapitel besser werden zu lassen als das andere, da er jedesmal einen neuen erzählerischen Trick findet, um Spannung und Lesefreude wach zu halten (z.B. passende, keineswegs bemühte Perspektivenwechsel, Einarbeitung von - scheinbar - authentischem Material, sehr gute Figurenzeichnung...).Ein sehr geistreiches und lesenswertes Buch ohne Längen und Schwächen! Großartig!
In seinem Roman „Eine Frage der Zeit“ zeichnet Alex Capus ein Stück europäischer Kolonialgeschichte nach. Zwei Handlungsstränge, ein deutscher und ein englischer, werden von ihm parallel erzählt und finden ihren gemeinsamen Kulminationspunkt in Ostafrika mit Ausbruch des 1. Weltkrieges. Hierbei kommt es zu grotesk anmutenden Ereignissen, die Capus genüsslich, aber auch etwas zu pointiert und plakativ ausbreitet. Ein leicht zu lesendes, nettes Buch, mehr aber auch nicht.
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Letzte Aktualisierung: 12.05.2026 19:39 Uhr.