»Maaz befreit Frauen vom Rollenklischee der allgütigen Mutter. Endlich sind Mütter Menschen die sich zu ihrer Schattenseite bekennen dürfen. Pflichtlektüre für alle...!« Julia Onken Lilith wurde von Adam verstoßen Eva aus seiner Rippe geschaffen. Die beiden mythischen Frauenfiguren verkörpern Prinzipien des Weiblichen die bis heute nicht versöhnt sind. Das ist die Ursache für ein verlogenes Bild von Mütterlichkeit mitsamt seinen negativen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft: Lebensgemeinschaften zerbrechen immer häufiger Frauen erleben sich in ihrer Rolle als Mutter um wesentliche Aspekte ihrer Weiblichkeit betrogen Eltern stehen den Wünschen und Ansprüchen ihrer Kinder oft hilflos gegenüber. In vielen Beziehungsstörungen Erwachsener spiegelt sich eine grundsätzliche Störung des Mutter-Kind-Verhältnisses wider Resultat eines Bildes von Mütterlichkeit das von der Gestalt der ihre eigenen Bedürfnisse unterordnenden und aufopferungsbereiten Eva geprägt ist und der Realität heute nicht mehr entspricht. Der Lilith-Komplex also die Tabuisierung dieses Aspekts und die daraus resultierende Schuld ist kulturell tief verankert wird in der frühen Mutter-Kind-Beziehung reaktiviert und damit weiter getragen.
Bewertungen & Erfahrungen
4,5 von 5
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion31.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch behandelt ein sehr relevantes Thema und bietet tiefgehende Einblicke in die Schattenseiten der Mütterlichkeit, allerdings empfand ich die Darstellung als etwas zu sehr auf eine bestimmte Perspektive fokussiert.
Wissenschaftliche Psychologen aus der evidenzbasierten modernen Psychologie behandeln ihre Patienten mit Psychopharmaka. Was ist gegen Psychoanalytiker einzuwenden? Außer der Sache, dass die Suche nach den Ursachen aller Übel dieser Zeit, die allesamt von leeren ausgehungerten Seelen angezettelt oder vorangetrieben werden, höllisch schmerzhaft ist. Aber Erkenntnis und Wahrheit und Tränen heilen uns mit der Zeit. Die Verrisse unter den Rezensionen kann ich verstehen, diese Rezensent/Innen haben den Schmerz wohl nicht ausgehalten.Wo steht in dem Buch genau, dass die Frau wieder zurück an den Herd soll? Oder dass ein Mann, der (s)einer Frau die schwere Einkaufstüte trägt, an Muttervergiftung leidet? Das hat er weder geschrieben noch gemeint. JEDES Ding hat wie eine Medaille zwei Seiten. So kann auch eine Frau sowohl Mutter als auch (Karriere- oder was auch immer-)Frau sein, ohne ihre Kinder im Stich zu lassen. Die Afrikanerinnen wussten schon immer, dass man ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind aufzuziehen. Die kluge "westliche" Frau weiß das auch - nicht Wochenkrippe, Kibuz oder sowas, sondern Großeltern, Freunde, Paten … (das ging in der DDR auch schon, im Verborgenen nur) - gute Beziehungen heißt das Zauberwort.Für mich als Frau, Mutter und DDR-(Wochenkrippen-)Kind ist dieses Buch eine Offenbarung. Danke, Maaz! Mehr ist dazu nicht zu schwurbeln.
In diesem Buch kann sich niemand verstecken. Hier findet sich jeder in seinen tiefsten Bedürfnissen, Verletzungen und Kompensationen wieder. Ich stehe als Leserin praktisch nackt vor dem Spiegel.Wer dieses Buch mit offenem Herzen und stillem Geist liest, kann eine gehörige Portion Selbstannahme und Selbstliebe in sich entdecken.Herr Maaz gelingt mit glasklaren Worten und größter Einfühlung ein Blick auf tiefe Verletzungen, Ängste und Wünsche. Mit dieser Klarheit gelingt es mir als Leserin eine Metaperspektive einzunehmen, die gleilchzeitg den Blick aus dem Herzen heraus erlaubt. Dabei bietet er auch immer den heilenden Ausgleich an, nämlich den Mut der eigenen Leere ohne Ablenkung und Kompensation ins Auge zu schauen. Er lädt immer wieder dazu ein hinzufühlen und beschreibt die ausgleichenden Kräfte, wie Einfühlung, Wärme, Annahme, Nähren, Loslassen.Empörung ist an vielen Stellen angebracht und wohl auch erwünscht. Wird diese Empörung mit ruhigem Geist zugelassen, bekommt man das Geschenk der Integration.Ich sehe hier keineswegs eine Beleidigung aller Frauen, wie es manche schreiben. Im Gegenteil, dieses unerschrockene Hinschauen erfordert die Annahme eigener erfahrener Wunden und gelebte Vergebung. Aber auch ein großes Ja zum Leben.Das Buch hat sicherlich einen analytischen Charakter, der von manchen hier als Schwäche beschrieben wird. Ich sehe das etwas anders. Die Klarheit der Analyse schenkt mir einen ruhigen Geist und ermöglicht mir eine Identifizierung aufzuheben. Gleichzeitig kommt mit etwas Offenheit für die eigenen Verletzungen das eigene Herz ins Schwinge. Genau hier liegt für mich die Kraft dieses Buches.Wer sich auf Maaz einlässt entdeckt einen Autor, der mit allem Wollen den Weg der Heilung geht und ein großes Ja zum Leben anbietet.
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