Nachdem meine 14jährige Tochter das erste Buch "Méto - das Haus" verschlungen hat, mussten natürlich schnellstmöglich die beiden anderen ("Méto - die Insel" und "Méto - die Welt") auch bestellt sein. Und auch diese waren in Rekordzeit gelesen. Ich habe - mit Vergnügen - die Bücher jeweils parallel mit meiner Tochter gelesen, damit wir uns darüber unterhalten konnten, was sich sehr bewährt hat. Yves Grevet hat einen ganz eigenen Schreibstil - kühl, reduziert aber sehr eindringlich. Inhaltlich finde ich die Bücher gerade für Teenager hervorragend. Die Geschichte ist spannend und ohne es zu merken, werden die Kids angeregt, über die Welt und ein paar der "grossen Fragen" nachzudenken. Absolut empfehlenswert - auch und vielleicht gerade für pubertierende Lesemuffel ;-)
Inhalt:Verloren. Versagt. Gescheitert.Méto ist wieder zurück im Haus. Dort schicken die Cäsaren ihn in eine besondere Gruppe. Die Gruppe E wird dazu ausgebildet, Expeditionen und Aufträge auf dem Festland auszuführen. Auch Méto wird darin geschult, wie er sich in der Gesellschaft zu verhalten hat.Er beugt sich den Cäsaren, doch im Hinterstübchen feilt er weiter an einem Plan, die Kinder aus dem Haus zu befreien und die Insel zu einer freien Gesellschaft zu machen, in der Gewalt und Unterdrückung, dem Frieden und der Harmonie weichen sollen.Méto begibt sich auf eine unsichere und gefährliche Reise und muss ganz auf sein Geschick und auf seine treuen Freunde vertauen.Meinung:Ich weiß noch, wie ich damals Band eins gelesen habe und nach den ersten Seiten überhaupt kein gutes Gefühl hatte. Worte wie "kalt", "stumpf" und "farblos" legten sich mir in den Mund. Doch dann, ein wenig später, konnte mich die Geschichte dermaßen packen und von Buch zu Buch haben mich Méto, Handlung und Co immer mehr überzeugen können. Mittlerweile bin ich von dem Stil, den Herr Grevet zutage legt, mehr als begeistert!Der Autor vergeudet keine Sekunde damit, den Leser mit ellenlangen Beschreibungen zu bombardieren. Hier ist wirklich alles sehr klein gehalten. Kurze Sätze, die im ersten Moment vielleicht emotionslos wirken, vermitteln gleichzeitig ein Gefühl von "ich stecke mittendrin". Normalerweise mag ich es ja sehr gerne, wenn viel "erzählt" wird. Da dürfen die Beschreibungen auch schon mal etwas ausarten, wenn dies in Kombination mit einem tollen Schreibstil geschieht. Aber der Autor hat es geschafft, mich mit wenig Substanz zu fesseln. Wie schon in den anderen beiden Teilen konnte mich die Hauptperson Méto direkt mitnehmen. Ich war nah dran, als würde ich selbst dabei sein. Ich fühlte mich stark mit ihm verbunden, besonders emotional, was man beim Lesen der Geschichte vielleicht im ersten Moment nicht glauben kann. Der zuerst aufkommende Gedanke von Emotionslosigkeit strahlt nur anfangs, denn viel mehr sind es die Regungen zwischen den Zeilen, die mich berühren konnten - Métos Drang nach Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden.Sehr ehrenhaft und nicht von jedem vorauszusetzen, der den gleichen Steckbrief hat - also jedes andere Kind im Haus. Aber er alleine hat es geschafft, den Funken zu streuen und gegen die Macht im Haus und auf der Insel zu rebellieren.Den Jungen muss man einfach mögen! Mutig, überaus pfiffig und in keinster Weise egozentrisch überzeugt Méto auf voller Linie. Neue Charaktere bringen ein bisschen mehr Vielfalt ins Geschehen. Unter anderem auch ein Mädchen, dass unserem Helden ein wenig den Kopf verdreht. Aber dieser Bereich wird nur am Rande angeschnitten, passt aber sehr gut!Nach dem Haus und der Insel spielt die Handlung zum Teil auf dem Festland. Erneut muss sich Méto anpassen, um zu überleben, denn überall droht Gefahr. Die Hintergründe, was mit der "Welt" passiert ist, warum es die "Häuser" gibt, was die Kinder für eine Rolle spielen, einfach alle Fragen, die sich von Band eins an gebildet haben, werden hier beantwortet. Endlich!Méto begegnet zum ersten Mal in seinem Leben, seiner "richtige" Familie und erkennt irgendwann eine schreckliche Wahrheit!Was ich an der Reihe ebenfalls sehr mag, ist die unterschwellige Spannung, die mich von Kapitel zu Kapitel begleitet hat. Vielleicht hat mich im finalen Teil auch einfach nur die Nervosität gepackt, da ich immer jeden Moment damit gerechnet habe, dass Métos "Spiel" mit den Cäsaren auffliegt und er als "doppelter Agent" entlarvt wird!Geht alles gut aus? Ich verrate nur eins: Das Ende finde ich passend!Fazit:Auch der finale Teil "Méto - Die Welt", überzeugt durch einen sehr eigenwilligen Stil! Wer kurze, prägnante Sätze bevorzugt und auf Beschreibungen verzichten kann, wird diesen Schreibstil lieben. Den Eindruck von Emotionslosigkeit und Kälte zu beginn, verwirft man nach einigen Kapiteln direkt wieder. Im Verlauf der Handlung werden alle wichtigen Fragen, die sich im Laufe der Trilogie gebildet haben, geklärt und die Geschichte findet ein passendes Ende.Mich konnte die Reihe, um den jungen Méto von Buch zu Buch mehr überzeugen. Ich vergebe sehr gute 4/5 möglichen Punkten!