Kompass ohne Norden: Ausgezeichnet mit dem National Book Award und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2019, Kategorie Preis der Jugendlichen (Reihe Hanser)
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Angstzustände EAN 9783423627191

Kompass ohne Norden: Ausgezeichnet mit dem National Book Award und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2019, Kategorie Preis der Jugendlichen (Reihe Hanser)

Hersteller: Dtv Verlagsgesellschaft  ·  MPN: 1237954
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Produktfakten auf einen Blick

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Angstzustände
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Produktbeschreibung

»Eine brillante Reise in die Tiefen der Seele - einfühlsam, umwerfend, außergewöhnlich.« Laurie Halse Anderson Caden hält sich für einen ganz normalen Jungen, doch sein Verstand begibt sich häufig auf fantastische Reisen. Manchmal befindet er sich geistig auf dem Weg zum Marianengraben, in der Realität hingegen wird selbst der harmlose Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr. Als die Grenzen zwischen realer und fantastischer Welt immer weiter verschwimmen, muss Caden begreifen: Er ist kein biblischer Prophet, er ist schizophren.

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 07.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Kompass ohne Norden ist wirklich ein außergewöhnliches und einfühlsames Stück, das eine brillante Reise in die Tiefen der Seele darstellt. Ich bin absolut begeistert von diesem Produkt!
Dûr 15.04.2024 amazon.de
Meinung:Kennt ihr die Redewendung „wie ein Fass ohne Boden“?So fühlt es sich an Caden zu sein.Wisst ihr, woher ich das weiß?Neal Shusterman hat es mir durch „Kompass ohne Norden“ gezeigt.Es ist wie mit dem Strudel. Wie mit dem Hurrikan. Wie mit dem gelben Trichter.Wie bei Treibsand oder dem komischen Gel, auf dem man immer laufen muss, damit man nicht feststeckt.„Ich bin diese Münze auf dem Weg nach unten, ich schreie im Hals des Trichters, und nur meine eigene Bewegungsenergie und die Zentrifugalkraft bewahren mich vor dem Sturz ins Dunkel.“(Seite 21)Ich will jetzt nicht sagen, dass mich Cadens Geschichte emotional mitgenommen hat. Es ist viel mehr ein Gefühl beim Lesen gewesen, das sich schlecht beschreiben lässt. Vielleicht lässt es sich aber gut mit Cadens Ungeheuern verdeutlichen: Ich habe mich gefühlt, als würde mich unablässig ein Tentakel in die Tiefe ziehen, nur um vom weißen Wal wieder durch die Meeresoberfläche gedrückt zu werden. Versteht man das?Denn ich, ich habe verstanden. Habe meine eigenen Linien gezogen und Verknüpfungen hergestellt. All das getan, was Caden in seinem Zustand nicht konnte.Cadens Welt, die der Autor uns beschreibt, wird durch seine Worte erschreckend real. Hinzu kommen die vereinzelten Zeichnungen, die hin und wieder das Gefühl der Verlorenheit und des Chaos und des Ertrinkens und Nicht-Wissens unterstreichen. Auch die Kapitellänge weist auf bestimmte Dinge hin, die einem beim Lesen dann offenbart werden.Ich, für meinen Teil, habe das Muster erkannt - vielleicht bin ich aber auch paranoid genug, um dort ein Muster zu sehen, wo keins ist?Und genau das macht diese Geschichte so authentisch.Sie lässt den Leser an seinem eigenen Verstand zweifeln, sofern er noch einen besitzt und dieser nicht durchs linke Nasenloch entschlüpft ist.Deswegen seid gewarnt: Dieses Buch umschreibt das meeresrauschende, bodenlose Chaos einer tiefen Depression, Schizophrenie und Paranoia - es führt Krankheitsbilder vor Augen, die sich viele Menschen nicht einmal vorstellen können.„Nein, mir geht es gut“, sagst du und gehst weg. Du sagst dir, dass alles in Ordnung ist, wenn du den Heimweg findest. Hier ist kein Wal, der dich verschlingen will. Was an dir nagt, arbeitet von innen heraus.“(Seite 138)Ich habe selten in einer Geschichte so viele Stellen markiert, die ich mit der Welt teilen will. Die ich eigentlich teilen muss, aber nicht kann, weil die Rezension sonst zu lang wird und ihr dieses Buch ja noch selbst erleben müsst.Ich finde, dass diese Geschichte eine sehr, sehr gute Lektüre für Eltern und Familien ist, die Betroffene kennen und nicht wissen, nicht verstehen, nicht damit umgehen können. Ich war Caden. Ich war seine Krankheit, die eigentlich keine sein sollte. Ich war mit ihm auf dem Schiff seiner Gedanken, habe Seeungeheuer bekämpft und war der Zwiespältigkeit seines Geistes ausgesetzt.Dieses Buch greift tief. Tiefer als andere Geschichten.Es lässt den Leser nicht los und reißt ihn mit in die Fluten der Welt, wo die Grenzen verschwimmen. Aus der Sicht von Caden wird seine Schizophrenie geschildert. Anfangs war ich... verwirrt. Ich wusste nicht genau, wie ich die Sprünge zwischen Cadens Familien/normalem Leben und seinen, wie er es nannte und dann doch wieder nicht, Träumen, deuten sollte.Das Begreifen setzt erst nach einer Weile ein.Und dann gab es für mich kein Halten mehr.Doch der Autor erzählt nicht nur sehr bildhaft von der Krankheit seines Sohnes, sondern auch vom Heilungsprozess. Vom Hoffen und Bangen.Vom Lachen und Weinen und von den schlimmen Seiten. Schonungslos.Ohne Rücksicht auf Verluste.Er greift mit seinen Worten tief in die Psyche ein und formt sie dort von seinen wahnsinnig tollen Metaphern zu etwas Greifbarem.Ich kann bei diesem Buch nicht mal von Spannung sprechen.Das würde dem nicht gerecht werden. Ich kann nur jedem ans Herz legen sich mit Caden auf Reisen zu begeben.„Diese Jungen und Mädchen sind mit furchtbaren Dämonen gestraft, und du willst dich abwenden, wegrennen, dir die Ohren zuhalten, aber du bist zum Zuhören gezwungen, weil es „therapeutisch“ ist. Welcher verdammte Vollidiot hat wohl beschlossen, dass man verkorkste Jugendliche am besten damit quälen sollte, sich die realen Albträume aller anderen anzuhören?“(Seite 170)Fazit:„Kompass ohne Norden“ ist so richtungsweisend, wie der Name irreführend ist.Es ist emotional, Knall auf Fall und schickt die Fantasie in ungeahnte Abenteuer, die endloser sind als das Universum. Cadens Krankheit ist schreckliche Realität und seine Geschichte es wert gehört, gelesen, geschrien und gesungen zu werden.Was der Autor hier geschaffen hat ist der pure Wahnsinn.Wahnsinn sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne.Begebt euch mit Caden auf das Schiff. Bohnert die Planken, putzt die Kajüten, klettert ins Krähennest und findet zusammen mit ihm einen Ausweg.Vom Grund des Meeres kann man immer noch ein Lichtlein sehen, oder?Bewertung:⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)
KaMa 15.04.2024 amazon.de
Das Buch ist aus der Sicht des Schizophrenen geschrieben, der aber noch nicht als solcher erkannt wurde. Man erlebt den Prozess mit, der sich in ihm abspielt, was meines Erachtens gar nicht so leicht zu lesen ist, da es in ICH-Form geschrieben ist. Für Fachkräfte, Interessierte, Betroffene,... aber finde ich solche Bücher sehr wichtig, um zu wissen, wie lange Symptome schon vor der Diagnose existieren können bzw. die Wahrnehmung verändert ist und so Frühwarnzeichen früher und besser erkennen zu können.
CorniHolmes 15.04.2024 amazon.de
Beim Durchstöbern der Vorschau des Hanser Verlags ist mir „Kompass ohne Norden“ sofort ins Auge gesprungen. Das Cover und besonders der Klappentext konnten mich auf Anhieb überzeugen. Der Name des Autors sagte mir natürlich etwas, gelesen hatte ich bisher allerdings noch kein Buch von ihm. „Kompass ohne Norden“ sollte ich daher mein erstes Werk von Neal Shusterman werden.Auf den ersten Blick wirkt Caden wie ein ganz normaler Junge. Er selbst hat sich zumindest immer für einen gehalten, nur macht ihm sein Verstand da einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder entführt er Caden auf Reisen an fantastische Orte, fern von aller Realität. So passiert es, dass sich Caden im tiefsten Ozean wiederfindet oder auf einem Schiff. Aber auch im wirklichen Leben lässt ihn sein Verstand im Stich. Überall lauern Bedrohungen, Gartenschläuche verwandeln sich etwas Gefährliches, jemand will ihn umbringen, Blicke verursachen Unbehagen. Immer mehr verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fantasie, immer mehr wird Caden Gefangener seines eigenen Kopfes.Bücher, die von psychischen Erkrankungen handeln, habe ich schon immer sehr gerne gelesen. Ständig lesen könnte ich sie nicht, da sie ja doch recht ernst sind und einen nicht selten schockieren – da ich solche Bücher aber unglaublich wichtig finde, packe ich sie auf meiner Leseliste stets sehr weit nach oben.„Kompass ohne Norden“ war mal wieder so ein Buch, welches mir richtig unter die Haut gegangen ist und mich sehr berührt hat. Verstärkt wurde dies auch dadurch, dass der Autor eigene Erfahrungen in die Handlung hat mit einfließen lassen, wie er in einem Vorwort erklärt. Bei Neal Shustermans Sohn Brendan wurde, als er 16 Jahre alt war, eine schizoaffektive Störung diagnostiziert und er hat Ähnliches durchgemacht wie unser Protagonist Caden. Die Zeichnungen, die sich in dem Buch befinden, stammen sogar von Brendan, welche er während seiner Klinikzeit gemalt hat. Die Zeichnungen fand ich hier absolut passend, da auch Caden gerne zeichnet.Caden ist so jemand, der man einfach gern haben muss, er ist nett, freundlich und witzig. Vor seiner Erkrankung war er ein ganz normaler Junge, mit dem man gerne Zeit verbringt. Doch dann beginnt er sich schleichend zu verändern. Er denkt über Dinge nach, über die sich die meisten gar keine Gedanken machen, er fühlt sich bedroht, denkt, dass ein Junge an seiner Schule ihn umbringen will. Seine Psyche spielt zunehmend verrückt, immer krankhafter wird sein Verhalten und Denken. Caden befindet sich nun immer öfters auf einem Schiff, Fantasie und Realität verschwimmen zunehmend und irgendwann ist Caden so sehr Gefangener seines eigenen Kopfes, dass er daraus nicht mehr ohne Hilfe hinauskommt.Das Buch besitzt zwei Handlungsstränge: Einmal dürfen wir Caden in der Realität begleiten und erleben mit, wie sehr sich sein Leben aufgrund seiner Schizophrenie verändert. Dann reisen wir mit Caden in seine eigene Fantasiewelt, landen in dieser auf dem Grund des Ozeans oder sind Passagier eines Schiffes.Ich fand diese Vermischung von zwei Handlungssträngen sehr gut gewählt für die Thematik des Buches. Alles wirkt dadurch sehr authentisch und macht nur zu deutlich, wie schlimm es ist, mit so einer psychischen Erkrankung zu leben.Ich hatte nur leider gerade mit dieser Erzählweise so meine Probleme. Die Idee dahinter finde ich wirklich super, nur habe ich beim Lesen gemerkt, dass mir dieser komplexe Aufbau der Geschichte einfach nicht so lag. Die Geschehnisse in der Realität haben mir bei weitem besser gefallen als die in der Fantasiewelt. Cadens Erlebnisse auf dem Schiff haben mich immer etwas verwirrt zurückgelassen. Vielleicht war dies sogar vom Autor so gewollt, ich weiß es nicht. Mir hat es nur leider etwas meinen Lesespaß geraubt. Wirklich schade, denn „Kompass ohne Norden“ ist ein ganz besonderes und sehr emotionales Buch. Ich habe mir auch wirklich Mühe gegeben, nur leider bin ich mit dem Schreibstil bis zum Ende nicht so richtig warm geworden.Ich bin aber trotzdem ganz fasziniert von dem Buch. Es ist authentisch, ergreifend und zutiefst bewegend und auch wenn ich mit den zwei Erzählsträngen so meine Probleme hatte, habe ich Caden dennoch sehr gerne auf seinem schwierigen Weg begleitet. „Kompass ohne Norden“ ist ein Buch, welches Mut und Hoffnung macht, Betroffenen wie Angehörigen. Psychische Erkrankungen sind leider keine Seltenheit, dennoch wird viel zu selten offen darüber gesprochen. Gerade deswegen finde ich dieses Buch so wichtig, da es aufzeigt, was Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, durchmachen müssen und es wird hoffentlich dabei helfen, solche Menschen besser zu verstehen.Fazit: Ergreifend, emotional, authentisch. Mit „Kompass ohne Norden“ ist Neal Shusterman ein außergewöhnliches und wichtiges Buch gelungen, welches mich sehr bewegt und berührt hat. Obwohl mich Cadens Geschichte wirklich sehr beeindruckt hat, kann ich dem Buch leider dennoch keine volle Sternenzahl geben. Es besitzt eine ganz besondere Erzählweise, auf die ich mich leider bis zum Ende nicht komplett einlassen konnte. Ich kann „Kompass ohne Norden“ aber natürlich dennoch absolut empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen!
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