Die Menschheit hat es tatsächlich geschafft und sich vom Angesicht der Welt getilgt. Die beiden letzten Bewohner sind ein Mann und seine Tochter, die in einer Hütte an einem See im Einklang mit der Natur leben. Um die Vorräte aufzufüllen machen sich die Beiden auf zu einer langen Reise ans Meer, einer Reise, nach der das Leben des Mädchens sich für immer verändert haben wird.Der Leser begleitet die beiden einzigen Figuren des Buches, erlebt das Heranwachsen des Mädchens und erfährt in Rückblicken etwas über seine Geburt und die Zeit davor. Der Autor lässt hier den Vater mit leisen, ruhigen Worten erzählen und sein Wissen an das Mädchen weitergeben. Es entsteht ein unglaublich plastisches Bild vom Leben der Beiden, und von der sie umgebenden Natur. Der Leser merkt, dass die Geschichte zeitlich weit in der Zukunft spielt, ohne, dass darauf explizit hingewiesen wird. Es ergibt sich einfach aus den Beschreibungen. Im Laufe der Reise zum Meer gibt es dann konkrete Hinweise auf eine, nicht näher bezeichnete Katastrophe, die zum Aussterben der Menschen geführt hat.Der Fokus der Geschichte liegt aber eindeutig auf der Rückreise des Mädchens und hier kommt dann auch der titelgebende Bär ins Spiel. Auch hier schafft es der Autor wunderschöne Bilder zu zeichnen, dabei aber auch Spannung aufzubauen und den Leser emotional in die Geschichte einzubinden.Das Buch ist eine Fabel, der Bär übernimmt hier die Rolle eines Führers, eines Lehrers, der das Mädchen beschützt. Die Botschaft hinter der Geschichte lässt sich gut mit dem Untertitel des Buches beschreiben, denn nur im Einklang mit der Natur, ist ein Überleben möglich. Das Buch ist aber noch so viel mehr, eine Art Road Movie, eine Coming of Age Geschichte, in gewisser Hinsicht eine Dystopie, aber irgendwie auch ein Märchen. Der Autor vereint all diese Elemente auf knapp 170 Seiten, sprachlich hinrei und mit einer klaren Botschaft. Unbedingt lesen!
Nach dem Tod der Mutter wächst ein Mädchen bei seinem Vater in einer Hütte inmitten der Wildnis auf. Die Beiden sind offenbar die letzten auf der Erde verbliebenen Menschen. Sie leben sehr ursprünglich und der Vater bringt ihr nach und nach, im Laufe ihres Älterwerdens, alles bei, was man zum Überleben in und mit der Natur braucht. Als ihre Salzvorräte zur Neige gehen, machen sich die Beiden auf einen langen und beschwerlichen Weg zum Meer - eine Reise im Einklang mit der Natur - die für das Mädchen alles verändern wird ... Auf der Rückreise begegnet sie einem Bären, der ihr ( - und auch dem Leser - ) Weisheiten und Lektionen über das Leben nahe bringt.Das Buch bedient sich einer klaren Sprache, die beobachtend und nahezu emotionslos erzählt. So ist die Handlung nicht vorhersehbar und wird dadurch sehr interessant. Auch philosophische Anklänge sorgen dafür, dass man immer weiterlesen will; ich habe das Buch geradezu verschlungen.Lediglich Richtung Ende hin flacht die Handlung kurzzeitig etwas ab, wenn es seitenlang nur darum geht, welches Tier und wie genau das Mädchen es erlegt - und wie sie es anschließend zubereitet bzw. isst.Nichtsdestotrotz fand ich das Buch sehr angenehm zu lesen und es hat mich sehr in seinen Bann gezogen, denn es hatte durch seine schnörkellose Klarheit etwas durchaus Meditatives.
Der Bär beschreibt, wie der Untertitel auch lautet, eine Reise im Einklang mit der Natur. Andrew Kriwak nimmt die Lesenden mit in eine Zeit, in der die Zivilisation bereits Geschichte ist. Nur ein Vater und seine Tochter, zum Start der Reise noch ein Mädchen, leben gemeinsam im Wald am Fuße eines Bergs. Sie leben mit den Jahreszeiten und von dem, was die Natur an Ressourcen gibt.Die Geschichte ist einfach und fast schon primitiv verfasst und erzählt von der Lebensreise des Mädchens, das gemeinsam mit dem Vater aufbricht, nachdem die Salzvorräte aufgebraucht sind. Das Motiv des Bären taucht immer wieder auf: Sei es im Landschaftsbild, in den Geschichten des Vaters oder dann auch in physischer Form.Besonders spannend finde ich, dass die Lesenden mit der Frage konfrontiert werden: Was passiert mit uns Menschen, wenn es keine Zivilisation mehr gibt? Meine eigene Interpretation dieser Frage ist, dass je weiter wir uns von der Zivilisation als Menschen entfernen desto intensiver leben wir im Einklang mit der Natur.Ich empfehle das Buch für eine kurzweilige Exkursion in die Wildnis, die tiefgreifende Fragen bespricht.