Vorweg: Ich werde hier weniger bis gar nicht auf den eigentlichen Inhalt eingehen, sondern lediglich meine persönlichen Eindrücke wiedergeben. Einen Überblick auf die zu erwartende Handlung gibt es bereits zur Genüge (andere Rezensionen, Buchbesprechungen, Klappentext, etc.).Als Markus Heitz Fan der ersten Stunde war es für mich ein Bedürfnis, dieses Buch vorzubestellen. Ich freute mich schon lange darauf und habe Herrn Heitz sein Engagement zu diesem Projekt schon seit geraumer Zeit über Twitter mitverfolgt. Nachdem ich sämtliche Heitz-Universen bereits mehrfach belesen habe, freute ich mich umso mehr, dass sich Herr Heitz mit Wedora an einem völlig frischem Thema versucht.Zur Lieferung gibt es nichts weiter zu sagen: diese erfolgte, wie ich es von Amazon erwarte und gewöhnt bin, pünktlich am Erscheinungstag. Das Buch war transportsicher verpackt und kam unversehrt bei mir an.Der broschierte Einband des Buches gefällt mir optisch sehr gut. Der verwendete Karton hat einen goldenen Schimmer, wodurch (zumindest bei mir) die Wüstenassoziation verstärkt wird (Sand, Trockenheit, Sonne, Hitze, etc.). Der Buchtitel ist zudem geprägt und lässt das Ganze dadurch noch ein wenig wertiger wirken. Dennoch finde ich es schade, dass das Buch nicht als Hardcover veröffentlicht wurde, denn obwohl mir das Cover grundsätzlich gut gefällt, ist mir die verwendete Grammatur etwas zu gering. Das Buch „wabbelt“ etwas in der Hand, was sich bei einem über 600-seitigen Werk etwas merkwürdig anfühlt. Eine Hardcover-Variante wäre in Kombination mit der edlen Optik sicherlich eine wunderbare Symbiose eingegangen und hätte dem Buch einen Hauch eines Folianten verliehen. Aber dies ist nur meine subjektive Meinung und für mich auch nicht wirklich ein Kritikpunkt, sondern eher ein Wunsch.Auf den ersten Seiten erwarten den Leser detailliert und liebevoll ausgearbeitete Pläne der Stadt und der Umgebung von Wedora. Sehr nützlich! Habe öfters mal dorthin zurückgeblättert. Eine Dramatis Personae ist wie man es von Herrn Heitz gewöhnt ist erfreulicherweise vorhanden, denn die verwendeten Namen sind teilweise recht exotisch. Das ist allerdings auch kein Kritikpunkt, denn schließlich handelt es sich um eine fremde Welt und da müssen die Menschen fremdartig klingende Namen tragen. Einen Klaus Müller in Wedora fände ich da schon deutlich störender.Einzig die Namenswahl des männlichen Protagonisten ist meiner Ansicht nach unklug gewählt, zu mindestens für Zwerge-Fans. Anstatt den Namen Liothan zu lesen, habe ich permanent Lot Ionan im Kopf gehabt. Kann aber sein, dass es nur mir so ging und sich sonst niemand weiter daran gestört hat?! Ist auch eine Marginalie und fällt für die Wertung des Buches nicht weiter ins Gewicht.Meine Grundsätzliche Meinung zum Buch? Ich habe es sehr gemocht und werde es sicherlich auch noch mindestens ein zweites Mal lesen. Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, dass ich mein persönliches „ins Bett geh Limit“ weit überschritten habe und einfach weitergelesen habe. Der Text ist heitztypisch flüssig geschrieben und lässt sich gut „weglesen“, das Szenario ist frisch, unverbraucht und strotzt voller teils wahnwitziger Ideen. Rechtschreibfehler halten sich enorm in Grenzen. Tatsächlich ist mir eigentlich nur einer bewusst; die anderen habe ich offensichtlich überlesen. Da gab es schon ganz andere Fehlersammelsurien vom Mahet. Der Spannungsbogen wird permanent aufgebaut und hält sich durchgehend bis zum Ende, wobei teilweise in 3 verschiedenen Handlungssträngen erzählt wird, die von Kapitel zu Kapitel wechseln und sich erst gegen Ende des Buches wieder einigermaßen bündeln.Zum Thema Brutalität und Gewaltdarstellung habe ich das Gefühl, dass Herr Heitz entgegen einiger früherer Werke im Detailgrad etwas zurückgeschraubt hat. Mich persönlich stört es nicht und ich vermute dahinter, dass das Buch dadurch einem breiteren Publikum zugänglicher sein soll? Keine Ahnung! Matsch gibt es trotzdem und auch eine ziemlich ekelhafte Szene mit der weiblichen Haupdarstellerin. Pfui Teufel Herr Heitz! Wie kommt man auf sowas? Dennoch passt die Szene in diese Welt und untermalt eine weitere Facette von Wedora.Das entscheidende aber ist, dass der Autor zu seinem Szenario endlos viele Ideen und Ansätze liefert, die mich absolut gefesselt und fasziniert haben. Allerdings werden die wenigsten davon in diesem Buch aufgelöst! Ich finde es ok und es stört mich nicht, aber ich vermute mal, es wird einige LeserInnen geben, die sich daran stören werden, am Ende mit vielen offenen Fragen dazustehen.Also ganz klare Warnung an LeserInnen, die nur mit abgeschlossenen Büchern glücklich werden: Wedora ist dies auf gar keinen Fall. Wedora ist ein tolles Buch. Jedoch wird lediglich nur 1 Handlungsstrang abgeschlossen … und dieser ist meines Erachtens nicht mal Kernthema.Ich hatte beim Lesen bereits ab Seite 200 den Eindruck, dass das Buch nie und nimmer alles angerissene auflösen kann. Vielmehr hatte ich den Eindruck, ein 600-seitigen Prolog zu lesen, der den geneigten Leser auf etwas größeres, epischeres vorbereiten soll. Ist nicht negativ gemeint, im Gegenteil: ich erwarte und freue mich auf eine Fortsetzung, die es zwangsläufig geben muss. In dem Thema steckt noch sehr viel Potential.
In „Wédora – Staub und Blut“ entführt der Autor Markus Heitz in ein eher ungewöhnliches Fantasysetting, nämlich in die Wüste. Wédora ist eine riesige Stadt umgeben von einem Sandmeer. Genau dorthin verschlägt es die beiden Hauptprotagonisten Liothan und Tomeija, welche aber beide wieder unbedingt nach Hause wollen.Das Setting der Story ist Heitz wirklich sehr gut gelungen. Die Stadt in der Wüste bietet eine tolle, einfallsreiche Umgebung mit einer interessanten Tierwelt und spannenden Kulturen. Durch den bildhaften Schreibstil des Autors und der schönen Karte zu Beginn konnte ich mir die Stadt wunderbar vorstellen. Der Leser wird dabei nicht einfach in eine komplett fremde Welt geworfen, sondern entdeckt sie, gemeinsam mit den Protagonisten, Stück für Stück.Allerdings spielt die Geschichte nicht nur in Wédora. Am Anfang befinden sich Liothan und Tomeija noch zu Hause in einer anderen Welt. Doch auch während sich diese beiden Charaktere in der Stadt befinden, verfolgt der Leser durch einen eigenen Handlungsstrang die Geschehnisse in jener anderen Welt. Die Handlungsstränge wechseln sich dabei immer wieder ab, und ein Kapitel ist meist in zwei bis drei unterteilt.Am Ende jedes Kapitels findet der Leser noch Abschriften aus irgendwelchen Büchern aus Wédora. Allerdings überlas ich diese sehr kurzen Beschreibungen öfters, da nicht immer etwas Interessantes darin zu finden war.Der Schreibstil von Markus Heitz ist durchgehend flüssig zu lesen. Die Charaktere handeln glaubwürdig und wachsen mit ihren Aufgaben. Auch die Spannung kommt im Buch keinesfalls zu kurz, immer weiter entwickeln sich die Geschehnisse, bis es dann zum Showdown kommt.Doch genau der Showdown ist auch mein einziger Kritikpunkt im Roman. Ich hatte mir eindeutig mehr erwartet, vor allem da im Klappentext etwas von einem gewaltigem Krieg zu lesen ist. Das Ende ist zwar sehr spannend geschildert, aber dennoch etwas zu kurz gehalten. Auch bleiben einige Fragen offen, auf die der Leser zumindest in diesem Teil keine Antworten bekommt. „Wédora“ ist zwar ein allein stehender Roman mit abgeschlossener Handlung, könnte aber somit leicht eine Fortsetzung spendiert bekommen.Fazit„Wédora – Staub und Blut“ ist ein lesenswerter Fantasyroman mit tollem Setting und einer spannenden Story. Der Showdown ist jedoch etwas zu kurz geraten, daher gibt es 4 von 5 Sternen.