Wer nach praktischen und gut umsetzbaren Unterstützungsmöglichkeiten sucht, wird hier fündig. Jens Förster, der in seiner Rolle als Professor für Sozialpsychologie, die Abgründe menschlichen Umgangs im Arbeitsumfeld am eigenen Leib (und Seele) erfahren hat, schreibt hier also nicht nur als Fach-Experte aus dem Elfenbeinturm, sondern als Einer, der sich aus blanker Betroffenheit mit der Thematik beschäftigen musste. Manches an Tools mag einem selbst schon eingefallen sein, aber gerade wenn es einen hart erwischt, ist man wie gelähmt und der Blick auf gangbare Lösungen ist verstellt. Hier ist dieses Kompendium (das auf weitere Quellen verweist, wie bspw. Die Psychologie des Gelingens von G. Oettingen) ein wahrer Schatz von großem praktischen Wert. Jens Förster schreibt wie immer sehr verständlich und bringt die Dinge auf den Punkt.Klare Kaufempfehlung.
Hinweis gemäß der Amazon Richtlinien:Dieses Buch wurde mir kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Ich wurde nicht darum gebeten in irgendeiner Form eine Rezension, weder positiv noch negativ, zu verfassen. Bitte beachten Sie dies beim Lesen meiner Meinung.Meine MeinungDie größte Schwäche des Buches ist auch gleichzeitig seine größte Stärke: Es gibt keinen Fahrplan und keinen Weg vor, sondern möchte den Leser mit vielen verschiedenen Vorschlägen inspirieren und damit auf seine Individualität eingehen. Die einzelnen Kapitel drehen sich nicht nur um das in der Überschrift genannte Thema, sondern enthalten auch noch weitere, nützliche Informationen, die eher indirekt eine Wirkung entfalten. So wird zum Beispiel im Kapitel Sport indirekt das Thema Ressourcen entdecken aufgegriffen, ohne es konkret zu benennen. Diese Art findet über das gesamte Buch seine Anwendung.Der Text lässt sich gut lesen und hat einen angenehm kurzweiligen Charakter. Obwohl die Kapitel einen ungefähren Aufbau haben – Einleitung, persönlicher Bezug, wissenschaftliche Kenntnisse – wirkt es fast schon wie ein Roman, auch wenn viele Aspekte, durch die Erwähnung von Studien, untermauert werden. Der persönliche Bezug war zwar immer recht interessant, aber auch sehr ausschweifend, was mich teilweise den eigentlichen Inhalt des Kapitels vergessen ließ.Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass der Autor auf die beschränkten Möglichkeiten eines Buches hinweist und ermuntert, sich bei starken Krisen externe Hilfe in Form von Therapie oder Coaching zu holen. Ebenso werden zu den „geöffneten Türen“, wie es Jens Förster nennt, mehrere Blickwinkel beleuchtet und darauf hingewiesen, dass nicht jede Methode für jeden Menschen geeignet ist.Weiterhin zeigt er eine sehr einfühlsame Art und Weise auf den Leser einzugehen, was wohl zum einem an eigenen erlebten Schwierigkeiten – wie Manipulationsvorwürfen, Burnout und weitere – aber auch an seinen therapeutischen Fähigkeiten liegt. Absolut undogmatisch und lediglich Möglichkeiten unterbreitend.Was genau unter einer Krise zu verstehen ist, oder wie der Autor es sieht, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Sollte man aktuell in einer schwierigeren Krise stecken, Energie raubend und einnehmend, halte ich die Hilfe durch andere Menschen für am sinnvollsten – was der Autor am Anfang des Buches ebenfalls schreibt.Das Buch enthält meiner Meinung nach sehr viel Potential um sich auf eine Krise vorzubereiten, oder im Nachhinein zusätzliche Wege anzueignen, um nicht erneut in ein Tief zu geraten (Rückfallprävention).Die Methoden finde ich sehr gut gewählt und habe mit einigen davon ebenfalls schon gute Erfahrungen sammeln können. Den einzigen Punkt den ich persönlich vermisst habe, war der Umgang mit Kritik. Ansonsten eine sehr gelungene Auswahl!Für ein Hardcover finde ich den Preis absolut in Ordnung und kann es jedem Menschen, der beratend unterwegs ist, durchaus ans Herz legen. Aber auch so, dürfte es für jeden Menschen eine gute Inspiration sein, sich die schönen Dinge im Leben ins Gedächtnis zu rufen und wie man diese bewahren oder erlangen kann.