Kurz gesagt: solange ich die Seele als entscheidenden Wirkfaktor in meinem Leben verkenne, ihr gegenüber meinem materiellen Körper nur eine Nebenrolle zuerkenne, solange läuft was unrund. So bin ich vielen Außeneinflüssen ohne wirksame Steuerung ausgeliefert und pendele zwischen Verstand und Seele wie ein Grashalm im Wind mehr oder minder zufallsgesteuert hin und her. Der Autor hat die Veränderung dieses Zustandes zum für sich Guten mehr oder weniger bewußt gesteuert durchlebt und das Wissen hierum im Nachgang seiner Heilung erneut rekapituliert bzw. weitergehend zusammengetragen. Das Ergebnis dieses Prozesses ist zum Teil im vorliegenden Buch zu finden, zum Teil auch u.a. in seiner später erschienenen Veröffentlichung "Heilung - Das Wunder in uns". Aus meiner Sicht keine Marketingstrategie, wie hier auch manche/-r munkelt, sondern Ergebnis der fortschreitenden Bewußtwerdung.Zurück zum hier rezensierten Buch:Clemens Kuby beschreibt zunächst seinen Weg, sein Leben bis zum Sturz 15m hinunter vom eigenen Hausdach auf eine asphaltierte Straße, die daraufhin eintretende, schulmedizinisch feststellbare Querschnittslähmung als Zwischenergebnis und was in ihm vor sich geht: sein intuitives Umschalten, wie er beginnt in sich hineinzuhorchen, den Dialog mit seiner Seele bewußt zu führen und sich darauf zu fokussieren, voranschreitend in einer Art Meditation. Eine Meditation, in die er sich einübt, darin immer besser wird und dennoch auch massive Schmerzen durchleidet. Der Autor und Filmemacher beschreibt, wie es ihm gelingt psychische Störfaktoren auszuschalten, zu denen auch die ihn bedauernden Angehörigen zum Teil zählen, deren Besuche er frühzeitig bewußt gestaltet und auch reduziert. Der Entschluss zur inneren Kehrtwende hin zum konzentrierten Seelenzwiegsepräch überkommt Kuby, wie ihm erst später beim Schreiben des Buches "Heilung..." schlüssig bewußt wird, nicht nach dem Dachsturz, der Einlieferung in die Klinik oder als er die Diagnose Querschnittslähmung erhält, sondern erst später im Prozess: während des Transportfluges zur Verlegung von der Aufnahmeklinik in die Spezialklinik nach Heidelberg. Es ist ein Risikoflug durch ein schweres Unwetter hindurch, der Autor ist fixiert, absolut hilflos und nun erfaßt ihn faktisch Todesangst, im Hin- und Herschaukeln des Helikopters, in der Angst abzustürzen und das Leben dieseits zu verlieren, ist er plötzlich gefangen. Hier empfindet er bewußt den Verlust jedes eigenen inneren Widerstandes geknüpft an das Verstandsdenken. Der Moment, in dem viele Menschen alles loszulassen vermögen, was sie in diesem Leben bedrückt, er läßt auch Clemens Kuby den Blick zur Seele klarwerden und er handelt in genau dieser Situation bereits danach: schaltet sein Bewußtsein innerlich voll auf Empfang des Seelenkanals, ohne dass seine Denke hierzu viel tun müßte/könnte er versteht für sich. Er begreift endlich, nimmt an: die Seele hat ihm mehr zu sagen, schon länger, so einiges und er beginnt innerlich gleich in Gedanken die Konsequenzen zu ziehen, er beschließt einen Schnitt in seinem Leben zu machen. Er beschließt kurzum sich von seiner damaligen Partnerin zu trennen, jetzt auf gleich und seinen Weg konsequent anzugehen.Er lebt schon einige Jahre nicht das Leben, welches er zu brauchen nun kristallklar wahrnimmt, um seine Erfüllung zu finden, mit sich selbst stimmig und tiefgreifend verzahnt zu leben. Zu Vieles läuft bis dahin falsch aus seinen eigenen, ihm nun teils leichtfertig erscheindenden Entscheidungen, aus seinen nicht gelösten Bindungen heraus. Er kennt seine Bestimmung immerhin schon teilweise, u.a. die Filmerei. Er setzt sich während des 2. Klinikaufenthaltes, gelähmt im Bett liegend ein neues Ziel, was ihm mit der Inspiration eines Freundes gelingt: ein aus der Sicht des Jetzt und der Schulmedizin völlig verrückt erscheinendes Ziel, er beschließt einen Film in Ladakh, einem Land im West-Himalaya zu drehen, dessen Einwohner Menschen ohne Zivilisation ein einfaches, ursprüngliches und stark an der Seele ausgerichtetes Leben im Glauben an den tantrischen Buddhismus führen. Eine Gegend, die nur mit gebirgsgängigen Fahrzeugen und über wüste Holperspisten zu erreichen ist. Eine körperliche Herausforderung für jeden selbst, der sich als gesund und fit auf zwei Beinen bezeichnet!Clemens Kuby beschließt seine eigene Heilung, die die Schulmedizin als Spontanheilung abbucht, wie alles, was ihr Erklärungsformat sprengt. Er bleibt 1 Jahr in der Klinik, wird auch chirurgisch an der Wirbelsäule operiert, damit die Nervenstränge Raum finden zu verheilen und er hat ein hartes Reha-Aufbauprogramm. Genau und fair betrachtet ist es also eine Heilung sehr wohl auch unter entscheidender Mitwirkung der Schulmedizin. Hier bleibt Clemens Kuby absolut seriös, indem er schlicht sachlich berichtet, auch wem er Dank abstattet: allen an seiner Heilung Beteiligten, insbesondere dem handwerklich höchst versierten Chirurgen.Dennoch gehen wenige Menschen bewußt ihren eigenen Weg in Gesundheitsdingen. Es muß ja nicht gleich eine letztlich zurückgebildete Querschnittslähmung sein, dass der Schulmedizin zu Beginn des Prozesses die Worte fehlen und Heilung als Option schlicht verneint wird. Um es zu veranschaulichen, ein eigenes, einfaches Beispiel: erlebe selbst 2006 eine manuelle Wirbelsäulen-Deblockierung im alternativen Heilverfahren, die eine Beinlängendifferenz von 1,5 cm und eine leichte Wirbelsäulenkrümmung ähnlichen Ausmaßes gleichzeitig gegeneinander aufhebt. Ich beschließe für mich daraus künftig offen für eigene Wege zu sein. Meinem Orthopäden ist das routinemäßig völlig schnuppe, als ich ihm davon berichte. Er braucht mir doch keine Einlagen mehr für meine Schuhe zu verschreiben, sein Budget nicht zu belasten. Und das, wo doch er es gewesen ist, der den Beinlängenunterschied mit den Schuheinlagen auch noch verordnet festgeschrieben hat. Es braucht also keine großen Wunder sein, damit ein Umdenken angestoßen ist, oder?Was also bewirkt letztendlich Heilung? Ist es der weiße Kittel des Arztes, das Medikament oder eine darin enthaltene spezielle Substanz? Dieser Frage geht Clemens Kuby nun bei Reisen quer um den Globus bei einer Vielzahl Heilern und Schamanen nach. Fakt ist hierzulande, dass nur allzuoft körperliche Beschwerden wahrgenommen und behandelt werden, die Seele als Hinweisgeber in anderen Kulturen bei deren Heilern/Schamanen aber als eine eigenständige und zugleich verknüpfte Instanz mit gesehen und also auch bewußt mit ins Heilungsgeschehen erfaßt wird. Der Seele wird oftmals sogar der Vorrang gegenüber dem Körper eingeräumt, weil sie anderswo als unvergänglich offen angenommen wird, somit in den Alltag der Menschen hinein verstetigt, von diesen verknüpft und tief bewußt gelebt und mit der kommuniziert wird. Dieses Seelenbewußtsein wird hierzulande kaum anerkannt und folglich wenig belebt und vom vom gelebten, krankenkassensubventionierten Mehrheitssystem der Teile- oder Schulmedizin sogar verächtlich gemacht und höhnisch mit dem Vorwurf unerfüllter Nachweispflicht belegt. Dabei kennt auch die Schulmedizin in den eher seltenen Fällen die wirkliche Ursache von Krankheiten und deren Verläufen, praktiziert sie nicht minder wildes Herumgedoktor, ohne sich allerdings überhaupt um die Ausleuchtung des echten Ursache-Wirk-Zusammenhangs, um das tiefere Anliegen seiner Patientenschaft überhaupt im Ansatz zu kümmern. Die klassische Homöopathie bildet hier einen Gegenpol: der Mensch wird ganzheitlich erfaßt, eine Wirksubtanz ist ebenso ganzheitlich ausgerichtet und in der meßbaren Wirkpotenz oft unterhalb der Nachweisschwelle. Ist Heilung, die ja auch in der klassischen Homöopathie bewirkt wird, wie ich selbst erfahren habe, letztlich eine Frage des Glaubens aus tiefem Vertrauen heraus?Glaubensfragen...Wie weit die christlichen Kirchen sich um ihre spirituelle Heilkraft an ihren Gläubigen gebracht haben mögen, das läßt sich anhand ihrer Verweltlichung, ihrer dogmatisiert fortbestehenden Deutungsregentschaft, ihrer vielfältigen Spaltung in sich, Tag für Tag nachvollziehen und konsequent belegen. Die Heilkrfat der Kirchen Sie dürfte deutlich rückläufig sein, wie der rückläufige Zustrom an Gläubigen zumindest andeutet. Die Kirchen versuchen die Menschen aus der Sicht auf ihre eigenen Potentiale herauszuhalten, sie hiervon abzuschneiden: für sich zu erkennen, selbst etwas Höheres, etwas Unvergängliches in sich zu tragen, eine Seele als eigenen Zeichen- als Richtungsgeber. Diese Unvergänglichkeit der Seele sehe ich als von der Institution Kirche völlig unabhängig an und so der Autor. Was, wenn wir es alle in uns tragen, das unvergängliche Moment. Was wenn Jesus uns genau dafür als ein Zeichengeber gedient hat, dafür diesen besonderen Weg gewählt hat über das Kreuz und die Auferstehungsgeschichte. Die Bibel scheint mir dicker als ich mir ihren wohl genährten Übersetzer Luther vorzustellen vermag. Unnötig dick, willkürlich, unfassbar, kaum lesbar und unverständlich dick. Jeder von uns, Du und ich...hier und überall, getragen von Liebe ohne Gegenrechnung, sind wir auf dem Weg der Bestimmung. Es gibt nur einen Gott, eine Göttin und den/die trägt jeder Mensch in seiner Seele, ins sich und also auch immer bei sich. Ob wir dem Namen geben, mir ist jeder recht, gleich ob Allah oder Buddha, Gott, Jahwe oder wie auch immer, solange dies ein Bekenntnis zu Liebe, Gleichheit, Einzigartigkeit in einer All-Einheit der Schöpfung im Kern umfaßt und sich darauf konzentriert statt zu zergliedern.Wer Impulse zu einer freien Selbstausrichtung nicht mit Hautausschlag, Migräne, aggressiven Ausrastern und folgenden Schlaganfällen der ein oder anderen Art bei sich und/oder gegen andere gerichtet sanktioniert, seine moralischen Voreinwände gegen freies Leben und dogmaloses Denken mal ein paar Stunden zurückzustellen vermag, der alleine darf tief reine Luft schnappen und sich über und auf dieses Buch von ganzem Herzen freuen.Wissen ohne Zusatzkosten: die Filmdokumentation ist es ebenfalls sehr wert angeschaut zu sein, spricht sie doch noch andere Sinne an, kommt für diese plastischer daher, ist also dem einen oder der anderen leichter zugänglich als vielleicht das Buch, das im Detail Plausibilität schafft, für mich gut verständlich und angenehm flüssig zu lesen ist.